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An die Nadeln - Stricken liegt wieder im Trend

Leipzig Das neue Medium hat ein altes Hobby wiederbelebt: Stricken.

Über Maschenprobleme wird sich jetzt virtuell ausgetauscht. In Blogs und Foren geht es am Computer um Muster und Maschen.

Das Internet ist inzwischen auch zum Marktplatz für den Kauf von Wolle und Garnen geworden. Seit 30 Jahren schon verkauft Gabriele Waberseck aus Stade in Niedersachsen Hand- und Maschinenstrickgarne, mittlerweile hauptsächlich im Internet. «Viele wollen Qualitätsware, aber zu günstigen Preisen. Im Netz haben sie die Möglichkeit des Vergleichs. Dabei spielt es aber keine Rolle, wo der Händler sitzt», erklärt sie die Vorteile des Internets gegenüber dem Wollladen um die Ecke. Auch das Stricken selbst hat sich laut Waberseck verändert. Vor allem bei jungen Frauen ist es wieder in Mode.

«Wir wissen aus den Berichten der Fachhändler, dass sich vor allem junge, modebewusste Frauen zwischen 14 und 30 neu für das Stricken interessieren», sagt Angela Probst-Bajak vom Branchenverband «Initiative Handarbeit», der alle führenden Handarbeitshersteller in Deutschland vereint. Laut Angaben des Verbandes beläuft sich allein der Markt für Handstrickgarne auf rund 250 Millionen Euro jährlich.

Was veranlasst junge Frauen , über Nadelstärke, Wollsorte und Strickmuster nachzudenken? «Es macht mir Spass», erklärt Patricia Schönhold ihre Motivation. Die 19-Jährige strickt seit einem Jahr fast täglich, manchmal sogar bis zu sechs Stunden. Gelernt hat sie es schon mit zwölf, dann jahrelang aber nicht mehr zu den Nadeln gegriffen. Die Veröffentlichung des letzten «Harry Potter»-Bandes 2007 änderte das. «Im Internet entdeckte ich eine Strickanleitung für einen Pullover, der im Buch von einer der Hauptfiguren getragen wird. Und ich probierte es», sagt sie. «Das Ergebnis war eher mäßig, das war mein Ansporn, weiter zu machen.»

Durch das Internet erlebt der Stricktreff von nebenan ebenfalls eine Renaissance, so in Leipzig. Im Mai vergangenen Jahres öffnete hier das «Kreativ- und Strickcafé». «Der Gedanke für das Café entstand durch den Kontakt zu anderen Leipzigerinnen über Strickblogs und -foren», erzählt Christine Manitz, eine der Initiatorinnen. Hier geht es nun nicht nur um «Maschen»-Probleme, sondern auch um alltägliche Fragen. «Im Laufe der Zeit baut man wirkliche Freundschaften auf», erzählt Sandy Ruwoldt. Die zweifache Mutter ist wie die meisten der 22 Mitglieder mindesten einmal pro Woche im Café. Willkommen sind alle Interessierten - auch die, die noch nie im Leben gestrickt haben.

Angekommen sind Strickwaren auch wieder in der Mode und auf den Laufstegen. «Bereits seit einiger Zeit sind in allen Kollektionen und in den Boutiquen viel Handgestricktes zu sehen», sagt Elke Giese, Ressortleiterin Fashion und Interior beim Deutschen Modeinstitut in Köln. Sie sieht darin vor allem das gestiegene Bedürfnis nach Komfort und Bequemlichkeit. Strick sei dazu authentisch und handgemacht. «Viele Käufer wollen heute wissen, woher ihre Sachen kommen», erklärt sie.

Rund ums Stricken: www.initiative-handarbeit.de Von Anika Heber, dpa

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