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Erbschaftssteuerreform: Witwen und Kinder erben günstig

Heidelberg/Bonn Die meisten Erben werden aufgrund von Freibeträgen vom Fiskus auch jetzt schon gar nicht belangt.

Und von 2009 an sollen im engsten Familienkreis sogar weitere Verbesserungen gelten.

Paare ohne Trauschein, Geschwister sowie Neffen und Nichten werden nach Experteneinschätzung dagegen künftig schlechter gestellt. Das sind im Kern die Auswirkungen der Einigung zur Erbschaftsteuer für Verbraucher.

Sie bringt Erleichterungen für hinterbliebene Ehepartner und die Kinder. «Bislang konnte zum Beispiel die Ehefrau per Schenkung vor dem Tod das Haus steuerfrei bekommen - jetzt kann sie das auch per Erbfall nach dem Tod», erläutert Jan Bittler, Fachanwalt für Erbrecht in Heidelberg und Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge in Angelbachtal (Baden-Württemberg).

Umgekehrt formuliert: «Omas kleines Häuschen» ist also weiter steuerfrei, wenn es an Opa oder die Kinder geht und diese - zweite Bedingung - das Haus auch nutzen. Doch selbst wenn Witwe oder Witwer, Tochter oder Sohn nicht im Haus wohnen wollen, fällt nicht unbedingt eine Steuer an: «Ein ganz normales Haus, eine Familie mit zwei Kindern: Da kann man bei entsprechender Gestaltung schon mehr als eine Million an Werten weitergeben», sagt Bittler. Um überhaupt in die Besteuerung zu gelangen, brauche man schon ein tolles Haus in bevorzugter Lage in München oder am Hamburger Elbufer.

Geht das Haus an andere Angehörige oder Freunde, werden künftig aber wohl hohe Steuersätze fällig, wenn der Freibetrag ausgeschöpft ist. Und Betroffene sollten jetzt schnell reagieren und prüfen, ob sie nicht noch bis zum Jahresende von den alten Regelungen profitieren können.

«Wo das Erbe an Geschwister , Neffen und Nichten, unverheiratete Partner oder andere gehen würde, sollte ich bei einem Grundstück zum Beispiel besser noch bis zum 31. Dezember zum Notar gehen», rät Rechtsanwalt Klaus Walpert aus Bonn, der auf Erbschaftsteuerrecht spezialisiert ist. «Je nach Fall bin ich dann auf der besseren Seite, wenn ich mich vor Jahresende um die Papiere kümmere.»

Denn nach Einschätzung von Erbrechtsexperten gehören all jene, die nicht direkte Abkömmlinge, Witwen oder Witwer des Erblassers sind, zu den Verlierern der Reform. Aber auch Kinder und Ehepartner müssen die ein oder andere Einschränkung beachten. So sollen selbst genutzte Wohnungen und Häuser zwar komplett von der Erbschaftsteuer befreit werden, wenn Ehepartner oder Kinder weiter darin wohnen - unabhängig vom Wert. Eine Begrenzung nach oben - zum Beispiel eine Steuererhebung für das Vererben teurer Villen - wurde ausgeschlossen.

Das gilt zumindest für den Wert der Immobilie. «Nach der Größe fällt die Luxusvilla am Starnberger See dann doch aus der Regelung raus», sagt Walpert - nämlich dann, wenn sie an die Kinder geht. Denn für Kinder gilt die Steuerfreiheit im Erbfall nur dann, wenn die Immobilie nicht größer als 200 Quadratmeter ist.

Außerdem gilt die grundsätzliche Steuerfreiheit nur im engsten Kreis der Familie, sagt Klaus Michael Groll vom Deutschen Forum für Erbrecht in München. «Wenn eine Nichte vom Onkel ein Haus im Wert von 600 000 Euro erbt, werden 174 000 Euro Erbschaftsteuer fällig», rechnet der Experte vor. Denn für die Nichte ist der Freibetrag niedrig, und vom ersten Euro darüber fällt ein satter Steuersatz von 30 Prozent an. «Dann muss das Haus doch veräußert werden», sagt Groll. Denn eine solche Summe hat kaum jemand flüssig - oder er macht sie nicht unbedingt locker, nur um das Haus zu behalten.

Dazu kommt, dass Häuser nach Aussage der Experten künftig viel eher nach ihrem wirklichen Wert besteuert werden: «Bislang gibt es ein typisiertes Verfahren. Und erfahrungsgemäß wurde dabei nur etwa die Hälfte des aktuellen Verkehrswertes zugrunde gelegt», sagt Walpert. Künftig werden die Werte viel höher liegen - Erblasser ohne Kinder oder Partner sollten also prüfen, ob die Freibeträge ausreichen. Einschränkung für steuerfreies Immobilienerbe Unklar ist auch noch, wie lange ein Kind in dem Haus wohnen bleiben muss, um nicht im Nachhinein noch vom Fiskus eine Steuernachforderung zu erhalten. «Es ist von einer Behaltensfrist von zehn Jahren die Rede, aber noch ist das nicht entschieden», sagt Klaus Michael Groll vom Deutschen Forum für Erbrecht in München.

Und ob und unter welchen Bedingungen Kinder, die ihren Lebensmittelpunkt in einer anderen Stadt haben, die Steuer umgehen können, indem sie nach dem Erbfall einziehen - auch dazu liegen bislang von der Politik keine Details vor, die den Anwälten bekannt wären. Von Thorsten Wiese, dpa

dpa-infocom


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