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Fallschirmchen und Nasenklemmer: Wie Samen reisen

Bonn Kinder lieben dieses Spiel: Ein Atemzug, ein kurzes Pusten gegen den durchsichtigen Ball und die Löwenzahn-Samen wirbeln an ihren Fallschirmchen davon. Zurück bleibt der kahle Stängel.

Nicht nur der Nachwuchs ist davon fasziniert, auch Erwachsene machen sich seit Leonardo da Vinci Gedanken über diese und andere Flugapparate der Pflanzen und erforschen ihre Funktionsweise.

Die einfachsten Flieger unter den Pflanzensamen setzen auf Minimalgewicht. Orchideensamen beispielsweise sind so leicht, dass eine Million von ihnen nur ein bis zwei Gramm wiegen. Mit 0,25 bis 1,2 Millimeter Länge sind sie dennoch vergleichsweise groß - aber nicht, weil sie Nährstoffe eingelagert haben, die anderen Samen den Start ins Leben erleichtern. Luftgefüllte Hohlräume umgeben den winzigen Orchideen-Keimling, vergrößern das Volumen des Samens, jedoch nicht sein Gewicht. So bietet er dem Wind viel Angriffsfläche bei extremer Leichtigkeit und wirbelt bei leisem Lufthauch davon.

Fallen diese winzigen Flieger kaum auf, so zählen die Schirm- und Haarflieger zu den wohlbekannten Flugkünstlern. Nicht nur der Löwenzahn, auch der heimische Wiesen-Bocksbart (Tragopogon) trägt große «Pusteblumen». Der vergleichsweise schwere Samen am Ende des Schirmstielchens stabilisiert den Flugapparat und dreht ihn immer so, dass der Wind unter das Schirmchen fasst. Weidenröschen, Disteln, Arnika und viele andere nutzen vergleichbare Techniken.

Die Technik der Waldreben (Clematis) ist anders. Zwar segeln auch ihre Samen auf feinen, luftgefüllten Haaren, aber sie sind zu einem langen Federschweif geformt. Wozu er wirklich gut ist, zeigt sich erst am Boden. Jede Luftbewegung lässt den geschwungenen Schweif rotieren. So dreht er wie ein kleiner Schraubenzieher den Samen in die Erde. Erstaunlich ist, dass Pflanzen völlig verschiedener Gattungen wie Küchenschellen, Reiherschnabel und die als Balkonblumen beliebten Pelargonien das gleiche Prinzip nutzen.

Nicht ganz so elegant, aber nicht weniger effektiv fliegen die in weiche Wolle gehüllten Früchte von Weide und Pappel. Ihre Haare verweben sich zu duftigen Wattebäuschen, zwischen denen die kleinen Pünktchen der Samen sitzen. Aber die wohl üppigsten Watten umhüllen sie Samen der Baumwolle - zum Glück, denn ohne sie wäre es traurig bestellt um unsere Kleidung.

Dass Ballons fliegen können , weiß jedes Kind. Das Prinzip «erfunden» haben Blasenstrauch (Colutea), Koelreuteria und Lampionblume. Sie schicken ihre Samen in luftgefüllten Hüllen auf den Weg. Andere Arten statten ihre Früchte mit raffinierten kleinen Flugapparaten aus, mit denen sie wie Propeller rotieren. Das bekannteste Beispiel sind wohl die zweiflügeligen Ahorn-Früchte, die Kinder gern als «Nasenklemmer» auf ihre Nase kleben.

Andere Arten wie die Ulme, Judassilberling oder Lederstrauch (Ptelea trifoliata) statten ihre Früchte mit einem breiten Flügelsaum aus, mit dem sie auf dem Wind surfen. Besonders erfolgreich sind Birkensamen damit. Sie kombinieren geringes Gewicht mit zwei kräftigen Flügelchen und segeln mühelos. Wer nicht aufpasst, sieht sogar in der Dachrinne Birkenwäldchen sprießen. Die schönsten Gartenflieger - Glänzende Federköpfchen lassen Clematis orientalis und Clematis tangutica aus goldgelben Blüten entstehen.

- Kühchenschellen (Anemone pulsatilla) entwickeln strubbelige Bubiköpfe aus ihren lila Blütenglocken.

- Leuchtend rot sitzen die Nasenklemmer-Früchte des Fächerahorns (Acer palmatum) zwischen dem frischgrünen Laub.

- Die wohl reizvollsten Blasenfrüchte entwickelt die Koelreuteria: Wie kleine Lampions hängen sie an den Zweigen. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


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