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UMTS-Station im Haus: Femto-Zellen gegen Netzlücken

Berlin/Hannover Funkschatten in Großstädten, Funklöcher auf dem Land: Jeder kennt die Verbindungsschwierigkeiten, die an bestimmten Orten bei Handy-Telefonaten auftreten.

Besonders ärgerlich ist es, wenn es in den eigenen vier Wänden kein Netz gibt und Gespräche wahlweise im Garten oder auf dem Balkon geführt werden müssen. Doch bald schon sollen sogenannte Femto-Zellen daheim für besseren UMTS-Empfang sorgen.

Noch gibt es in Deutschland keinen Netzbetreiber, der Femto-Zellen anbietet. Das US-Beratungsunternehmen ABI Research rechnet damit, dass die Endgeräte 2010 die kritische Preisgrenze von 100 US-Dollar erreicht haben werden und das Marktvolumen für die Mini-Basisstationen dann auf eine Stückzahl im zweistelligen Millionenbereich steigt.

Technisch ist eine Femto-Zelle über einen im Haus vorhandenen DSL- oder Kabelanschluss an das System des Netzbetreibers angebunden. Per Ethernet-Kabel wird sie mit dem jeweiligen Modem oder einem Router verbunden und leitet die Gespräche über das Internet an den Mobilfunkanbieter weiter. Weil die Zelle, die wie ein WLAN-Router aussieht, ein herkömmliches UMTS-Netz geringer Reichweite erzeugt, müssen keine speziellen Handys angeschafft werden. Außerdem makelt die Zelle nahtlos zwischen dem «großen» Mobilfunknetz und dem «kleinen» Femto-Netz daheim.

Sollten die Mobilfunkanbieter entsprechende Tarifoptionen in ihr Programm aufnehmen, dürften die Zellen subventioniert angeboten werden, sagt Markus Weidner vom Berliner Telekommunikationsportal teltarif.de voraus. Trotzdem rät Weidner Privatkunden, bei schlechter Netzabeckung in Wohnung oder Haus zuerst einmal den Anbieter zu wechseln, beispielsweise durch die Anschaffung einer neuen Prepaid-SIM-Karte für ein anderes Netz.

Der Begriff Femto steht für den Einheitenvorsatz ein Billiardstel - das sind Zahlen mit 15 Nullen nach dem Komma. Das soll einen Hinweis auf die geringe Sendeleistung einer Zelle geben. «Für Vieltelefonierer und die berufliche Nutzung lohnen sich Femto-Zelle aber auf jeden Fall», sagt der Experte. Die ständige berufliche Erreichbarkeit über eine Mobilfunknummer ließe sich auch durch Internet-Telefonie (VoIP) in einem WLAN-Netz kaum ersetzen.

«Für den Privatanwender wird das eine Sache sein, die sich letztendlich nicht lohnt», sagt dagegen Rudolf Opitz von der Zeitschrift «c't» voraus. «Natürlich wollen die Netzbetreiber daran verdienen.» Die Kunden bekämen fertig konfigurierte Hardware und würden sich noch weiter an ihren Anbieter binden. Wer zu Hause nur noch aufs Handy zum Telefonieren setzt, könne auch ein WLAN-Netz nutzen. «Die besseren Smartphones bekommt man mittlerweile fast schon standardmäßig mit eingebautem WLAN.»

Vielleicht hat es aber auch etwa Gutes, wenn Funklöcher bleiben, in denen sich der Handynutzer seiner Nichterreichbarkeit gewiss sein kann: Einer Studie des Branchenverbandes BITKOM zufolge nimmt jeder dritte deutsche Handynutzer Phantom-Anrufe wahr, hat manchmal das Gefühl, dass sein Mobiltelefon entweder klingelt oder vibriert, obwohl er weder einen Anruf noch eine Kurzmitteilung bekommt.

Weitere Informationen (englisch): www.femtoforum.org/femto Von Dirk Averesch, dpa

dpa-infocom


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