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Architektur

Francesco Stella baut Berliner Stadtschloss

Berlin Ein Italiener baut das Berliner Stadtschloss der Hohenzollern mit Barockfassaden und Kuppel wieder auf.

Die Jury aus Architekten und Politikern hat sich einstimmig für Francesco Stella aus Vicenza (Italien) entschieden, der als Architekt als Franco Stella bekannt ist.

Dem 65-Jährigen Schüler des italienischen Star-Architekten Aldo Rossi werde das Jahrhundertprojekt «Humboldt-Forum» in der deutschen Hauptstadt anvertraut, teilten Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Freitag in Berlin mit. Bei der Entscheidung gab es nach dpa-Informationen sogar einhelligen Beifall in der Jury und eine nahezu «euphorische Stimmung», wie Beobachter berichteten. Für Berlin sei es das wichtigste kulturelle Bauprojekt nach dem Zweiten Weltkrieg, sagte Kulturstaatssekretär André Schmitz.

Neben der Vorgabe des Bundestages, an drei Seiten des künftigen Humboldt-Forums die barocken Schlossfassaden zu rekonstruieren, war den Architekten des Wettbewerbs die Gestaltung der zur Spreeseite liegenden Ostfassade freigestellt. Stella legte dafür den Entwurf einer Loggia vor, die als Kassettenfassade mit einer Galerie zum Promenieren einladen soll. Dies sei auch eine Reverenz an den DDR-Palast der Republik, wie der Juryvorsitzende Vittorio Lampugnani sagte. Die Reste der Palastruine verschwinden in diesen Tagen.

Tiefensee sprach in diesem Zusammenhang von einem «für das Volk begehbaren Belvedere». Der Entwurf berücksichtigt laut Lampugnani auch die vielfältigen Funktionen des Humboldt-Forums mit den außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, wissenschaftlichen Sammlungen sowie Bibliotheken und Räumen für unterschiedlichste Veranstaltungen.

Stella, den die Nachricht in seiner Heimtatstadt Vicenza im norditalienischen Venetien erreichte, reagierte «sehr, sehr zufrieden». Man müsse bei dem Projekt vor allem auch «die Geschichte wiederfinden», sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er sieht sich selbst als «klassisch-moderner Rationalist».

Tiefensee zeigte sich hocherfreut über die Entscheidung. Auch der Initiator des Schlossprojekts, Wilhelm von Boddien, ist «überglücklich». «Klasse!» rief er am Freitag aus. Der Entwurf erfülle alle städtebaulichen Voraussetzungen. Sein Förderverein ruft weiterhin zu Spenden für das Projekt auf.

Neumann würdigte den Siegerentwurf als «schlüssiges und tragfähiges Gesamtkonzept». Er besteche durch «eine kluge architektonische Verknüpfung von Alt und Neu, von moderner Nutzung und der Rekonstruktion des ehemaligen Schlosses». Der 1. Preis werde in optimaler Weise dem Beschluss des Deutschen Bundestages gerecht. Das Parlament hatte bereits 2002 den Wiederaufbau des Schlosses mit den Originalfassaden beschlossen.

Das Gebäude soll drei der vier Barockfassaden des einstigen Hohenzollern-Schlosses erhalten und von 2010 bis 2013 für 552 Millionen Euro (einschließlich Erstausstattung) errichtet werden. Davon trägt der Bund 440 Millionen und das Land Berlin 32 Millionen Euro. Der private Förderverein will 80 Millionen Euro Spenden sammeln. 2014 soll laut Tiefensee das Humboldt-Forum eingerichtet werden. Das um 1700 von Andreas Schlüter erbaute Stadtschloss war über Jahrhunderte Residenz der Preußen-Könige. 1950 wurde die im Krieg schwer beschädigte Ruine vom SED-Regime gesprengt.

Mit dem Neubau erhält die Berliner Mitte nach jahrelangen Debatten und nach dem Abriss des Palastes der Republik wieder ihr städtebauliches Herzstück zurück. Für die letzte Runde des Wettbewerbs hatten sich 30 Architekturbüros qualifiziert. Der Bundestag muss jetzt über die weiteren konkreten Entwicklungsphasen des Projekts und die einzelnen Finanzierungsschritte entscheiden. Die Entwürfe aus dem Architektenwettbewerb sind ab 3. Dezember in einer Ausstellung im Kronprinzenpalais Unter den Linden zu sehen. Von Esteban Engel, dpa

dpa-infocom