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Ein Hund mit zwei Besitzern - nicht immer ideal

Dortmund Morgens Gassi gehen, mittags Gassi gehen und abends nochmal: Das ist selbst für überzeugte Hundefans nicht immer verlockend.

Wer berufstätig ist oder oft reist, fragt sich sowieso, ob er einem Hund gerecht werden kann.

Eine scheinbar ideale Lösung ist dann , sich den Hund zu teilen - mit einem Freund oder auch den Nachbarn. Experten sehen ein solches Dogsharing aber auch skeptisch.

Montags bis mittwochs beim einen Herrchen, den Rest der Woche beim anderen: So einfach könnte es sein. In der Praxis ist es jedoch schwieriger: Es gebe Hunde, die kommen mit so etwas klar, andere eher nicht, sagt Christiane Rohn, die in Amtzell (Baden-Württemberg) mit auffällig gewordenen Hunden arbeitet. Sie rät daher, den Wechsel drei bis vier Wochen auszuprobieren. So lange reißt sich ein Hund im neuen Umfeld zusammen. Danach sehen die Halter, wie er zurechtkommt. «Für Hunde mit Trennungsängsten ist das sicher schwierig.»

Helga Eichelberg sieht wechselnde Halter noch kritischer: «Das ist keine gute Alternative», so die Expertin vom Verband für das Deutsche Hundewesen in Dortmund. Hunde seien Gewohnheitstiere. Wechselnde Schlaf- und Futterplätze seien nicht das Problem: Ein Hund könne jede Nacht woanders schlafen - wenn die Bezugsperson da ist.

«Hunde wenden sich normalerweise einer Person zu.» Entscheidend sei, dass sie verlässlich wiederkommt. Bei zwei sich abwechselnden Herrchen könne es passieren, dass der Hund keinen von beiden mehr anerkennt. Dagegen sei es kein Problem, wenn Berufstätige ihren Hund tagsüber zu Freunden bringen, sagt Eichelberg. Ein Hund könne sich auf mehrere Menschen einlassen - wenn klar ist, wer das Herrchen ist.

Ingrid Telschow-Böcker vom Verein Hund und Halter aus Hannover sieht das Thema gelassener. Für normale Hunde sei es kein Problem, mehrere Herrchen zu haben. «Bevor das Tier immer allein ist, würde ich für ein Dogsharing plädieren.» Wichtig sei nur, dass der Hund beide Herrchen gleich gut kennt. Dafür sei es etwa sinnvoll, dass beide mit ihm in eine Hundeschule gehen.

Nach Erfahrung der Kenner bleibt das viel größere Problem sowieso der Mensch: «Ein Hund lebt rund 15 Jahre. So lange müssen Sie dann auch mit der anderen Person befreundet bleiben», sagt Rohn. Was ist bei Streit? Wie gehen die Halter damit um, wenn der Hund einen von beiden lieber mag? «Ein Hund sucht sich seine Leitfigur bis zu einem gewissen Grad selbst aus.» Das könne zu Eifersucht führen.

Clarissa von Reinhardt kann davon ein Lied singen: «Ich kenne so viele Fälle, wo Menschen sich einen Hund geteilt haben und das gründlich schief ging», sagt die Gründerin von Animal Learn in Bernau (Bayern), einem Zusammenschluss von Hundeschulen. Mal konnten sich die Leute nicht einigen, ob der Hund zum Tierarzt muss oder nicht - und wer bezahlt. Mal gab es Diskussionen über die Erziehung.

Einem Hund sei es schnuppe, ob das eine Herrchen «Fuß», das andere aber «Hier her» sagt. Verfolgt der eine jedoch einen sehr autoritären Erziehungsstil, während der andere auf Lob und Vertrauen setzt, könne das beim Hund Verwirrung stiften, warnt von Reinhardt. «Das ist wie bei Kindern», ergänzt Rohn. Ein Vater und eine Mutter machten in der Erziehung auch nicht alles vollkommen gleich. «Schlimm wird es nur, wenn sie keine gemeinsame Linie verfolgen.» Rechtlich gibt es nur einen Besitzer Beim Ordnungsamt kann nur eine einzige Person als Halter eines Hundes angemeldet werden, sagt Ingrid Telschow-Böcker vom Verein Hund und Halter aus Hannover. Auch die Haftpflichtversicherung für einen im Dogsharing gehaltenen Vierbeiner kann nur von einer der Personen unterschrieben werden. Sie kommt ins Spiel, wenn der Hund etwas angestellt hat und ein Schaden entsteht - egal, wer mit ihm Gassi gegangen ist. Passiert dem Tier etwas, müssen sich die Halter dagegen untereinander einig werden, wer für die Kosten aufkommt. Von Carina Frey, dpa

dpa-infocom


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