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Nur mit Business-Plan in die Selbstständigkeit

Hannover/München Was mit einer Geschäftsidee auf einem Bierdeckel beginnt, kann schon bald zu einer Existenzgründung werden.

Auf dem Weg dorthin ist aber einiges zu beachten - von der Finanzierung über die Umsatzplanung bis zur Rechtsform.

Auch ein schriftliches Konzept sollte jeder Unternehmer haben. Nach Ansicht von Mark Evers vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin sollten angehende Gründer drei Fragen mit Ja beantworten können: Habe ich eine gute Geschäftsidee? Kann ich diese Idee mit Zahlen ausdrücken? Bin ich bereit, mehr als 40 Stunden in der Woche zu arbeiten? Wer bei einer dieser Fragen zweifelt, sollte sich die Existenzgründung gründlich überlegen.

Alle anderen können an die Planung gehen. Dabei sollten Gründer ihr Konzept zunächst von Freunden und Familie bewerten lassen. In einem zweiten Schritt sei dann professionelle Hilfe wichtig, sagt Guido Langemann, Gründungsberater bei der Industrie- und Handelskammer Hannover. «Nach zwei Gläsern Rotwein sieht alles ganz positiv aus. Ein Experte von außen kann das Konzept nüchterner betrachten.» Hierfür kommen zum einen die für die Branche zuständigen Kammern infrage. Auch Berufsverbände und regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaften bieten Beratungen an.

Laut einer Studie der KfW-Förderbank in Frankfurt/Main handelt es sich bei der Mehrzahl der Existenzgründungen um kleine Firmen. Daher haben auch 86 Prozent der Gründer einen Finanzierungsbedarf von höchstens 25 000 Euro. Gibt es einen höheren Kapitalbedarf, muss meist eine Bank eingeschaltet werden.

Auch wenn es um das Beantragen von staatlichen Förderdarlehen geht, ist die Hausbank dafür zuständig, die Kreditwürdigkeit zu prüfen, sagt Gründungsberater Langemann. «Ich muss also der Bank mein Konzept präsentieren. Wenn die Bank überzeugt ist, kann sie für mich die Fördermittel beantragen.» Um diese Überzeugungsarbeit gegenüber dem Bankberater zu leisten, ist ein Business-Plan unverzichtbar. Er muss Auskunft über Qualifikation des Gründers, Geschäftskonzept sowie die zu erwartenden Kennzahlen des Unternehmens geben.

Existenzgründer müssen sich auch die Frage stellen, welche Rechtsform ihr künftiges Unternehmen haben soll: «In der überwiegenden Zahl der Fälle ist eine Personengesellschaft die richtige», sagt Langemann. Der Gründer tritt also als Einzelunternehmung auf oder - wenn er zusammen mit anderen in die Selbstständigkeit startet - als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Hier haften die Firmengründer aber mit ihrem Privatvermögen.

Da mag für viele eine neue Rechtsform verlockend sein - die sogenannte Unternehmergesellschaft, auch 1-Euro-GmbH genannt. Sie soll laut Bundesjustizministerium zum 1. November starten und verspricht eine Haftungsbeschränkung ohne die hohen Kosten einer herkömmlichen GmbH. Doch Experten raten einhellig davon ab: «Der Existenzgründer signalisiert seinen Gläubigern und der Bank, dass er einen Schutzschirm aufzieht, der ihn vor der persönlichen Haftung schützt», sagt Hartmut Drexel von der Handwerkskammer München und Oberbayern.

Die Banken sähen es lieber, wenn die Gründer bereit sind, für ihr Vorhaben einzustehen. Hinzu komme ein Image-Problem der Ein-Euro-GmbH: «Es ist jedem klar, dass der Gründer nicht genug Eigenkapital hatte, um eine richtige GmbH zu gründen, sagt Berater Langemann. Zahl der Existenzgründer auf Tiefstand Die Zahl der Existenzgründer in Deutschland geht immer weiter zurück. Nach einer Studie der Förderbank KfW haben im vergangenen Jahr 869 000 Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren eine selbstständige Tätigkeit aufgenommen, die Mehrzahl davon als Nebenjob. 2006 waren es noch 1,08 Millionen. Das Gründungsgeschehen ist damit auf einem Tiefstand. Von Sebastian Knoppik, dpa

dpa-infocom


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