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Trickserei im Heimkino: Raumklang aus zwei Boxen erzeugen

Herford/Stuttgart Mit Raumklang macht Filme gucken doppelt Spaß.

Wer bisher keine fünf Lautsprecher oder mehr sowie einen Subwoofer aufstellen konnte, etwas aus Platzgründen, bekommt neuerdings Alternativen geboten.

Sowohl DTS als auch Dolby, die beiden führenden Unternehmen in Sachen Film-Vertonung, haben eine Technologie entwickelt, die Surround-Sound zumindest annähernd mit nur zwei Lautsprechern ermöglicht.

Surround Sensation heißt sie bei DTS in Herford. «Das Prinzip ist ganz einfach», sagt Achim Scherner von DTS: Der Mensch hört räumlich, weil die Schallwellen, abhängig von der Richtung aus der sie kommen, das linke und rechte Ohr nicht gleichzeitig erreichen, sondern mit einer winzigen Verzögerung. Das hat sich DTS bei der Entwicklung des entsprechenden Algorithmus zu eigen gemacht - mit Hilfe psycho-akustischer Tricks wird der Höreindruck verändert.

Das führt dazu, dass Zuhörer das Gefühl haben, der Klang entstehe tatsächlich außerhalb des Stereo-Boxen-Paares. Der Ursprung der Töne lässt sich nicht mehr so einfach den Lautsprechern zuordnen, wie es beim herkömmlichen Stereo der Fall ist. Echten Raumklang wie aus einem 5.1-System kann Surround Sensation jedoch nicht erzeugen. «Es ist eine Alternative, kein Ersatz», sagt Achim Scherner. Für echten Raumklang werden weiterhin die rückwärtigen Boxen benötigt.

Leider kann der Verbraucher seinen AV-Receiver nicht einfach mit dem Surround Sensation Decoder nachrüsten. Das Stückchen Software ist fest in einen Chip im AV-Receiver eingefügt. Entsprechende Receiver gibt es von Onkyo und Denon. Man stehe mit weiteren Herstellern in Verhandlung, heißt es bei DTS.

Viel deutlicher als beim Einsatz im Heimkino-System kommt der Unterschied, den Surround Sensation macht, auf Kopfhörern zum Tragen. Davon können zum Beispiel Notebook-Besitzer profitieren. Was sie benötigen, ist eine Abspielsoftware, die den Surround-Sensation-Decoder enthält, zum Beispiel Total Media Theatre von Arcsoft. Die Software wandelt herkömmlichen Stereoton beim Abspielen von Filmen in räumlichen Klang um. Der bei Kopfhörer-Nutzung übliche Eindruck, dass der Klang irgendwo im Kopf entsteht, schwindet. Der Zuhörer hat das Gefühl, die Kopfhörer sind räumlich weiter von einander entfernt als sie tatsächlich sind.

Die Konkurrenz schläft nicht: Dolby lässt räumlichen Klang mit Hilfe seiner Virtual Speaker genannten Technologie aus zwei Lautsprechern erschallen. «Virtuelles 5.1-Kanal-Surround-Klangerlebnis» nennt der Hersteller das. «Ein Zuhörer nimmt danach die Schallereignisse so wahr, wie sie von einem sauber platzierten 5.1-Kanal-Lautsprechersystem an sein Ohr gelangen würden.»

In Kombination mit der Pro Logic II genannten Decodierung verbessert Virtual Speaker laut Dolby die Wiedergabe jedes beliebigen Stereoklangs. Dies gelte für Filme und Fernsehsendungen ebenso wie für MP3-Dateien oder Videospiele. Heimkino-Anlagen, die Dolby Virtual Speaker bereits unterstützen, gibt es beispielsweise von Sharp und Teufel. Für Kopfhörer bietet Dolby ebenfalls eine Surround-Technologie an: Sie heißt Dolby Headphone und ermöglicht die Wiedergabe von Raumklang über jeden beliebigen Kopfhörer.

Raumklang aus zwei Boxen funktioniere mal mehr und mal weniger gut, sagt Christoph de Leuw von der in Hamburg erscheinenden Zeitschrift «Audio Video Foto». Für den optimalen Sound-Genuss müsse man mittig sitzen. «Wie gut das Ganze klingt, hängt auch vom Raum ab.» Der Wert von Raumklang wird de Leuw zufolge ohnehin überschätzt: Zu den typischen Schwächen der Technologie zählt de Leuw unter anderem ein teilweise diffuses Klangbild, bei dem oft die Sprache relativ schlecht zu verstehen ist. «Insgesamt bringen solche Systeme aber einen satteren Klang - das ist an sich schon sehr gut.» Raumklang müsse man dann als Extra sehen.

Die Alternative zum Virtual Surround Sound über die Stereolautsprecher der HiFi-Anlage sind entsprechend ausgestattete Fernseher sowie sogenannte Soundbars und Soundprojektoren - hier zählt Yamaha zu den Vorreitern. Ein Soundprojektor sieht aus wie ein flacher, langgestreckter Einzellautsprecher - hinter der Abdeckung befinden sich jedoch dutzende Minilautsprecher. Um Raumklang zu erzeugen, nutzen Soundprojektoren Schallreflexionen. Eine Soundbar, von Philips etwa, sieht einem Soundprojektor zwar ähnlich, arbeitet aber wiederum mit anderen Tricks, die sich je nach Hersteller unterscheiden können.

Das Ergebnis lässt sich in den meisten Fällen hören - ob man nun den Kauf eines mit entsprechenden Codecs ausgestatteten AV-Receivers oder den eines Soundprojektors oder einer Soundbar vorzieht, ist letztlich auch Geschmackssache. Wer Platz sparen will, muss in jedem Fall mehr Geld ausgeben als für eine herkömmliche 5.1-Anlage. Von Sven Appel, dpa

dpa-infocom


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