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Wie werde ich...? Friseur

Köln/Dresden (dpa/tmn) - Im Friseur-Salon ist oft einiges los.

Während manche Kunden noch in der Zeitschrift lesen, erhalten Unentschlossene gerade eine Typberatung und andere schon einen Haarschnitt.

«Kreativität und Psychologie brauche ich für meine Arbeit», sagt Friseurin Sophie Lesch aus Dresden. Als Landesmeisterin beim sächsischen Branchenwettbewerb 2007 und Teilnehmerin beim Bundesausscheid hat die 20-Jährige ihr Können bewiesen.

«Waschen, schneiden, legen» macht nur einen Teil des Faches aus. Friseure beraten ihre Kunden bei der Wahl der Frisur. Sie waschen, pflegen und gestalten Haare, Perücken und Toupets. Zum Herrenfach gehört es, Bärte zu rasieren und zu pflegen.

Rainer Röhr, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks in Köln, sieht wegen der Alterspyramide große Chancen für die Branche: Ältere Menschen seien eine große und treue Kundengruppe. «Und viele Menschen suchen Zuwendung.» Die Fähigkeit auf Menschen zuzugehen, hält er deshalb für eine wichtige Voraussetzung für den Beruf.

Friseure arbeiten auch in Hotels, Wellness- oder Bäderbetrieben, so die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. In Krankenhäusern, Altenheimen, Reha-Einrichtungen und Kaufhäusern sind sie ebenfalls gefragt. Bei aufgeregten Kunden oder in der Hektik vor Feiertagen zeichnen sich professionelle Friseure durch Gelassenheit und Fingerspitzengefühl aus. Anfänger sollten Gespür für Mode, Geschmack und handwerkliches Geschick mitbringen. Chemische Grundkenntnisse sind von Vorteil. Gepflegtes Aussehen auch außerhalb des Salons und den täglichen Blick in die Zeitung hält Lesch für unverzichtbar.

Tüchtig mitarbeiten müssen Azubis von Anfang an. Im Ausbildungssalon waschen sie Haare, stehen an der Kasse oder bedienen Trockenhauben. Den theoretischen Hintergrund erarbeiten sie beim Blockunterricht an der Berufsschule. Seit 1. August regelt eine geänderte Ausbildungsverordnung die Kernqualifikationen neu. Anders als bisher gilt die Zwischenprüfung künftig als Teil des Gesellenabschlusses. Prüflinge müssen Kundenwünsche und verabredete Frisur exakt notieren. Stimmt das Ergebnis mit der Planung überein, gibt es die beste Note. So will der Zentralverband erreichen, dass sich Kunden beim Friseur besser verstanden fühlen. Kundenmanagement, Betriebsorganisation und Marketing rücken insgesamt mehr ins Zentrum.

Informationen: Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks, Elisenstraße 5-9, 50667 Köln, Telefon: 0221/9730370

Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks: www.friseurhandwerk.de

Internetportal für Friseure: www.friseurportal.de

Informationen des Bundesinstituts für Berufsbildung: www.bibb.de Friseurhandwerk hat viele Auszubildende Azubis bekommen monatlich zwischen 211 Euro (Ost) und 331 Euro (West) im ersten und 337 Euro (Ost) und 510 Euro (West) im dritten Lehrjahr, so das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Der Tariflohn für Gesellen bewegt sich nach Angaben des Zentralverbands zwischen monatlich 614 Euro (Thüringen) und 1456 Euro (Nordrhein, Westfalen-Lippe). Leitungskräfte bringen es im Westen auf bis zu 2351 Euro (in Hessen) und im Osten auf 1395 Euro (in Sachsen) im Monat.

Unter den lehrlingsstärksten Handwerksberufen steht die Branche seit vielen Jahren auf Platz zwei. Laut Statistischem Bundesamt erlernten im vergangenen Jahr 40 500 Azubis den Beruf. Davon waren 17 809 neue Verträge, elf Prozent mehr als 2006. Neun von zehn Azubis in den rund 70 500 Friseursalons in Deutschland sind weiblich. Im Jahr 2007 zählte die Berufsgenossenschaft für Wohlfahrtspflege und Gesundheitsdienste (BGW) rund 248 000 Beschäftigte in der Branche. Von Katlen Trautmann, dpa

dpa-infocom


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