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Partnersuche zwischen Buchen und Eichen

Eberswalde (dpa) ­ Wer einen Partner sucht, konnte bislang neben dem Klassiker Zeitungsannonce zwischen rund 2500 Singlebörsen und Flirtportalen, Flirt-Hotlines oder auch Single-Partys wählen.

Drei Studentinnen aus Eberswalde (Barnim) wollen Suchenden jetzt auch in einem ganz natürlichen Umfeld bei der Partnersuche helfen. Julia Kaiser, Julia Schrepel und Alexandra Wolf bieten Waldführungen für Singles an. Während der kostenlosen Wanderungen können die Teilnehmer ihre Wahrnehmung für Eiche & Co. schärfen und sich in entspannter Atmosphäre untereinander kennenlernen. Die erste Führung hat das Studentinnen-Trio bereits im Sommer veranstaltet.

«Von der großen Resonanz waren wir überrascht. Etwa 30 Teilnehmer waren dabei», sagt Julia Schrepel. «Zu der Gruppe gehört der ältere Herr, der sonst nur mit seinem Hund spazieren geht, aber jetzt über seinen Schatten sprang ebenso wie die Frau, die schon einen ganzen Roman über die Partnersuche schreiben kann.» Ein entspannter Nachmittag ohne peinliche Situationen sollte es werden. Das Konzept ging auf. Schon die Begrüßung verlief ungezwungen: «Alle stellten sich sofort mit Vornamen vor und fingen an, sich offen und locker zu unterhalten», erinnert sich Julia Kaiser. Zunächst lernten sich die Teilnehmer bei einem Ratespiel näher kennen. Dann wurden beim Riechen und Befühlen von Zweigen die Sinne aktiviert, die Unterschiede von Nadel- und Laubbäumen diskutiert und Totholz untersucht. Mit einer meditativen Übung endete die Wanderung. Bei Saft und Kuchen bestand hinterher die Möglichkeit, Gespräche fortzuführen.

Die Idee für die Partnersuche im Grünen war in einem Seminar zur Umweltbildung an der Fachhochschule Eberswalde entstanden. Dabei ging es um die Planung von Waldführungen für verschiedene Zielgruppen und die spielerische Einbeziehung der Teilnehmer. «Ich dachte mir: Dabei können sich Menschen doch wunderbar kennenlernen», erinnert sich Julia Schrepel.

Auch Birgit Adam, Autorin des Verbraucherzentralen-Ratgebers «Gesucht: Neue Liebe. Partnervermittlungen auf dem Prüfstand» hält die Idee für sinnvoll: «Es gibt Single-Kochkurse und Single-Reisen. Warum nicht auch Waldführungen?» Sie seine eine gute Gelegenheit, Menschen mit gleichen Interessen zu treffen. Bei der ersten Führung konnten die Studentinnen noch keine offenkundigen Erfolgserlebnisse verbuchen: «Die Leute sind nicht Händchen haltend nach Hause gegangen. Aber in Eberswalde trifft man sich ja immer mal wieder», sagt Julia Kaiser.

Dass die Drei mit ihrer Idee grundsätzlich den Geschmack der Teilnehmer getroffen haben, zeigt die Auswertung ausgegebener Fragebögen: Dort heißt es unter anderem: «Danke!» und «Kein Zwang, kein peinliches Gefühl, unbedingt wiederholen.» Eine Wiederholung wünscht sich auch Maria Schwarz (Name geändert): «Ich liebe den Wald und war froh, unter Leute zu kommen», sagt die 67-jährige Witwe, die ihr Glück bereits erfolglos mit Zeitungsannoncen versucht hatte. Beim nächsten Mal ist sie wieder dabei. Die zweite Waldführung für Singles startet am 15. November. Treffpunkt ist um 13.00 Uhr der Parkplatz am Waldcampus der Fachhochschule Eberswalde in der Alfred-Möller-Straße 1. Auch im Winter geht es weiter. «Dann gibt es schließlich auch viel zu entdecken, zum Beispiel Tierspuren im Schnee», sagt Julia Kaiser. Von Anja Sokolow, dpa

dpa-infocom