IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Beruf & Bildung     » News     » Recht     » Weiterbildung     » Wie werde ich…?

Schüler kämpfen um WM-Titel im Kopfrechnen

Nürnberg Ein leises Flüstern schwebt über dem Saal, Papier raschelt, hin und wieder ist ein leises Stöhnen zu hören.

In den Gesichtern der Jungen und Mädchen angespannte Konzentration. Einige beißen auf ihrem Stift herum, andere haben die Augen geschlossen.

Seit fast zwei Stunden schon sind sie am Rechnen: Addieren und Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren, Wurzelziehen und Primfaktoren zerlegen. Was die Schüler bei einer Mathearbeit sofort in den Taschenrechner getippt hätten, rechnen sie hier ohne jegliche Hilfsmittel: Die 8- bis 17-Jährigen streiten um den Titel des Weltmeisters im Kopfrechnen.

Die jüngste unter ihnen ist Alexandra. Die Drittklässlerin kommt bei dem Wettbewerb am Dienstag in Nürnberg gerade so eben mit den Fußspitzen auf den Boden, ihr Stuhl in der ersten Reihe ist fast so hoch wie sie. Auf Alexandras Tisch liegen die 14 Blätter mit über 100 Aufgaben akkurat auf einem Stapel. «Ich habe Rechnen schon immer gemocht, weil man mit Zahlen so viel machen kann: Spiele spielen, oder sich selbst Spiele ausdenken», erzählt das Mädchen mit dem braunen Pferdeschwanz.

«Als sie fünf Jahre alt war , haben wir ein Jahr lang jeden Abend Zahlenspiele zusammen gemacht», erläutert Alexandras Vater. Seitdem begeistert sich die Achtjährige fürs Kopfrechnen. Besonders gut haben ihr die Workshops mit Denksportmeistern an den Tagen vor der Meisterschaft gefallen. Die WM-Teilnehmer bekamen dort Tipps und Tricks an die Hand, wie man am einfachsten Aufgaben im Kopf lösen kann. Einige Strategien kannte sie schon vorher, erzählt Alexandra. Nur das mit der dritten Wurzel aus sechsstelligen Zahlen, «das habe ich noch nicht so ganz kapiert».

«Wir wollen durch die Kopfrechnen-Weltmeisterschaft zeigen: Es gibt so etwas wie Denksport», begründet Co-Organisatorin Caroline Merkel ihre Motivation, zum ersten Mal einen solchen Wettbewerb für Schüler auszurichten. Der Vize-Weltmeisterin im Kreativen Denken war aufgefallen, dass bei den Erwachsenen-Meisterschaften immer auch einige Kinder teilnahmen, es aber keine eigene Veranstaltung für diese Altersgruppe gab. «Und da habe ich gesagt: Das ändern wir. Und zwar sofort und gleich!», schildert die Nürnberger Mathe-Lehrerin und Uni-Dozentin.

Ein Jahr lang haben Merkel und der amtierende Kopfrechnen-Weltmeister Gert Mittring die Schüler-Meisterschaft vorbereitet. 25 Kinder, jeweils zwei auch aus Indien und Serbien, nahmen am ersten Durchgang teil. Viele weitere, etwa aus der Türkei, Israel und Kanada, haben bereits für 2009 ihr Interesse bekundet. «Ich weiß gar nicht, wo wir die ganzen Leute nächstes Jahr unterbringen sollen», sagt Merkel. Ihr Anspruch ist, dass den Eltern mit Hilfe von Sponsoren durch die Teilnahme ihrer Kinder keine Kosten entstehen sollen.

«Kopfrechnen führt dazu, dass man die Welt präziser wahrnimmt», ist sich Weltmeister Mittring sicher. Er will den Kindern die Freude vermitteln, die «Gesetzmäßigkeiten und Eleganz» hinter den Zahlen zu entdecken. Beim elfjährigen Nils hat das funktioniert: «Also heißt quadrieren, Zahlen mit sich selbst zu multiplizieren?»

Im WM-Test fand der achtjährige Moritz die Multiplikationsaufgaben am schwierigsten. Da half auch Teddy-Eisbär Flocke nichts, den er als Glücksbringer mitgebracht hatte. Moritz' Tischnachbar Ashish hingegen fand trotz aller Tricks das Dividieren am kompliziertesten. «Das waren wirklich hohe Zahlen.» Der Fünftklässler rechnet deshalb nicht mit einem allzu hohen Rang in seiner Altersgruppe der Unter-Zwölf- Jährigen.

Leicht waren die Aufgaben nicht, gestehen die Organisatoren ein. Sie wollen die Schüler herausfordern und anspornen, sich weiter mit Zahlen auseinanderzusetzen. Einige Talente habe sie unter den Teilnehmern bereits entdeckt, berichtet Merkel. «Ich bin mir sicher, da sind zwei, drei dabei, die wir bald auch in der Erwachsenen-Riege sehen werden.» Von Elke Richter, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon