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Yahoo!-Chef Yang kapituliert vor seinen Aktionären

Sunnyvale/Hamburg Jerry Yang, Chef und Mitbegründer des Internet-Konzerns Yahoo!, war in den Jahren des Internet-Booms ein Liebling der Börsen.

Wie kaum ein anderer verstand es der heute 40-Jährige, die Möglichkeiten des Mediums auszuloten und ein erfolgreiches Angebot zu entwickeln.

Doch mit seiner Rückkehr an die Konzernspitze im vergangenen Jahr hatte er wenig Erfolg. Zuletzt geriet Yang unter massiven Druck seiner Aktionäre, nachdem er ein Übernahmeangebot von Microsoft in Höhe von mehr als 40 Milliarden Dollar ausgeschlagen hatte. Die Aktie des Web-Pioniers ging auf rasante Talfahrt. Nun zog Yang die Konsequenzen und kündigte nach langem Widerstand seinen Rücktritt an.

Mitte der 90er Jahre gehörte Yang zu den wichtigsten Wegbereitern der Internet-Revolution. Ursprünglich aus Taiwan stammend, kam Yang im Alter von zehn Jahren ins Silicon Valley. Als Student der Elektrotechnik entwickelte er gemeinsam mit seinem Studienkollegen David Filo die Idee, eine Themenliste als Internet-Wegweiser zu entwickeln. Aus dem redaktionell gepflegten Web-Führer entwickelte sich bald ein umfangreicher Katalog, dem die beiden den Spitznamen «Yet Another Hierarchical Officious Oracle» («Noch ein anderes hierarchisches offizielles Orakel») gaben, abgekürzt Yahoo!.

Yang war lange Zeit ausgezeichnet mit seinem unabhängigen Kurs für das Unternehmen gefahren. Anders als bei anderen Internet-Portalen und Suchmaschinen wie AOL oder Lycos kam für Yang eine Fusion etwa mit einem großen Medienhaus um die Jahrtausendwende bewusst nicht infrage. Nach dem Börsengang im Frühjahr 1996 ging die junge Firma während des folgenden Internet-Booms zunächst zeitweise auf Höhenflug. Mit 118,75 Dollar erreichte die Aktie des Unternehmens, die heute noch für rund 11 Dollar gehandelt wird, seinerzeit einen Spitzenwert. Doch auch nach dem Platzen der Internet-Blase konnte sich Yahoo! im Markt weiter behaupten.

Zuletzt hatte dem Unternehmen aber der wachsende Konkurrenzdruck vor allem durch den erfolgreichen Rivalen Google im Internet- Werbemarkt schwer zu schaffen gemacht. Yahoo! geriet immer weiter in die Schieflage. Mit einem neuen System mit dem Namen «Panama» versuchte Yahoo! im vergangenen Jahr, sein schwächelndes Geschäft mit Textanzeigen im Netz gegen den Werbeprimus Google wieder in Schwung zu bringen - allerdings mit wenig Erfolg. Auch nachdem Yang im Sommer 2007 wieder die Führung seines Unternehmens übernommen hatte, gelang es dem Internet-Visionär nicht, die Firma wieder auf Kurs zu bringen. Die jüngste Finanzkrise trug zuletzt ein gutes Teil zur Misere bei.

Ob mit dem Rückzug Yangs nun die Bahn tatsächlich frei wird für neue Übernahme-Gespräche mit Microsoft, wie es viele Beobachter erwarten, bleibt abzuwarten. Noch vor einigen Monaten hatte Microsoft rund 40 Milliarden Dollar geboten, das dürfte bei einem auf weniger als ein Drittel gefallenen Aktienkurs Geschichte sein. Zuletzt hatte der weltgrößte Softwarekonzern zudem wiederholt öffentlich erklärt, das Interesse längst verloren zu haben. Ohnehin hatte Microsoft nach Yangs monatelangem Schlingerkurs und zahlreichen verschleppten Verhandlungen höchstens noch Interesse an einer möglichen Übernahme des Sahnestücks, der Internet-Suche, erklärt.

Erst kürzlich hatte Yang sich in einem Interview selbst noch als absolut beste Führungspersönlichkeit für Yahoo! in diesen turbulenten Zeiten bezeichnet. Branchenbeobachter spekulieren derzeit noch, ob Yang nun aus mehr oder weniger freien Stücken seinen Posten räumt oder eher intern dazu gezwungen wurde. Noch immer fließe in ihm lila Blut, schrieb Yang in einem Brief an die Mitarbeiter unter Anspielung auf die Firmen-Farbe. Bei der Suche nach einem potenziellen Nachfolger wird Yang in jedem Fall wesentlich beteiligt sein. Von Renate Grimming, dpa

dpa-infocom


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