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Uni Münster eröffnet Studien-Praxis für Studenten

Münster Medizinstudenten der Universität Münster können künftig ihr theoretisches Wissen in einer Hausarzt-Praxis mit schauspielernden Patienten unter realen Bedingungen erproben.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) eröffnete Mitte November die sogenannte Studien-Praxis samt Wartezimmer, Behandlungsräumen - und ungeduldigen Patienten. Vor rund einem Jahr hatte die Universität bereits ein detailgetreues Studien-Hospital für Simulanten eingerichtet.

Ziel sei es, praktisches Wissen in typischen stationären und ambulanten Arzt-Patienten-Situationen zu vermitteln. Solch einen typischen Fall - konkret von unbestimmten Rückenschmerzen - spielt Frank Levers. Der eher wortkarge 43-Jährige macht eine schnelle Diagnose nahezu unmöglich, und im Wartezimmer sitzen mehr als zehn weitere Patienten. Wie er wurden allen Schauspielern zuvor Legenden mit verschiedenen Krankheiten und Befindlichkeiten eingeimpft. Die angehende Ärztin Anna Bastl (24) stellt Frage um Frage nach Häufigkeit, Stärke der Schmerzen und Lebenswandel des fiktiven Patienten.

Mehr als ein Dutzend Fragen und ungenaue Antworten später kommt die Studentin im 10. Semester der Verdachtsdiagnose Prostatakrebs näher. «Ich würde den Patienten dann an einen Urologen überweisen», erklärt die junge Frau. Diesen Hausarzt-Job als Lotsin im Gesundheitswesen hat kurz zuvor Ministerin Schmidt als «zentrale Rolle» betont. Allgemeinmediziner seien die wichtigsten Ansprechpartner für Patienten, fachlich, aber auch mit Blick auf soziale Betreuung und eine eventuell später nötige Pflege - vor allem wegen der demografischen Entwicklung in der Gesellschaft. Das deutschlandweit einzigartige Modell in Münster solle daher Schule machen in der Medizinerausbildung, sagt Schmidt.

Dem stationären wie nun auch ambulanten Praxis-Modell der Münsteraner Ausbilder liegen Studien zugrunde, die für die klassischen Ausbildungsmethoden zum Teil ernüchternd sind. Bleiben bei klassischen Vorlesungen im Studium etwa rund fünf Prozent Wissen hängen, sind es beim Lernen in der Praxis bis zu 50 Prozent. Und: «Man würde ja auch keinen Piloten ohne die Ausbildung am Simulator an den Start schicken», fasst Studiendekan Bernhard Marschall die Bedeutung der praxisnahen Ausbildung zusammen.

Wie auch im 2007 eröffneten Studien-Hospital hat die Universität für ihr Vorhaben tief in die Tasche gegriffen - rund 400 000 Euro aus Landesmitteln und Sponsorengeld wurden investiert. Der für Studenten konzipierte Komplex soll bereits 2010 erneut erweitert werden. Künftige Ärzte sollen dann in einem Operationstrakt zu Skalpell und Tupfer greifen können - dann aber eher an Patienten-Puppen und nicht an Schauspielern. Von Juliane Albrecht, dpa

dpa-infocom


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