Paten kümmern sich um Zoo-Tiere
Rheinland-Pfalz Immer mehr Menschen engagieren sich finanziell für einzelne Tiere in den Tierparks im Land und übernehmen eine Patenschaft. Die Zoos freuen sich: Dieses Engagement spart ihnen Kosten.
Leopard, Yak oder Hängebauchschwein: Die Zoos in Rheinland-Pfalz bemühen sich erfolgreich um Patenschaften für ihre Tiere. Das bringt Geld in die knappen Kassen und macht den Tierpark bekannt, etwa wenn ein Promi als Patenonkel gewonnen wird. Tierpaten können aber auch Privatleute, Schulklassen, Vereine oder Firmen sein.
So ist es etwa im Neuwieder Zoo. Er bietet seinen Besuchern seit etwa zehn Jahren die Möglichkeit, sich mit 25 bis 2500 Euro pro Jahr an den Haltungs- und Pflegekosten ihrer Lieblingstiere zu beteiligen, sagt der stellvertretende Zoodirektor Mirko Thiel. Die Spender erhalten als Gegenleistung eine Urkunde und werden auf einer großen Patentafel im Zoo verewigt. Den meisten genügt jedoch die Freude an den Tieren. "Viele Leute stehen etwa vor dem Gehege der Pinguine und sagen: Guck mal, den Fisch, den der schluckt, hab ich gespendet", so Thiel.
Rund 40 Paten unterstützen die Tiere im Zoo Kaiserslautern. Der ehemalige Oberbürgermeister Bernhard Deubig (CDU) etwa sorgt dort für ein Känguru, ebenso wie Stadtverwaltungsdirektor Erwin Saile. "Wir sind auch am FCK dran, aber das haben wir noch nicht geschafft", sagt Zoo-Mitarbeiterin Karin Haselbach. Die Motive für eine Tierpatenschaft seien vielfältig. Sie reichten von der Verbundenheit mit dem Zoo oder einer außergewöhnlichen Geschenkidee bis zur Liebe zu exotischen Tieren und deren Artenschutz. Das Angebot im Kaiserslauterer Zoo ist groß: Es reicht von 25 Euro für die Zwergmaus bis hin zu 2500 Euro für einen Tiger. "Die Einnahmen sind ganz, ganz wichtig für uns", sagt Haselbach.
Im Zoo Landau haben etwa 160 der rund 600 Tiere einen Paten. Dieser zahlt pro Jahr nach Angaben von Zoo-Chef Jens-Ove Heckel zwischen 20 und 5000 Euro, je nach Tier. Das Geld kommt aber nicht nur dem jeweiligen Tier zugute, sondern fließt in die allgemeine Kasse des Zoos. "Das sagen wir den Paten aber auch." Nicht jedes Tier hat es gleich einfach, Paten zu finden. "Wir haben keinen einzigen Gnu-Paten, aber dafür sechs oder sieben Zebra-Paten", sagt Heckel.
Tierpatenschaften liegen auch im Zoo Worms im Trend. "Wenn Jungtiere kommen, ist meist schon ein Pate da", sagt die Sprecherin des Tiergartens, Katharina Lang. 84 Paten unterstützen die Zooeinwohner, weitere befinden sich auf Wartelisten. "Unsere Paten sind uns sehr wichtig. Sie helfen uns seit Jahren bei der Finanzierung von besonderen Extras für unsere Tiere, aber auch beim Bau und der Einrichtung von Tiergehegen", so der Geschäftsführer des Freundeskreises Tiergarten Worms, Jochen Schwartner.
Im Eifelpark Gondorf will man auch Tier-Patenschaften einführen. "Wir hatten das bisher noch nicht, weil wir wenig Jungtiere haben", sagte eine Sprecherin des Parks bei Bitburg. Geeigneter Zeitpunkt für eine erste Patenschaft sei vielleicht, wenn die Bären Nachwuchs bekommen. Die Parkleitung hofft auf nächstes Jahr. In der Anlage tummeln sich insgesamt rund 100 Tiere.
Auch im Wildpark Bad Marienberg im Oberwesterwald gibt es Tierpatenschaften. Die Paten zahlen meist einen Jahresbetrag, den sie selbst festlegen, meistens um die 200 Euro - ist aber von den Tieren abhängig. Das Geld wird für Futter ausgegeben. Der Förderverein überlegt derzeit, wie er die Tierpaten ausschildert - auf Schild, Stein oder Platte.
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