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«Inchies» könnten der neue Basteltrend werden

Dortmund/Konstanz Sie sind aus Papier oder Stoff, sie sind farbig bemalt oder mit filigranen Zeichnungen versehen.

Manche der kleinen Quadrate bekommen Knöpfe aufgenäht oder sind mit Perlen bestickt.

Und selbst mit Fotos und Muscheln lassen sie sich bekleben: Wer einmal mit dem Gestalten von «Inchies» angefangen hat, darf seiner Kreativität freien Lauf lassen. Regeln gibt es außer der festgelegten Größe nicht: Die Kantenlänge muss 2,54 Zentimeter betragen - also ein Inch. Und sie könnten der neue Basteltrend werden.

Auf der Messe Creativa in Dortmund, einer Ausstellung für kreatives Gestalten, wurden die Quadrate in diesem Jahr als neuer Basteltrend präsentiert: «Inchies heißt die neue Sammelleidenschaft», schreiben die Messe-Veranstalter zum Beispiel auf der Internetseite. Peggy Donda-Kobert, Buchhändlerin und Bastel-Expertin aus Konstanz, bot Kurse zum Thema an, und die 160 Plätze waren schnell vergeben: «Ich war wahnsinnig überrascht, dass das Thema so eine Resonanz hatte. Alle Kurse waren ausgebucht.»

Laut der Bastel-Expertin faszinieren Inchies, weil sie so klein sind und trotzdem alle Techniken zulassen: «Sie haben da alle Freiheiten der Welt.» Und gerade die geringe Größe fordere Bastel-Fans heraus. Materialien brauchen nicht unbedingt gekauft werden: «Inchies zu basteln ist besonders günstig, weil man Reste verwenden kann», sagt Autorin Inge Walz aus Münsingen (Baden-Württemberg), die den Titel «Inchies - Kreativ im Quadrat» verfasst hat. So können Stoffreste, Knöpfe, Blätter, Muscheln oder Fotos als Inchie-Schmuck dienen.

Bevor die kleinen Quadrate auch in Deutschland das Interesse von Bastlern weckten, gab es sie schon in Neuseeland und Australien, so Donda-Kobert. In verschiedenen Blogs im Internet seien die Inchies dann Bastel-Freunden - so auch ihr selbst - aufgefallen. Nach wie vor finde der Austausch vor allem im Internet statt. Mittlerweile gebe es unzählige Gruppen, die sich online organisieren und Inchies nicht nur selbst kreieren, sondern auch den anderen Foren-Mitgliedern zeigen und mit ihnen diskutieren.

Die Internet-Communitys sind vor allem hilfreich, «wenn einem selbst die Gedanken und Ideen ausgehen», sagt die Bastlerin. Und beliebt seien vor allem sogenannte Inchie-Swaps im Netz. Dabei wird ein Thema ausgewählt und als Aufgabe gestellt, zum Beispiel «Strand» oder «Herbst». Die Ergebnisse werden öffentlich präsentiert, gegenseitig bewertet und getauscht.

Es muss aber nicht zwangsläufig ums Wetteifern gehen - vor allem sollen die kleinen Quadrate Schmuck sein. Und Verwendungsmöglichkeiten gibt es viele: «Einige erstellen ganze Bilderrahmen mit mehreren Inchies zu einem Thema», sagt Inge Walz. Diese ergeben dann ein Gesamtbild. So hat die Expertin beispielsweise eine Ahnengalerie mit einzelnen Fotos auf Inchies gebastelt. Auch als Handy-Anhänger, Kartendekoration, Türschild oder Lesezeichen eignen sich Inchies laut Walz gut.

Als Trend können Inchies bisher aber wohl noch nicht bezeichnet werden. Zwar gibt es eine Handvoll Seiten im Internet und auch erste Bastelbücher. Aber längst nicht jeder weiß, wovon die Rede ist, wenn im Laden jemand nach den kleinen Quadraten fragt. Tanja Vasovic, Mitarbeiterin im Bastelfachhandel «Idee Creativmarkt» in Essen, hat zum Beispiel nur von den Inchies gehört. «Der große Boom, so wie er im Internet kursiert, ist bei uns noch nicht angekommen.» Allerdings glaubt sie, dass das noch kommt: «Bei den Kunden, die viel basteln und gern kleine Frickeleien machen, kann ich mir das gut vorstellen.»

Literatur: Inge Walz, «Inchies - Kreativ im Quadrat», Frech Verlag, ISBN-13: 978-3-7724-3726-7, 7,50 Euro Inchies im Münzalbum aufbewahren Bevor sie zum Beispiel in eine größere Zusammenstellung eingearbeitet werden, lassen sich Inchies gut in Münzalben aufbewahren. «Das ist, wie kleine Pralinen zu sammeln», sagt Bastel-Expertin Peggy Donda-Kobert aus Konstanz. Statt der Münze kommt in die kleinen Täschchen dann ein Inchie - sie passen in die Hüllen genau hinein. Von Janne Terfrüchte, dpa

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