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Ohne Gießen und Düngen: Der pflegeleichte Garten

Bonn «Im Sommer kann ich meinen Garten gar nicht allein lassen!»: Wer hat diesen Stoßseufzer eines Gartenbesitzers noch nicht gehört? Rasenmähen, Gießen, Unkraut jäten, Aufbinden, Zurückschneiden, Durchputzen - die Arbeit im Garten nimmt kein Ende.

Den Garten sich selbst überlassen? Geht nicht, denken die meisten. Tatsächlich geht es aber doch, wenn die Planung stimmt. Standortgerecht pflanzen ist das Geheimnis eines pflegeleichten Gartens. Schließlich kommen Pflanzen in der Natur sogar ganz ohne Pflege aus. Dort kann sich nur ansiedeln und halten, was mit den Bedingungen, die der Standort bietet, zurechtkommt. So ähnlich sollte es auch der Gartenbesitzer halten, der gern einmal für ein paar Tage verreist oder nicht täglich in seinen Garten kommen kann.

An vorderster Stelle steht die Frage nach dem Boden: Sandig-leicht, lehmig, tonig-schwer, humos, sauer oder alkalisch, kalkhaltig oder nicht? Ist der Boden eher trocken oder eher feucht? Auf einem Heide- oder Rhododendrongarten zu bestehen, wenn die Bodenreaktion alkalisch ist, ergibt wenig Sinn. Gleiches gilt für das Anlegen eines mediterranen Gartens auf feuchtem, schwarzem Moorboden.

So etwas bedeutet nur Arbeit - und dass nicht nur bei der Pflanzung, wenn der Boden mit Torf und Rinde oder mit Ton, Sand und Kalk «verbessert» werden muss, bis er den Pflanzen so einigermaßen zusagt. Pflanzen auf dem falschen Standort sind auch anfällig für Läuse oder Pilze. Statt Freude macht der Garten Arbeit und Ärger.

Für jeden Standort gibt es reizvolle Pflanzen. Oft genügt es schon, die richtige Art zu wählen, damit die Lieblingspflanze in den Garten einziehen kann. Die Bart-Iris (Iris germanica) beispielsweise wächst auf warmen, eher trockenen Standorten, die Japanische Schwertlilie (Iris ensata) will feucht bis nass in kalkarmem Substrat stehen. Die gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus) mag es sumpfig bis nass, ob Kalk oder nicht ist ihr vergleichsweise egal. Die Wieseniris (Iris sibirica) lebt gern auf frischen, nährstoffreichen Böden. Bei anderen Pflanzenarten gibt es eine vergleichbare Bandbreite.

Zur echten Herausforderung kann die Bepflanzung schwieriger Standorte werden. Oft heißt es dann: Ausprobieren, was wirklich geht. Der Lohn sind Gärten, die in sich stimmig erscheinen und obendrein weniger Arbeit bereiten. Auf schwerem, nassem Boden können Iris sibirica mit ihren vielen Sorten, der stattliche Eisenhut, Heuchera und Tradescantien den Ton angeben. Das rosa Mädchenauge (Coreopsis rosea), Bachnelkenwurz, Ziest und der Japanische Wiesenknopf (Sanguisorba obtusa) setzen zierliche Kontraste daneben.

Unter einer alten Rosskastanie , die einen trockenen, kräftig durchwurzelten Standort entstehen lässt, wachsen Herbst- und Frühlings-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium und Cyclamen coum). Auch Lenzrosen, Leberblümchen, Heucherella und Mandelwolfsmilch (Euphorbia amygdaloides) setzen sich dort durch. Auf dem sonnigen Streifen am Haus, von dem der Dachüberstand den meisten Regen abhält, können niedrige Bartiris, Sedum-Arten, Bitterwurz (Lewisia), Binsenlilie (Sisyrinchium) und Optunien gedeihen. Wird es zu arg mit der Trockenheit, reicht ein kräftiger Guss für die nächsten Tage.

Aber grundsätzlich sollten die Pflanzen im Garten ohne ständige Bewässerung auskommen. Fordern Hitzeperioden doch mal den Gießschlauch, wird kräftig gewässert - so wie ein Landregen das tun würde. Kurzes Überbrausen nützt nichts, sondern schadet eher den Pflanzen - durch den Kälteschock, wenn Leitungswasser auf warme Blätter trifft und durch Pilzanfälligkeit, wenn die Blätter ständig nass werden und in den Abendstunden nur langsam abtrocknen.

Nur Pflanzen, die noch nicht eingewachsen sind, brauchen zusätzliches Wasser, müssen vor bedrängendem Unkraut, vor ausbreitungsfreudigen Nachbarn und Fraßfeinden bewahrt werden. Im Umkehrschluss sind Pflanzen, die an ihrem Platz alt werden können, besonders pflegearm. Die schönen Taglilien (Hemerocallis), die Staudenpfingstrosen, Bergenien, Hosta, Stauden-Yucca oder die Hohen Sonnenhüte (Rudbeckia fulgida) blühen über Jahrzehnte. Auch die eleganten Silberkerzen, Rodgersien und viele Farne sind ausdauernde Gartenbewohner und werden am richtigen Standort ohne große Pflege immer schöner. Welchen Boden besitzt mein Garten? Sand, Lehm oder Ton: Die Fingerprobe zeigt, aus was der Boden besteht. Je besser der Boden sich formen lässt, desto höher ist der Lehmanteil bis hin zum schweren Ton. Je weniger er Form hält, desto größer ist der Sandanteil. Für die Analyse des ph-Werts im Boden, also des Säuregehalts, gibt es Messgeräte im Handel. Am sichersten aber ist eine professionelle Bodenanalyse. Eine Standarduntersuchung kostet rund 20 Euro. Nach ungefähr zwei Wochen liegt das Ergebnis inklusive Düngeempfehlung vor. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


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