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Viele Jobs im Umweltschutz - Fachkräfte gesucht

Düsseldorf/Berlin Der Umweltschutz ist längst ein riesiger Arbeitsmarkt.

Mehrere Hunderttausend Menschen sind in Deutschland in qualifizierten Berufen dieser Branche tätig.

Kein Energieanbieter, kein Unternehmen des Versorgungs- und Entsorgungssektors, kein Bauherr und kein Produktionsbetrieb kann auf diese Fachleute verzichten.

Dazu gehören Arbeitskräfte in den Bereichen Wasser, Abwasser und Müll. Bis vor rund sechs Jahren gab es hier den Beruf des Ver- und Entsorgers. Inzwischen sind die Aufgaben so kompliziert geworden, dass daraus vier spezialisierte Fachrichtungen wurden: Versorgungstechnik, Abwassertechnik, Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie Rohr-, Kanal- und Industrieservice. Moderne Technologien und weit gefasste Rechtsvorschriften - häufig nach europäischen Vorgaben - bestimmen die Tätigkeiten. Knapp 1000 Auszubildende haben sich für diese Berufsgruppe entschieden, etwa 40 Prozent sehen ihre Zukunft im Öffentlichen Dienst.

Die Versorgung mit dem Lebens- und Gebrauchsmittel Wasser ist ein typisches Arbeitsgebiet, auf dem Umweltschutz höchste Bedeutung hat. «Leitungen müssen nach entsprechenden Vorgaben verlegt und gepflegt, die Qualität muss regelmäßig überwacht werden», erläutert Mike Braune, der als Fachkraft für Wasserversorgungstechnik in Berlin arbeitet und mit seinen Kollegen die Versorgung mit Trinkwasser in der Hauptstadt sichert.

Ein anderer großer Sektor ist die Entsorgungswirtschaft. «Mehr als 250 000 Beschäftigte zählt die Branche, davon arbeiten 160 000 in Privatfirmen», erläutert Karsten Hintzmann vom Bund der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) in Düsseldorf. «Sie tragen auch sehr viel zum Umwelt- und Klimaschutz bei.»

Der Einstieg in diesen Beruf kann über eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft oder Abwassertechnik erfolgen. In Theorie und Praxis erfahren die Lehrlinge, dass Entsorgung auch Rohstoffgewinnung bedeutet. Altpapier findet ein Recycling in Papierfabriken, Restmüll wird zu Brennstoff, und entsorgte Kunststoffe liefern Material für neue Produkte.

Die Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice muss sich in ihrer Arbeit noch einmal spezialisieren. Im Rohr- und Kanalservice steht die Pflege der Abwasserkanäle im Mittelpunkt. «Wenn ich das unterirdische System überwache, muss ich nicht unbedingt in Kanäle steigen, das übernehmen moderne Kameras für mich», erzählt der Geselle Harry Werner in Hamburg. Im Bereich Industrieservice geht es um die Wartung und Reinigung von Rohrnetzen, Tanks und Pumpanlagen. «Manchmal sind die Arbeiten ganz schön ekelig, aber man gewöhnt sich daran.»

Werner und Braune haben eine dreijährige Ausbildung absolviert und die Gesellenprüfung abgelegt. Ihre Karriere sehen sie noch nicht am Ende: Beiden wollen eines Tages einen Abschluss als Staatlich geprüfter Techniker. Dazu müssen sie eine Fachschule besuchen. «Gute Leute sind sehr gefragt», betont Hintzmann. Arbeitgeber sind privatwirtschaftliche Unternehmen sowie der Bund und die Gemeinden.

Als schulische Voraussetzungen für eine Einstellung verlangen die Ausbildungsbetriebe neben körperlicher Fitness mindestens einen qualifizierten Hauptschulabschluss, viele Mittlere Reife. Gute Noten sind in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik gefragt. «Naturwissenschaftliche und technische Interessen müssen vorhanden sein, sonst wird die Ausbildung zur Qual», sagt Marion Krampe vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.

Ehe im zweiten Teil der Ausbildung die jeweilige Spezialisierung erfolgt, stehen die ersten 15 Monate gemeinsame Kernqualifikationen auf dem Lehrplan: Ökologische Kreisläufe, Umweltschutztechnik, Hygiene. Nach drei Jahren Ausbildung kann die Gesellenprüfung abgelegt werden.

Informationen: Bundesinstitut für Berufsbildung, Robert-Schumann-Platz 3, 53175 Bonn, Marion Krampe (E-Mail: krampe@bibb.de). Vor der Ausbildung Praktikum machen Die Vergütungen während der Ausbildung in der Ver- und Entsorgungsbranche liegen beispielsweise in Kommunen zwischen 687 Euro im ersten und 780 Euro im dritten Jahr. Die Verdienstmöglichkeiten für Berufsanfänger bewegen sich zwischen 1800 und etwa 2050 Euro monatlich. Auf Technikerebene lassen sich mehr als 2500 Euro verdienen. Weiterbildung wird in der Branche unbedingt empfohlen. Für Facharbeiter ist bei entsprechendem Engagement der Weg bis zum Ingenieur frei. Ob die Ausbildung das ist, was der Betreffende möchte, sollte aber nicht dem Zufall überlassen werden: «Ich empfehle auf jeden Fall vor einer Entscheidung ein Praktikum. Nur so kann man feststellen, ob man für die Arbeit geeignet ist», rät Marion Krampe vom Bundesinstitut für Berufsbildung. Von Horst Heinz Grimm, dpa

dpa-infocom


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