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Ernährung

Schokolade, Kunst und nackte Beine - «Salon du Chocolat»

Paris Krise? Rezession? Der Mann hinter dem Berg von dunkelbrauner, süß duftender Kakaomasse schüttelt freundlich, aber bestimmt den Kopf.

«Schokolade ist ein Medikament. Ein Anti-Depressivum», sagt Chocolatier Alain Kretz.

«Die Leute können sich vielleicht kein Auto und kein Haus mehr kaufen. Schokolade kann man sich immer leisten.» Den Optimismus teilt Kretz mit den meisten seiner Kollegen, die seit diesem Mittwoch (29.10.) bei der weltgrößten Schokoladenmesse in Paris Trends und Traditionelles präsentieren. Der Besucherandrang und auch die Statistik geben den Vertretern des süßen Gewerbes recht. In Deutschland liegt der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Schokolade mittlerweile bei 10,5 Kilogramm - knapp hinter Belgien mit 10,7 Kilogramm pro Jahr. Tendenz steigend.

Während die Fachbesucher in Paris nach vielversprechenden Trends wie zuckerfreier Schokolade Ausschau halten, macht das breite Publikum vor allem an den Ständen mit Kostproben und Showeinlagen halt. Auf den Tellern warten ausgefallene Kreationen wie Lavendel- oder Leinsaatschokolade. Models präsentieren verführerische Designer-Roben aus dem süßen Naschwerk. Aus meterhohen Schokoladenblöcken formen Bildhauer Frauenbüsten. Vertreter der Kosmetikindustrie versuchen, Kakaobutter als Wundermittel für die Haut zu verkaufen. Passend dazu gibt es ein neues Anti-Stress-Duschgel - natürlich duftet es nach Schokolade.

Besucher, die keine Scheu haben , nackte Haut zu zeigen, können sich im «Salon du Chocolat» sogar ihre Beinhaare entfernen lassen. Auch das geht mittlerweile mit Schokolade. «Tut überhaupt nicht weh. Besser als jede herkömmliche Epilation», sagt Elodie Maréchal. Trotz der Blicke neugieriger Passanten hat sie das schokoladige Wachs einer französischen Firma ausprobiert.

Geld scheint für viele Fans der süßen Versuchung Nebensache zu sein. Trotz eines Eintrittspreises von zwölf Euro drängen sie sich bereits am Mittag vor den Ständen in der 14 000 Quadratmeter großen Messehalle. Einige Naschkatzen können selbst bei 100-Gramm-Preisen von acht Euro nicht widerstehen. «Das ist die Faszination Schokolade», sagt der Schweizer Schokoladenhändler Peter Gross.

Im kommenden Jahr wird der «Salon du Chocalat» unter anderem in Japan gastieren. Dort gibt es in Sachen Schokolade noch einiges nachzuholen. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei nur 2,2 Kilogramm pro Jahr. Wo die Sucht anfängt, ist umstritten. Einer französischen Umfrage zufolge bezeichnen sich 33 Prozent der Frauen als verrückt nach Schokolade. Mehr als jede Zehnte spricht der süßen Versuchung sogar eine positive Wirkung auf Herz und Libido zu. Von Ansgar Haase, dpa

dpa-infocom