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Gegen Fachkräftemangel: «Haus der Kleinen Forscher»

Berlin Technikbegeisterung fängt früh an. An 10 000 Kindertagesstätten will der Bund mit der Initiative «Haus der kleinen Forscher» bereits bei den Jüngsten Neugier auf technische und naturwissenschaftliche Fragestellungen wecken.

Die Aktion findet im Rahmen des Bildungsgipfels in Dresden (22. Oktober) statt. Im Gegenzug versprechen die Länder, den Unterricht in Mathematik, Informatik und den Naturwissenschaften zu stärken. Der Fachkräftemangel ist absehbar: Für 100 Ingenieure, die derzeit in Pension gehen, verlassen nur 87 erfolgreiche Absolventen als Berufsnachwuchs die Hochschulen.

Eine Gruppe von Bildungsforschern um Isabell van Ackeren aus Mainz und Klaus Klemm aus Essen analysierte die Rahmenbedingungen der Naturwissenschaften in Schulen und Hochschulen. In den Schulen führen nach ihrer Analyse Biologie, Chemie und Physik heute eher ein Schattendasein. Selbst Gymnasiallehrer, die die Fächer unterrichten, sind nicht immer vom Stellenwert ihrer eigenen Disziplin überzeugt. Auf die Frage, welche Fächer aus ihrer Sicht für die Allgemeinbildung bedeutsam seien, tauchte nach Deutsch, Englisch, Mathematik und Geschichte die Biologie erst an fünfter Stelle auf - gefolgt von Physik.

Die Probleme fangen bereits in der Grundschule an: Noch zu Beginn der 70er Jahre nahmen in Grundschul-Lesebüchern physikalische, chemische und technische Inhalte einen Anteil von etwa 30 Prozent ein. Ende der 90er Jahre waren dies nur noch 7 Prozent. In den Schulklassen fünf bis zehn liegt der Anteil von Biologie, Chemie und Physik mit 10 Prozent des Unterrichts zwar genau im Schnitt der anderen Industriestaaten. Gleichwohl blieben die drei Fächer zusammen etwa im Vergleich zu einem Mathematik-Anteil von 16 Prozent «eher randständig».

Auch in den gymnasialen Oberstufen finden Chemie und Physik wenig Zuspruch: Ende der 90er Jahre belegten nur zwischen 7 Prozent (Nordrhein-Westfalen) und 14 Prozent (Sachsen-Anhalt) der Schüler Physik-Leistungskurse.

Umso erstaunlicher ist es, wie viele junge Menschen dennoch ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium an einer Universität oder Fachhochschule aufnehmen. Ein Drittel aller Studienabschlüsse werden in Deutschland in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen oder in Mathematik gemacht. Im Schnitt der 30 wichtigsten Industriestaaten studiert nur ein Viertel der Studenten naturwissenschaftliche Fächer, in den USA sogar nur 17 Prozent.

Dass es heute dennoch auf dem Arbeitsmarkt einen Mangel an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern gibt, führen die Autoren auf die insgesamt geringe Studentenzahl in Deutschland zurück. In der Bundesrepublik erreichten 2006 nur 21,2 Prozent des entsprechenden Altersjahrgangs einen Hochschulabschluss, im Schnitt der anderen Industrienationen hingegen 37,3 Prozent. Mehr Nachwuchskräfte in den Naturwissenschaften lassen sich aus Sicht der Bildungsforscher weniger durch einen noch größeren Studentenanteil in diesen Fächern erreichen, sondern eher durch eine Steigerung der Studentenzahlen insgesamt.

Dass die jungen Leute auf die Signale des Arbeitsmarktes reagieren, zeigt die jüngte Hochschulstatistik. Fächer wie Bauingenieurwesen und Maschinenbau/Verfahrenstechnik hatten zum Wintersemester 2007/2008 einen weit überdurchschnittlichen Zuwachs bei den Anfängern - mit einem Plus von 18 Prozent beziehungsweise 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt sank allerdings die Studienneigung weiter ab. Während es im Vergleich zu 2003 rund 17 Prozent mehr Abiturienten gab, nahmen fünf Prozent weniger ein Studium auf.

Initiative «Haus der kleinen Forscher»: www.haus-der-kleinen-forscher.de

dpa-infocom


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