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Wechsel zu privater Krankenkasse nicht überstürzen

Henstedt-Ulzburg/Köln (dpa/tmn) - Die Einführung des Gesundheitsfonds wird die gesetzliche Krankenversicherung für viele Menschen vermutlich teurer machen. Daher könnte sich ein Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung lohnen.

Doch Verbraucher sollten bei dieser Entscheidung nichts überstürzen, warnen Fachleute. Die Anbieter selbst versprechen jedoch bessere Leistungen und - bis zum Jahresende - besonders günstige Konditionen.

In der Privaten Krankenversicherung (PKV) können sich Arbeitnehmer absichern, wenn sie drei Jahre lang mehr als 48 150 Euro verdient haben, außerdem Beamte und Selbstständige. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung orientieren sich die Prämien bei den Privaten nicht an der Höhe des Einkommens. Sie richten sich vielmehr nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Geschlecht und den vereinbarten Leistungen. Ende 2007 waren bundesweit etwa 8,5 Millionen Menschen privat vollversichert. Viele Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vereinbaren außerdem Zusatzversicherungen bei privaten Anbietern.

Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg rät Verbrauchern, sich den Wechsel von einer gesetzlichen Krankenkasse zu einem privaten Anbieter gut zu überlegen: «Früher waren in der privaten Krankenversicherung vor allem gesunde Menschen, die sehr gut verdient haben. Diese Zusammensetzung wird sich ändern.» Im Vergleich zu früher müssten deutlich mehr Menschen aufgenommen werden, die vergleichsweise schlechter verdienen und im Schnitt häufiger krank seien. «Viele Versicherungen haben außerdem in ihren Tarifen bisher nicht ausreichend berücksichtigt, dass die Menschen immer älter werden», sagt die Versicherungsexpertin. Das seien Kostenfaktoren, die sich auf die Beiträge auswirken werden.

Der Verband der privaten Krankenversicherung in Köln weist diese Darstellung zurück. «Die Tarife in der PKV sind solide kalkuliert. Um die mit dem Alter steigenden Gesundheitskosten vorzufinanzieren, haben unsere Versicherten Alterungsrückstellungen in Höhe von 121 Milliarden Euro gebildet», sagt Verbandsdirektor Volker Leienbach. Er räumt allerdings ein, dass der Kostendruck im Gesundheitswesen weiter steigen werde. «Davon ist auch die PKV betroffen und deshalb sehr aktiv in ihren Bemühungen, die Kosten im Interesse unserer Versicherten beherrschbar zu halten.»

Laut Leienbach lohnt sich der Wechsel aber trotzdem. «Wer noch in diesem Jahr in die private Krankenversicherung kommt, sichert sich die Vorteile der PKV - lebenslange Leistungszusage, freie Arzt- und Krankenhauswahl, Zugang zu innovativen Heilmethoden - zu den bewährten Konditionen.» Von 2009 an erhielten Neuversicherte zwar das Recht, ihr Versicherungsunternehmen später einmal zu erleichterten Bedingungen zu wechseln. «Diese zusätzliche Option wird sich allerdings erhöhend auf die Einstiegsprämien auswirken.»

Leienbach verweist darauf, dass der Gesundheitsfonds für viele gesetzlich Versicherte einen starken Anstieg ihrer Beiträge bedeuten werde. Die Beiträge von freiwillig versicherten Arbeitnehmern, die Mitglieder von bislang relativ günstigen Kassen sind, könnten um hundert Euro und mehr steigen. «Das gleiche gilt für Selbstständige, bei denen noch verschärfend dazukommt, dass sie keinen Arbeitgeberanteil und künftig im Rahmen der normalen Mitgliedschaft auch kein Krankentagegeld mehr erhalten.»

Auf diese Änderung weist auch der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) in Bonn hin. «Wer zukünftig als Selbstständiger in der GKV bei länger andauernder Krankheit Krankengeld für seinen Verdienstausfall erhalten möchte, muss eine private Zusatzversicherung abschließen, wenn er die gleichen Leistungen wie heute erhalten möchte», erläutert BVK-Präsident Michael H. Heinz. Bisher hätten Selbstständige meist einen Anspruch auf Krankengeld, wonach vom 43. Tag einer Krankheit an bis zu 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens gezahlt werden - mit Einführung des Gesundheitsfonds falle dieser Anspruch weg. Antrag für neue Krankenversicherung sorgfältig lesen Beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung sollten Verbraucher die Antragsformulare genau lesen. Eine im April dieses Jahres veröffentlichte Untersuchung der Stiftung Warentest hat ergeben, dass die Papiere häufig unverständlich und unübersichtlich sind - Fehler bei der Beantwortung ließen sich daher kaum vermeiden. Wenn Kunden beim Ausfüllen Fehler machen, müssten sie unter Umständen viel Geld an das Versicherungsunternehmen nachzahlen, oder sie bekommen eine Behandlung nicht ersetzt. Um alle Behandlungen und Untersuchungen richtig aufzulisten, sollten Verbraucher die entsprechenden Informationen bei ihren Ärzten einholen. Von Stefan Waschatz, dpa

dpa-infocom


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