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Was Finanzpsychologen Anlegern jetzt raten

Frankfurt/Main Die Börse fährt Achterbahn, der Wert vieler Depots ist stark gesunken.

Angesichts fallender Kurse verkaufen viele Anleger ihre Aktien. Dabei ist nicht die kühle Rechnung die treibende Kraft, sondern die schlichte Sorge um das Ersparte.

Vor psychologischen Einflüssen auf «Kaufen» und «Verkaufen» sind auch Parkett-Profis nicht gefeit. Sie haben aber von Finanzpsychologen gelernt, damit umzugehen. Von deren Kniffen können auch Kleinsparer profitieren.

Der erste Grundsatz lautet: Eine starre Planung festlegen und sich auch in Krisenzeiten nach ihr zu richten - komme, was wolle. Sparer sollten also möglichst keine Entscheidung unter Druck treffen. «Nicht auf einen Trade Haus und Hof setzen», so formuliert das Gianni Hirschmüller, dessen Firma Cognitrend in Frankfurt im Auftrag der Deutschen Börse und von Großbanken das Verhalten von Kapitalmarktprofis analysiert.

Die Erfolgreichen verstünden es zudem , «kleine, aber lohnende Gewinne einzufahren». Während Börsianer Gewinne also nutzen, um einen Puffer für Fehlentscheidungen aufzubauen, machen viele kleine Erfolge unerfahrene Anleger oft eher übermütig. Sie bekämen das Gefühl, «man hat den Markt verstanden und im Griff», sagt Hirschmüller - das Anlageverhalten wird aggressiver, das Verlustrisiko steigt.

Um das zu vermeiden, empfiehlt der Experte, ein Engagement von Anfang an sorgfältig zu planen: In Euro und Cent wird dabei am besten festgelegt, wie lange Aktien, Fonds oder Zertifikate im Depot bleiben sollen. Und die Kernfrage muss lauten: «Ab wann bin ich nicht mehr bereit zu halten? Bei zehn Prozent Verlust? Oder der Hälfte?» Die Antwort wird als Stop-Loss-Order bei der Bank platziert. Ähnliche Grenzen können für Gewinne gezogen werden.

Die Psychologin Katharina Sachse aus Berlin vertraut auf die Kombination von Kopf und Bauch. Grummelt der Magen, ist es Zeit nachzudenken, sagt Sachse, die für ihre Doktorarbeit an der Technischen Universität untersuchte, wie Privatanleger Investitionsrisiken einschätzen. «Wenn die Intuition sagt: 'Am besten alle Aktien verkaufen', muss man tief Luft holen und Kosten und Nutzen gegeneinander abwägen.» In ihrer Arbeit kommt die Psychologin aber zu dem Ergebnis: «Sorgen, zum Beispiel um Rechnungen oder darum, die Ausbildung der Kinder nicht bezahlen zu können, beeinflussen stärker als Kursschwankungen oder Verlustrisiken.»

Aus ihrer Forschung folgert Sachse außerdem, dass Anleger in der Regel intuitiv Bekanntes bevorzugen: «Das Image einer Branche, das Land, das Vertraute hat Vorteile gegenüber Risiko und Rendite.» Deshalb erwartet sie, dass die Anleger künftig wieder vorsichtiger werden. Ein Prinzip aber werde bleiben: An Verlusten sind immer andere schuld, während es bei Erfolgen «die Regel ist, sich selbst auf die Schulter zu klopfen». Hinzu kommt, dass Gewinne weniger stark wahrgenommen werden als Verluste in gleicher Höhe. Wer das weiß, kann Fehler in Zukunft möglicherweise besser vermeiden.

«Ruhe bewahren ist angesagt» , so lautet jetzt der Ratschlag von Gerrit Fey vom Deutschen Aktieninstitut (DAI) in Frankfurt. Das DAI rät dazu, Aktien grundsätzlich über viele Jahre zu halten. Um aber zehn, zwanzig Jahre durchzuhalten, investieren weitsichtige Anleger nur Summen, die sie langfristig nicht benötigen. Von Monika Hillemacher, dpa

dpa-infocom


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