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Herbstliches Röhren in den Wäldern

Arnsberg Lautstark und zum Teil Kilometer weit hörbar buhlen die Rothirsche in den Wäldern des Sauerlandes derzeit um ihre Stellung als «Platzhirsch».

«Man muss aber Glück haben, um das imposante Schauspiel in freier Wildbahn zu erleben.».

Das sagt Andreas Roefs vom Landesbetrieb Wald und Holz in Arnsberg. An angestammten Brunftplätzen werben alljährlich die männlichen Hirsche um die Gunst des weiblichen Geschlechts.

Mit ihrem «Röhren» wollen die Hirsche aber nicht dem «Kahlwild», wie die weiblichen Hirsche genannt werden, imponieren. Vielmehr geht es darum, lautstark klar zu machen, wer Chef auf dem Brunftplatz ist. Die Brunft stellt das Leben der Hirsche für einige Wochen auf den Kopf. Denn männliche und weibliche Vertreter sind meist strikt getrennt in einzelnen Rudeln unterwegs. Die Brunft aber bringt die Gruppen zusammen und macht aus den männlichen Gefährten des Sommers Kontrahenten, erklärt der Fachmann vom Landesbetrieb.

Gekämpft wird aber nur im Notfall. Das lauteste Röhren, das mächtigste Geweih und die imposanteste Gestalt kennzeichnen den Platzhirsch. «Es gibt Rufduelle und das Aneinandervorbeistolzieren», erklärt Försterin Anneli Noack, die am Rande der Hirschwiese im Wildwald Voßwinkel Besucher über das Werben der Hirsche informiert. Wenn sich der Nebenbuhler dann nicht abwendet, stehen die Tiere irgendwann Geweih an Geweih und versuchen, ihren Gegner sozusagen aus dem Revier zu schieben.

Abends und vor allem am frühen Morgen lohnt die Beobachtung des Brunftgeschehens, sagt Noack. «Wenn dann noch morgens der Nebel über der Lichtung liegt und die brünftigen Hirsche aktiv sind, ist das schon fast kitschig», sagt die Försterin. «In freier Natur bekommt man das so nicht zu sehen», sagt Hobby-Jäger Rainer Düring. «Ich habe im Wald mal vier oder fünf weibliche Tiere und einen Hirsch gesehen», sagt er während er mit einem Feldstecher am Rande der Lichtung steht, auf der mehrere Dutzend Stück Rotwild äsen.

«Tagsüber normalisiert sich auch während der Brunft das Geschehen im Rudel wieder», erklärt Noack. Die Hirsche suhlen sich häufig in Teichen. «Die sind so aufgehitzt, dass sie ihr Gemüt kühlen müssen.» Meist könne sich zu Beginn der Brunft eines der jüngeren Tiere als Platzhirsch behaupten. «Die kommen aber nicht zum Zuge, weil die weiblichen Tiere noch nicht begattungsreif sind», sagt die Försterin. Wenn die sich dann verausgabt haben und es ernst wird, greifen die erfahrenen Hirsche ein, die sich bis dahin geschont haben.

Für die zum Teil bis zu 200 Kilo schweren Hirsche ist die Brunft nicht nur aufregend, sondern auch kräftezehrend. «Sie können bis zu einem Drittel ihres Gewichtes verlieren, weil sie sich ja ständig behaupten müssen und kaum mal zur Ruhe kommen», sagt die Försterin. Nach der Brunft müssen die Hirsche vor dem nahen Winter wieder möglichst viel Reserven aufbauen.

Im umzäunten Wildwald ist die Brunft einer der jährlichen Programm-Höhepunkte. Aber natürlich können Interessierte auch in freier Wildbahn auf die Brunft-Pirsch gehen. «Jeder kann ja auf eigene Faust morgens um vier im Wald unterwegs sein», sagt Andreas Roefs vom Landesbetrieb. Ob man dabei aber fündig wird, bleibe trotz der lauten Geräusche dem Zufall überlassen. Sicherer sei eine Anfrage bei den zuständigen Forstämtern. «Manche der Kollegen bieten sogar Führungen zu den Brunftplätzen an.» Hobby-Jäger Düring macht Laien ohne fachkundige Führung wenig Hoffnung auf ein Brunft-Erlebnis im Wald. Und über gute Brunftplätze will er nicht sprechen: «Das ist wie bei Anglern, die verraten auch nicht, wo die Fische beißen.»

Wildwald Vosswinkel: www.wildwald.de

Landesbetrieb Wald und Holz NRW: www.wald-und-holz.nrw.de Von Jörg Taron, dpa

dpa-infocom


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