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Winterhilfe: Fläschchen auf der Igelstation

Heinsberg Pausenlos läutet in der Heinsberger Igelstation das Telefon.

Aufgeregte Menschen melden sich: Sie haben einen Igel gefunden, sind völlig ratlos und suchen Hilfe.

Aber Wilfried Overhoff weiß Bescheid: «Nein, duschen Sie den Igel auf keinen Fall, wenn er Flöhe hat. Das schadet ihm!» Und der häufigste Tipp: «Bringen Sie den Igel in einem Karton her zu uns. Möglichst in ein warmes Handtuch gepackt.»

Für Wilfried Overhoff ist die Herbstzeit Hochsaison für stachelige Findlinge. Hobbygärtner, die ihr heimisches Grün jetzt winterfest machen, decken häufig ohne Absicht Igelnester unter Laub- und Komposthaufen auf. «Leider flüchtet die Igelmutter bei Störungen und lässt ihre Babys zurück», berichtet Wilfried Overhoff. Er hat lange Erfahrung mit kleinen Igeln, denen die Reserven fehlen, um allein durch den Winter zu kommen.

107 Igel päppelt hat der 64-Jährige derzeit auf. Im Winter hat er immer volles Haus. Jeder Igel kostet ihn 50 Cent am Tag. Deshalb braucht der Verein der Heinsberger Igelfreunde dringend Spenden. Das Telefon klingelt von früh morgens bis spät abends. Wichtige Tipps zur Ersthilfe hat Overhoff auf den Anrufbeantworter gesprochen.

Der Naturschutzbund NABU in Nordrhein-Westfalen empfiehlt nur in Ausnahmen, Igel ins Haus zu nehmen. Oft seien verspätete Tiere im Herbst noch unterwegs, um sich Fettpolster anzufressen. Das deuteten viele Menschen falsch: Nur auffallend unterernährte oder kranke Tiere sollten vorübergehend aufgenommen und gesund gepflegt werden. Die Naturschützer stufen Igel mit einem Gewicht unter 500 Gramm als hilfebedürftig ein.

Norma Heldens arbeitet beim NABU Wesel in der Igelpflege. «Seit Jahren beobachten wir, dass Igel-Würfe auch noch Anfang September zur Welt kommen. Dann wird es zeitlich eng für die Kümmerlinge, bis der erste Frost droht.» Das Beste für Igel ist nach Meinung der Expertin ein naturnaher Garten mit sicheren Schlupfwinkeln wie Holzstapel, Reisighaufen, dichte Hecken und Nischen in Scheunen und Schuppen. Igel sollten zunächst draußen mit Trockenfutter für Katzen versorgt werden.

Wilfried Overhoff fragt bei seinen Anrufern immer nach: «Was wiegt der Igel? Ist er verletzt? Wo haben Sie ihn gefunden? Können noch mehr Igel in der Nähe sein?» Jeder der pieksigen Kameraden auf seiner Station bekommt eine eigene Holzkiste - das neue zu Hause auf Zeit. Wichtig sind Wärme, Wasser und Katzenfutter. Igel sind Fleischfresser. Die Box birgt zerrupftes Zeitungspapier zum Verstecken. Denn Igel sind auch Einzelgänger.

Der «Igel-Papa» bringt die kleinsten mit Welpenmilch aus der Pipette durch. Ein drei Wochen altes Igel-Baby bekommt die erste Ration schon um sechs Uhr morgens. Gierig nuckelt es an dem Sauger und leert das ganze Röhrchen. Später rollt sich der Winzling, der noch ganz weiche Stacheln hat, behaglich auf einer Wärmflasche ein. Im Frühjahr wird er ein erwachsener Igel sein mit einem Gewicht von mehr als einem Kilo. Dann darf er zurück in die Freiheit.

Seine Igel wildert Wilfried Overhoff gern in einem Garten ohne Zäune aus, möglichst fernab von belebten Straßen. Perfekt, wenn der Rasen ungemäht ist, eine Hecke wild wachsen durfte und Laub liegen geblieben ist.

Igelstation Heinsberg e.V. www. igelstation-hs.de

Naturschutzbund NABU: www.nabu-nrw.de

Pro Igel: www.pro-igel.de Von Eva Gerten, dpa

dpa-infocom


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