IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt

Merkel nimmt Druck von Opel

Berlin - Der Druck auf den Autobauer Opel dürfte sich nach dem Krisentreffen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel etwas entspannen.

Die Bundesregierung will bis Weihnachten über die von Opel erbetene Milliarden-Bürgschaft entscheiden.

Damit bestätigte sie indirekt die Darstellung von Opel, keine akuten Probleme zu haben. Merkel knüpfte mögliche Hilfen an Bedingungen. Es müsse unbedingt vermieden werden, dass Mittel aus Deutschland an den vom Aus bedrohten Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) in die USA fließen. Zudem müsse Opel weitere Informationen und Zahlen vorlegen.

Opel betont, die Bürgschaft nur für den Fall einer Insolvenz der US-Konzernmutter zu brauchen. Der deutsche Autobauer habe «kein kurzfristiges Liquiditätsproblem».

Nach Einschätzung von Experten wären bei einem Aus von Opel neben den knapp 25 700 Arbeitsplätzen bei dem Autohersteller mindestens 50 000 weitere Jobs bei Zulieferern bedroht.

Mit Blick auf mögliche Forderungen von anderen Autokonzernen oder aus anderen Branchen betonte Merkel nach dem Treffen mit der Opel-Spitze am Montag, Opel sei ein «Ausnahmefall». In der Diskussion der vergangenen Tage hatte es Befürchtungen gegeben, Hilfen an den Autobauer könnten eine Flut von Anfragen lostreten.

Um den Fall Opel entwickelt sich auch immer mehr eine Grundsatz- Diskussion über die Unterstützung für die Autoindustrie und andere Branchen in der sich ausbreitenden Rezession.

Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der luxemburgische Ministerpräsident Jean Claude Juncker, schlug vor, ein Rettungskonzept für die Autoindustrie auf europäischer Ebene zu vereinbaren. Wenn die US-Regierung mit Milliarden von Dollar Ford, GM und Chrysler vor der Pleite rettet, «dann können wir nicht einfach zusehen und unsere Hersteller in Europa alleinlassen», sagte er der «Bild»-Zeitung vom Dienstag.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte dazu: «Marode Unternehmen können auch am Tropf des Staates nicht auf Dauer überleben. Opel ist nach meinen Informationen nicht marode.» Der SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier hatte sich am Montag mit Betriebsräten deutscher Autokonzerne getroffen.

Am Dienstag wollen Vertreter des Bundes und der vier Bundesländer, in denen Opel Werke hat, über die Bürgschaften sprechen. Es geht um Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen.

dpa-infocom