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Mainz 05

Borja sammelt kräftig Pluspunkte

Mainz Die Darbietungen des FSV Mainz 05 im eigenen Stadion als Heimkomplex zu bezeichnen, wäre sicherlich zu hoch gegriffen.

Doch beim Tabellenführer läuft es zu Hause einfach nicht rund. Auffällig dabei ist die stark abfallende Formkurve von Aristide Bancé.

Jörn Andersen wollte sich nach dem 2:2 (0:1) gegen den FC St. Pauli partout keinen Heimkomplex einreden lassen. Diese Definition der Leistungen des FSV Mainz 05 am heimischen Bruchweg wäre wohl auch nicht ganz treffend angesichts der Bilanz des Tabellenführers der Zweiten Liga. 28 Punkte haben die Mainzer nach 14 Spieltagen auf dem Konto. Immerhin drei mehr als zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison.

Zwölf dieser Zähler haben die Mainzer davon zu Hause geholt - drei Siege, drei Unentschieden, eine Niederlage. Die Quote dürfte ruhig besser sein. Gegen die Hamburger fehlte jedoch praktisch nur eine Minute Spielzeit, und es waren einige vergebene Großchancen zu viel, sonst hätte die Statistik schon freundlicher ausgesehen. Dennoch: Die Partie gegen den Tabellensiebten zeigte erneut auf, dass Andersens Team zu Hause nicht richtig rund läuft, die Souveränität eines Tabellenführers phasenweise komplett abgeht. Die 05er schaffen es seit geraumer Zeit nicht, ihre den meisten Gegnern überlegene fußballerische Qualität in entsprechende Ergebnisse umzumünzen.

Das jüngste Heimspiel bot zum wiederholten Male perfekten Anschauungsunterricht dafür, dass ein gut aufgestellter Gast den Mainzern weh tun kann, trotz dessen individueller Unterlegenheit auf diversen Positionen. Das eigene Konzept kommt nur spärlich zum Tragen, das, was dem Spitzenreiter auswärts gelingt, den Gegner früh zu attackieren, mit hohem Laufaufwand und technischer Stärke im Kollektiv zu Fehlern zu zwingen, fruchtet zu Hause zu selten.

Diese Probleme lassen sich zum Teil personifizieren. Beispiel Aristide Bancé. Der Angreifer hat nach seinem fulminanten Start seit dem 29. August im eigenen Stadion kein Ligator mehr erzielt. Bancé gelangen danach zwar entscheidende Treffer auswärts, aber seit dem 4:2 gegen den VfL Osnabrück läuft es am Bruchweg schlecht für den Mittelstürmer.

Gegen St. Pauli bemühte sich der Mann aus Burkina Faso zwar, doch das abhanden gekommene Selbstvertrauen fällt auf. Bancé verzettelte sich oft im Versuch, das Besondere zu leisten, spielte zu spät ab. Und auch die Ballbehauptung mit dem Rücken zum Tor, vor geraumer Zeit noch das große Plus des Hünen, funktioniert nicht mehr wie gewünscht.

"Ich stelle schon fest, das Aristide seltener zum Abschluss kommt", sagt der Trainer. "Ich glaube, dass er sehr stark abhängig ist von seiner Torquote. Er hat jetzt drei, vier Spiele nicht getroffen, das geht ihm verstärkt an die Nerven." Andersen, der die Psyche eines Torjägers beurteilen kann, will sich in den kommenden Tagen intensiv mit seinem Stürmer beschäftigen, versuchen, Bancé aufzubauen und neues Selbstvertrauen einzuimpfen. "Er tut sich zu Hause im Moment schwerer als auswärts und bekommt auch weniger Chancen als auf fremden Plätzen", weiß Andersen.

Nun spielt der Afrikaner seine erste richtige Saison als Leistungsträger in einem Spitzenteam und ist mit seinen gerade mal 24 Jahren noch längst nicht auf der Höhe seiner Entwicklung. Aber der 05-Trainer muss natürlich auf die Tagesform achten. Felix Borja, in dieser Vorrunde meist auf die Bank verbannt, präsentierte sich taufrisch und meldete nach der Einwechslung mit seinen beiden Treffern verstärkt Ansprüche an.

Anschließend ließ der Ecuadorianer alle Welt an seiner Unzufriedenheit teilhaben, verweigerte jeglichen Kommentar, stolzierte angefressen in die Kabine. Sicherlich auch eine bewusst gesetzte Geste, für die Andersen Verständnis zeigt. Klar, dass Borja unzufrieden sei mit seiner Situation. "Felix hat der Mannschaft nun sehr geholfen", betont der 45-Jährige. "Er war da, als wir ihn dringend gebraucht haben. So stelle ich mir das vor." Auf die Frage, ob der Trainer an dem Torjäger vorbei komme am Montag in Frankfurt, antwortet Andersen: "Felix hat viele Pluspunkte gesammelt."

Ganz im Gegenteil zum zweiten 05-Südamerikaner. Elkin Sotos Auftritt war ein herber Rückschritt für den Kolumbianer. "Er hat Sachen gemacht, die wir von ihm nicht gewohnt sind", sagt der Trainer. "So, wie dieser Rückpass in den Lauf des Pauli-Stürmers." Soto müsse sich nun unbedingt zurückarbeiten, seine Form finden. "Er muss Gas geben. Wir brauchen ihn auf dieser Position. Elkin ist sehr wichtig für uns." Auch wenn Andersen den 29-Jährigen nicht als den klassischen linken Mittelfeldspieler sieht. Soto hat aber in der Vergangenheit bewiesen, dass sein Möglichkeiten auf links zu groß sind, um nur eine Notlösung zu sein. (Jörg Schneider)

RZO


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