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Harnwegsinfekte lassen sich gut behandeln

Bad Wildungen Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterleib und ungewöhnlich häufiger Harndrang mit nur geringen Urinmengen - das sind die häufigsten Symptome einer akuten Harnwegsinfektion.

Solange nur die Harnröhre und die Blase betroffen sind, ist eine solche Entzündung für ansonsten gesunde Menschen nicht gefährlich. Damit sie nicht dramatischer werden, sollten aber auch unkomplizierte Fälle behandelt werden.

Harnröhren- und Blaseninfektionen können in jedem Lebensalter auftreten. «Nur jeder fünfte Patient ist ein Mann», sagt Winfried Vahlensieck, Urologe und Chefarzt der Klinik Wildetal im hessischen Bad Wildungen. «Das liegt daran, dass Frauen zum einen eine kürzere Harnröhre haben, außerdem ist der Abstand zwischen After und Harnröhreneingang kürzer.» So gelangen körpereigene Bakterien aus dem Darm sehr schnell in das Harnwegssystem. Sie sind mit Abstand die häufigsten Auslöser von Harnwegsinfektionen. Seltener sind Viren, Pilze oder Bakterien, die über die Blutbahn die Harnwege erreichen.

Neben dem Geschlecht gibt es eine Reihe weiterer Risikofaktoren. Einige Patienten haben eine genetische Veranlagung. Bei anderen ist der Harnabfluss entweder durch eine Funktionsstörung oder anatomische Ursachen erschwert. Im Restharn, der in der Blase zurückbleibt, können sich die Bakterien dann besonders gut vermehren.

«Schwangere Frauen und Patienten mit Vorerkrankungen wie einer Blasenoperation oder Nierensteinen haben ein höheres Infektionsrisiko und ein höheres Risiko, dass Komplikationen auftreten», sagt Prof. Eva Hummers-Pradier, Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover. Solche Risikopatienten sollten bei Auftreten der Symptome immer sofort zum Hausarzt oder Urologen gehen, wie auch diejenigen, deren Immunsystem beeinträchtigt ist.

In den meisten Fällen sei der Befund so eindeutig, dass keine weiteren diagnostischen Maßnahmen notwendig sind, erläutert Hummers-Pradier. Meist wird dann ein Antibiotikum verschrieben. In weniger klaren Fällen oder wenn jemand immer wieder unter Harnwegsinfektionen leidet, wird außerdem der Urin untersucht und eine Urinkultur angelegt. «Auf diese Weise kann der Erreger genau bestimmt und gezielter therapiert werden», sagt Vahlensieck.

Neben der Einnahme der verordneten Medikamente helfen oft auch einfache Dinge: «Die meisten Patienten empfinden Wärme als angenehm», sagt Christina Prawda, Beratungsärztin der Techniker Krankenkasse in Hamburg. «Die Wirkung ist zwar wissenschaftlich nicht erforscht, doch es spricht nichts gegen eine Wärmflasche oder ein warmes Bad.» Auch krampflösende Mittel können die Beschwerden lindern.

Studien belegten außerdem, dass Cranberrys, hierzulande auch als Kranichbeere oder Kulturpreiselbeere bekannt, in einem gewissen Maße vor häufigen Infektionen schützen. «Jedoch gibt es bislang keine Erkenntnisse, welche Mengen in welchen Darreichungsformen genommen werden sollen», sagt Vahlensieck. Er empfiehlt, an fünf Tagen der Woche je zwei Gläser Cranberrysaft zu trinken und dann zwei Tage Pause einzulegen.

Um einer Blasenentzündung vorzubeugen empfiehlt es sich, über den Tag verteilt regelmäßig zu trinken. So werden die Bakterien schneller ausgespült. Für den Gang zur Toilette sollte immer ausreichend Zeit sein, so dass die Blase vollständig geleert wird.

«Durch Wasserlassen direkt nach dem Geschlechtsverkehr werden möglicherweise übertragene Bakterien rasch entfernt», sagt Prawda. «Patientinnen dürfen jedoch nicht in den Fehler verfallen, gesteigerte Intimhygiene zu betreiben», warnt Vahlensieck. «Durch Intimsprays oder zu viel Seife werden die natürlichen Schutzmechanismen gestört.» Auch spermizide Salben, Scheidenzäpfchen oder ein Diaphragma können Infektionen begünstigen. Männer haben andere Harnwegsbeschwerden als Frauen Bei Männern sind Harnwegsinfekte selten. Außerdem machen bei ihnen die Schmierinfektionen mit Darmbakterien einen geringeren Anteil aus als bei Frauen. «Jungen im Alter unter einem Jahr leiden vermehrt unter Missbildungen des Urogenitaltraktes, bei älteren Männern wiederum behindert eine vergrößerte Prostata häufig den Harnabfluss», sagt Winfried Vahlensieck, Urologe im hessischen Bad Wildungen. Auch Prostatakrebs oder einen Verengung der Vorhaut können mögliche Ursachen für Harnwegsbeschwerden sein. Damit dies geklärt werden kann, ist eine sorgfältige urologische Untersuchung notwendig. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


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