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Mit Rauschebart: Als Weihnachtsmann im Einsatz

Berlin An Weihnachten möchten die wenigsten arbeiten. Eine Ausnahme sind die Weihnachtsmänner.

Zu den Festtagen schultern vor allem Studenten den Jutesack, um Groß und Klein zu beschenken.

Der Nebenjob als Weihnachtsmann bringt nicht nur einen netten Nebenverdienst - auch die Gewissheit, anderen Menschen das Fest zu verschönern. Über den prominenten Besuch an Heiligabend freuen sich nicht nur Familien mit Kindern, sondern auch viele Angestellten auf der Weihnachtsfeier.

Auf die Vermittlung von Weihnachtsmännern haben sich zum Beispiel die «Heinzelmännchen» des Studentenwerks Berlin spezialisiert. Die Arbeitsvermittlung bedient am Heiligabend bis zu 4000 Familien, erklärt Projektleiter Tarek Kilinc. «Wir stellen den Kontakt zwischen Weihnachtsmann und Kunden her.» Die traditionelle Ausstattung stellt die Agentur ebenfalls. Dazu zählen ein Jutesack, weiße Handschuhe, schwarze Stiefel und natürlich ein weißer Bart. «Auch das goldene Buch ist ein Muss.» Darin steht, wie sich der Beschenkte im letzten Jahr verhalten hat.

Mit dem richtigen Aussehen ist es allerdings nicht getan. Der Weihnachtsmann sollte nämlich vor allem gut mit Kindern umgehen können, erklärt Norbert Herold von der Arbeitsagentur Berlin-Mitte. Er müsse offen auf die Menschen zugehen und dürfe keine Hemmungen haben. «Außerdem wird erwartet, dass der Weihnachtsmann auch ein Gedicht oder Lied vortragen kann.» Weihnachtliche Traditionen zu kennen, sei ebenso wichtig wie das passende Outfit.

Wer Weihnachtsmann werden will, muss bei den Heinzelmännchen deshalb eine Beschenkungssituation meistern, sagt Kilinc: «Beim Casting spielen wir Familie und Kind.» Ist diese Hürde genommen, steht dem echten Einsatz nichts mehr im Wege. «20 bis 30 Euro bringt ein Auftritt.» Davon stehen für manche Weihnachtsmänner an Heiligabend bis zu zehn auf dem Programm. Das Studentenwerk vermittle auch viele ausländische Studenten, die an Weihnachten nicht selber feiern. Neben Familien und Unternehmen besuchen die Weihnachtsmänner Krankenhäuser, Seniorenheime und Kindergärten.

Ein Weihnachtsmann mit chinesischen Wurzeln ist Hu-Ping Chen aus Berlin. Er ist seit zwölf Jahren aus voller Überzeugung am Heiligabend im Dauereinsatz. Der ungewöhnliche Job sei aber nie Routine geworden. «Man sieht den Menschen an, dass sie glücklich sind», sagt Chen. Manche älteren Kinder wollten auch mit 15 Jahren nicht auf ihren Weihnachtsmann verzichten. Deshalb sei er bei vielen Familien jedes Jahr zu Besuch. «Es ist die Aufregung, das Strahlen in den Augen, ein Lächeln im Gesicht.» Der Weihnachtsmann habe auf jeden einen besonderen Reiz - egal ob Kind oder Erwachsener.

Doch je älter die Kinder sind, umso skeptischer werden sie. Es könne schon passieren, dass manche blöde Fragen stellen, sagt Kilinc. In solchen Situationen sei es gut, eine Geschichte parat zu haben. In jedem Fall sollte sich der Weihnachtsmann vorher bei der Familie informieren. Dann könne er zur Ablenkung etwa eine Anekdote vom Opa aus dem Ärmel ziehen. Wer auf Betriebsfeiern überzeugen will, müsse aber schon ein erfahrener Weihnachtsmann sein, sagt Herold. Außerdem sei ein eigenes Auto hilfreich, um von einem Auftritt zum nächsten zu kommen - schließlich steht modernen Weihnachtsmännern kein von Rentieren gezogener Schlitten zur Verfügung.  

Hu-Ping Chen hat bei seinen Einsätzen vor deutschen Kindern noch keine unangenehmen Erfahrungen gemacht: «Ich wurde als Weihnachtsmann noch nicht infrage gestellt», sagt er. Kein Wunder - er trägt sogar einen echten Bart. Doch auch wenn der Weihnachtsmann etwas dunkelhäutiger ist, störe das die meisten Kinder nicht. Der Weihnachtsmann verfehle seine Wirkung nie. Für viele Familien ist er ein fester Bestandteil des Festes geworden - und für die Studenten ein Nebenverdienst an einem Tag im Jahr, an dem sich sonst kaum ein Nebenjob finden lassen dürfte. Von Philipp Laage, dpa

dpa-infocom


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