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Viele Klagen über späte Briefzustellung

Hamburg Otto Hicken aus Georgsheil in Ostfriesland ist auf die Deutsche Post nicht gut zu sprechen.

Der Briefträger bringt ihm zwar regelmäßig die Zeitung - doch das Blatt trifft anders als früher erst zum Mittagessen oder noch später ein.

Und wenn der Postbote Urlaub hat , kann die Zeitung auch mal erst am nächsten Tag eintrudeln, sagt der 72-jährige Rentner. Die Gewerkschaft ver.di kennt das Problem: «Die Zustell-Bezirke werden von Jahr zu Jahr vergrößert», kritisiert Heinrich Wolf vom Landesbezirk Niedersachsen in Hannover. Hinzu kommt: Die Empfänger haben keinen Anspruch darauf, dass die Post spätestens zu einer bestimmten Tageszeit da ist.

Dabei sind die ländlichen Gebiete generell besser dran als die Ballungsräume, weiß Elmar Müller vom Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) in Offenbach. «In den vergangenen Wochen hat es vor allem Klagen aus Hamburg, Köln und Berlin gegeben.» Müller, dessen Verband sich als Vertretung der Postbenutzer sieht, nennt dafür zwei Gründe: Die Post-Mitarbeiter dürften keine Überstunden mehr machen, und das Netz an «Springern» zur Vertretung im Urlaubs- und Krankheitsfall sei ausgedünnt worden.

Bei der für die nördlichen Bundesländer zuständigen Deutschen Post AG in Hamburg wird eingeräumt, im Raum Emden-Aurich sowie in Hamburg habe es im Oktober Probleme vor allem wegen hohen Krankenstandes und der Vielzahl von Sendungen gegeben. Mancher Brief sei in Hamburg deshalb erst einen Tag später zugestellt worden. «Das war jedoch nur vorübergehend», sagt Sprecher Jörg Koens. In der Bonner Konzern-Zentrale der Deutschen Post wird von «Einzelfällen» gesprochen und auf die kontinuierliche Messung der Brieflaufzeiten verwiesen. «Da hat sich keine signifikante Veränderung gegeben», sagt Sprecher Uwe Bensien.

Die Post ist gesetzlich verpflichtet, dass im Jahresdurchschnitt mindestens 80 Prozent aller Briefe am nächsten Werktag beim Empfänger sind. Am zweiten Werktag müssen es 95 Prozent sein. Diese Laufzeiten werden regelmäßig im Auftrag der Post von einem Institut überprüft.

Nicht festgelegt ist allerdings , zu welcher Tageszeit der Postbote einen Brief oder eine Zeitung überbringen muss. «Die Post muss einmal werktäglich zustellen», sagt Linda Sydow von der Bundesnetzagentur in Bonn, der zuständigen Aufsichtsbehörde. Ob die Post morgens oder erst am späten Nachmittag Briefe zustellt, sei dem Unternehmen überlassen.

Den Zustellern jedenfalls mangelt es nicht an Arbeit: Denn die Geschäftspost - rund 85 Prozent des Briefaufkommens - nimmt weiter zu. Das gilt zum Beispiel für das sogenannte Direct Mailing, bei dem Konsumenten persönlich angeschrieben werden. Die Zustellprobleme in Hamburg sind laut Sprecher Jörg Koens aber auch dadurch verursacht worden, dass die üblicherweise zum Jahresende anwachsende Flut an Sendungen dieses Jahr früher als sonst eingesetzt habe.

Dabei hat die Post trotz der privaten Konkurrenz immer noch ein weitgehendes Monopol: 88 Prozent der Briefe transportiert sie nach eigenen Angaben. Insgesamt arbeiten bei der Deutschen Post rund 80 000 Zusteller in 53 000 Zustellbezirken. Wie sich die genaue Zahl der Bezirke in den vergangenen Jahren verändert hat, will die Konzern-Zentrale in Bonn nicht verraten.

Dass eine späte Zustellung am Tag zwar zulässig ist, aber die Kunden-Zufriedenheit nicht gerade erhöht, hat die Post inzwischen erkannt. Vor allem in den Innenstädten sollen die Briefe bis zur Mittagszeit in den Kästen sein. Deshalb werden sich künftig zwei Teilzeit-Kräfte einen Bezirk teilen. Um Zeit zu sparen, können sie bereits mit fertiggepackten Taschen losgehen, die ebenfalls von Teilzeit-Beschäftigten vorbereitet werden. In Hamburg hat man mit der Umstellung bereits begonnen. «Wir wollen damit den Service verbessern», sagt Sprecher Koens. Er macht allerdings keinen Hehl daraus, dass man hier in erster Linie die Geschäftskunden im Blick hat. Für Privatkunden sei eine frühe Zustellung nicht erheblich. Von Thomas Maier, dpa

dpa-infocom


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