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Mainz 05

Ruman: Froh über jeden Amateure-Einsatz

Mainz Mehr als ein Jahr nach seiner letzten schweren Verletzung kämpft Petr Ruman um ein Comeback im Profifußball.

Dass der 05-Stürmer in den Planungen von Trainer Jörn Andersen keine Rolle mehr spielt, macht es ihm nicht einfacher.

Der vergangene Sonntag war ein guter Tag für Petr Ruman, einerseits - weil der Stürmer des FSV Mainz 05 nach langer Zeit mal wieder ein Fußballspiel über die volle Distanz bestritt. Andererseits absolvierte er diese 90 Minuten in der Zweiten Mannschaft, im Regionalligaspiel gegen den 1.FC Kleve. + Das wäre an sich durchaus ein Grund zur Freude für einen Profifußballer, dessen letztes Spiel bei den Profis mehr als ein Jahr zurückliegt und der seither nach wiederholtem Bandscheibenvorfall um sein Comeback kämpft. Und mit seiner Leistung beim 6:0-Erfolg, an der er mit einem Treffer beteiligt war, zeigte sich der Tscheche ja auch zufrieden. "Ich habe zwar ein bisschen Zeit gebraucht, um ins Spiel zu finden, aber danach lief es eigentlich ganz gut", sagt Ruman. "Am zufriedenstellendsten für mich war, dass ich 90 Minuten ohne Probleme durchgehalten habe." Was die Freude trübt, ist die Tatsache, dass Ruman trotz aller Bemühungen, sich möglichst wieder auf den alten Leistungsstand zu bringen, in Mainz keine Perspektive mehr zu haben scheint. Die Bruchweg-Zukunft des 32-Jährigen, dessen Vertrag bis Sommer kommenden Jahres läuft, dürfte spätestens seit dem 17. Oktober vorbei sein. An jenem Tag sagte Cheftrainer Jörn Andersen im Hinblick auf personelle Engpässe vor dem Zweitligaspiel in Aachen, Ruman spiele bei ihm keine Rolle mehr.

"Ich weiß, dass dies die Meinung des Trainers ist", sagt Petr Ruman sachlich. Als er erstmals mit dieser Meinung konfrontiert wurde, muss es sich angefühlt haben, wie ein Schlag in die Magengrube - zumal er dies erst aus der Zeitung erfahren habe. "Natürlich bin ich noch nicht in der Verfassung, in der ich vor meinen Verletzungen war", räumt der Angreifer ein. "Aber mein Eindruck ist, dass das eigentliche Problem nicht auf dem Platz liegt. Ich kann nicht erklären, was es ist, aber ich spüre schon die ganze Zeit kein Vertrauen vonseiten des Trainers."

Als "nicht gerade befriedigend für mich" bezeichnet Ruman seine momentane Situation. Er sei Fußballer, und als solcher wolle er spielen; egal, ob oben oder unten - in seinem Fall könnte man auch von "müssen" reden. Denn: "Du kannst noch so viel trainieren, aber letztlich erreichst du die nächste Stufe nur über Spielpraxis."

Doch seine Einsätze muss sich der 32-Jährige mehr oder weniger erbitten. Während Mannschaftskollegen wie Daniel Gunkel am vergangenen Sonntag von der Profiabteilung zu den Amateuren geschickt werden, um sich nach einer Verletzung über Regionalligaspiele wieder an den Profikader heranzuarbeiten, muss Ruman selbst die Initiative ergreifen und ist letztlich vom Goodwill des Trainerstabes abhängig.

Für Jörn Andersen gibt es keine Notwendigkeit, einem Mann, den er aus seinen Planungen gestrichen hat, Spielpraxis angedeihen zu lassen. Und Amateuretrainer Peter Neustädter muss darauf bauen, dass ein Ruman zumindest so sehr wieder im Saft steht, dass er nach seiner langen Pause keine Belastung für die im Abstiegskampf steckende 05-Zweite darstellt. "Ich war sehr froh, dass ich am Sonntag bei den Amateuren mitspielen durfte", sagt Ruman. "Und ich würde mich freuen, wenn Peter mir in den nächsten Wochen noch öfter die Gelegenheit dazu gibt."

Es war erst sein sechster Einsatz seit dem Bandscheibenvorfall, den Ruman im Oktober vorigen Jahres im Zweitligaspiel gegen Erzgebirge Aue erlitt. Im März und April wirkte er in drei Oberligaspielen mit, in dieser Saison bringt er es bislang auf drei Regionalligaeinsätze. Vielleicht wäre Ruman weiter, hätte er sich im Sommer nicht etwas überschätzt. "In der Saisonvorbereitung habe ich geglaubt, schon wieder näher an der Mannschaft zu sein, als ich es war", gibt er zu. "Das war ein Fehler, da wollte ich zu viel." Inzwischen jedoch seien die Probleme behoben, auch dank des mehrmonatigen Trainings mit Fitnesscoach Axel Busenkell.

Noch ist Ruman nicht da , wo er hinmöchte. "Jetzt, wo ich wieder schmerzfrei bin, ist es mein Ziel, mich in den nächsten Wochen wieder so in Form zu bringen, dass ich in der Wintervorbereitung vielleicht doch wieder eine Rolle im Profikader spielen kann", sagt er. Sollte Jörn Andersen jedoch bei seiner Einschätzung bleiben, dürfte Petr Ruman wohl einen Vereinswechsel zur Rückrunde anstreben. "Ich möchte in Mainz bleiben", sagt der Tscheche, "hier fühle ich mich wohl. Aber wenn es nicht möglich sein sollte, will ich wenigstens fit genug für einen anderen Klub werden." (Peter H. Eisenhuth)

RZO


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