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Die neue Welt der Gartenzwerge

Hünstetten In Andreas Kleins Welt der Wichtel wimmelt es von wunderlichen Figuren.

Am Treppengeländer seines Hauses baumelt ein erhängter Gartenzwerg, im Büro liegt ein erstochener Zwerg auf dem Schreibtisch und daneben eine Zwergen-Leiche in einem samtrot ausgekleideten Sarg.

«Je makabrer, desto erfolgreicher» , sagt Andreas Klein, der sich Zwergendesigner nennt und dem die Firma «100% Zwergen-POWER» in Hünstetten bei Idstein gehört. Seit etwa 20 Jahren bietet er auch Gartenzwerge an, die außer Zipfelmütze und Bart nur noch wenig mit den ursprünglichen Exemplaren zu tun haben. Dazu gehören Bodybuilder, Teufelchen oder Zwergen-Frauen in Dessous.

Seine neueste Kreation sind multikulturelle Gartenzwerge: ein Asiat mit gelber Haut, ein Afrikaner mit schwarzem Bart sowie ein islamischer Zwerg mit Schnäuzer. «Wir haben mehrere Anfragen nach solchen Zwergen bekommen», erzählt der 41-Jährige, der alle seine Keramik-Produkte von Hand bemalen lässt. Das hat seinen Preis: Die meisten Zwerge kosten zwischen 30 und 50 Euro. Etwa 18 000 Exemplare verkauft er jedes Jahr an Privathaushalte in alle Welt, dazu kommen Aufträge von Firmen. Verkaufsschlager ist der gemeuchelte Zwerg mit einem Messer im Rücken. Doch nicht alle Menschen sind begeistert von seinen Kreationen. «Bei Ausstellungen passiert es schon mal, dass Besucher sich empören», berichtet Klein.

Zu dem Geschäft mit den Zwergen ist der gelernte Einzelhandelskaufmann zufällig gekommen. Er arbeitete vor rund 20 Jahren in einem Baumarkt und fing an, die dort angebotenen Gartenzwerge als Geschenk für seine Freunde zum Beispiel mit Strass-Steinen zu verzieren. Das kam gut an, und so baute Andreas Klein sein Angebot aus. Richtig ins Laufen kam sein Zwergenverkauf, als er 1998 seine erste Website ins Internet stellte. Vier Jahre später erschien ein Artikel über ihn in amerikanischen Zeitungen, innerhalb einer Woche bekam er über zehntausend Mails aus den USA mit Anfragen.

«Der Gartenzwerg gilt im Ausland neben der Kuckucksuhr als das deutsche Markenzeichen», erzählt der 41-Jährige, der auch allerlei Prominente in Zwergengestalt modelliert hat. Dazu gehören Oskar Lafontaine, Helmut Kohl und Gregor Gysi. Auch Ex-Rennfahrer Michael Schumacher gibt es als Zwerg, das mochte dieser allerdings nicht gerne. «Er war der einzige Promi, der sich beschwert hat», sagt Andreas Klein, der bereits Pläne für das nächste Jahr schmiedet. Denn ab 2009 will er auch Bundeskanzlerin Angela Merkel als Zwergen-Frau anbieten.

Die neuen Gartenzwerge: www.zwergen-power.com

Internationale Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge: www.zipfelauf.com Geschichte der Gartenzwerge Gartenzwerge gibt es seit etwa 140 Jahren, erstmals hergestellt wurden sie von einer Firma in Thüringen. Nach Schätzungen gibt es heute 28 Millionen Gartenzwerge, sie werden vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Haus- oder Gartenschmuck eingesetzt. Klassische Gartenzwerge tragen häufig eine Schaufel, Hacke oder Laterne. Populär wurden sie nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Beliebtheit sank ab Ende der 60er Jahre, als sie mehr und mehr als Inbegriff des Spießertums angesehen wurden. Die «Internationale Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge» (IVZSG), die 1980 in Basel gegründet wurde, setzt sich für den klassischen Gartenzwerg ein. Von Sabine Maurer, dpa

dpa-infocom


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