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Ziergräser machen Jahreszeiten erlebbar

Bielefeld Hinter filigranen Halmen lässt sich der Gartenweg nur erahnen.

Lange Wedel rascheln im Sommerwind. Goldene Blätter strahlen warm im Herbstbeet.

Der Raureif verwandelt zarte Blüten in Eisskulpturen. Ziergräser lassen die Jahreszeiten erleben, sind immer einen Blick wert und schaffen eine natürliche Atmosphäre. Dennoch: «Gräser werden noch immer unterschätzt», beobachtet Ehm Eike Ehrig, Landschaftsarchitekt aus Bielefeld.

Dabei warten die Gärtnereien inzwischen mit einem breit gefächerten Sortiment für jeden Standort und Geschmack auf. Da sind zunächst die Riesen unter den Ziergräsern: Mit beeindruckenden, zwei bis drei Meter langen Halmen verlangen sie nach einer Einzelstellung - mitten auf einer Rasenfläche, zwischen Kiesel- und Steineinfassungen oder als Blickfang neben dem Hauseingang.

Zum allseits bekannten Pampasgras (Cortaderia selloana) gibt es zahlreiche ungewöhnliche Alternativen. «Für winterhärtere Gegenden ist das Riesenchinaschilf (Miscanthus giganteus Aksel Ohlsen) zu empfehlen, es wird ebenfalls drei Meter hoch und blüht manchmal sogar noch im Herbst», sagt Ehrig.

Auch das Riesen-Pfeifengras (Molinia arundinacea Windspiel) mit seiner warmen, ockergelben Herbstfärbung, einige Sorten des Lampenputzergrases (Pennisetum) mit seinen aparten Blütenpuscheln oder das straffstielige Garten-Reitgras (Calamagrostis acutifolia Karl Foerster) erreichen imposante Ausmaße.

Solche Giganten bilden - in Reihe gepflanzt - einen schönen Hintergrund für andere Pflanzungen. Sie können auch als Sichtschutz eingesetzt werden. Mit einer Einschränkung: «Ziergräser werden im Frühjahr geschnitten und beginnen ihr Wachstum dann neu. An den ersten sonnigen Tagen ist der Sichtschutz damit noch nicht besonders hoch», sagt Heinz-Richard Klose, Gärtnermeister aus Lohfelden bei Kassel.

Mittelhohe Ziergräser machen sich gut im Staudenbeet - die größeren weiter hinten, die kleineren weiter vorne. «Ihre Halme umspielen die Blütenstauden sehr schön und bringen eine gewisse Dynamik ins Beet», so Cornelia Pacalaj, Gartenbauingenieurin an der Landesversuchsanstalt Gartenbau in Erfurt.

Viele der zarten Genossen treiben es richtig bunt. Dazu gehören zum Beispiel das Präriegoldbartgras (Andropogon geradii) mit seinem überhängenden Wuchs und seiner schönen rosaroten Färbung und der Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens) mit seinen locker überhängenden, graublauen Halmen.

Die weitgehend unbekannte Kupferhirse (Panicum virgatum 'Hänse Herms') lässt im Herbst rote Blätterzungen aufflammen. Das Moskitogras (Bouteloua gracilis) hebt sich mit seinen interessanten Blüten ab. Sie alle sind in Rabatten gut aufgehoben.

Im Heide- oder Steingarten bezaubern kleinere Ziergräser - etwa der Blau-Schwingel (Festuca cinerea) mit seinen silbergraublauen, strahlenartig abstehenden Blättern oder die Japan-Segge (Carex morrowii 'Variegata') mit ihren fontänenartig in alle Richtungen wachsenden, dunkelgrünen, cremefarben gestreiften Blättern. Der Bärenfell-Schwingel (Festuca gautieri) und das hübsch blühende Zittergras (Briza media) bilden dichte Polster. Als Bodendecker sind sie auch zur Hangbepflanzung gut geeignet.

Sobald die Ziergräser nicht alleine stehen, ist Vorsicht bei der Wahl der Nachbarn geboten. Diese müssen zunächst dieselben Standortansprüche haben. «Alle Horst bildenden Ziergräser dürfen nicht von benachbarten Gehölzen oder Stauden eingeengt werden. Sie brauchen ausreichend Platz, um zur Geltung zu kommen», rät Gartenbauingenieurin Pacalaj. Ausläufer bildende Gräser wiederum müssen mit Wurzelsperren im Zaum gehalten werden, damit die anderen Beetbewohner nicht leiden.

«Wunderbare Begleiter sind Herbstastern, Sonnenhut oder Schafgarben», empfiehlt Klose. Auch das Spiel mit Kontrasten bietet sich an: Neben den fleischigen Blättern einer Fetthenne (Sedum) kommt die Transparenz eines zierlichen Federgrases (Stipa pennata) erst richtig zur Geltung. Vor einer großblättrigen Funkie (Hosta) wirkt die Waldschmiele (Deschampsia) besonders zart. Ziergraspflege im Überblick - Pflanzzeit: Vom Frühjahr bis in den Herbst kann gepflanzt werden. Einzige Ausnahme: Pampasgras sollte ausschließlich im Frühjahr in die Erde kommen.

- Vermehrung: Zum Teilen und Verpflanzen ist das Frühjahr die beste Jahreszeit.

- Rückschnitt: Wintergrüne Ziergräser werden am besten erst im Frühjahr zurückgeschnitten. So schützen Blätter und Blütenstände die Pflanzen vor eisiger Kälte. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


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