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Neuner: «Das Erreichte kann mir keiner nehmen»

Hamburg Magdalena Neuner hat als jüngste Biathletin den Gesamt-Weltcup gewonnen.

In die am 3. Dezember im schwedischen Östersund beginnende Weltcup-Saison geht die sechsfache Weltmeisterin mit «keinerlei großen Erwartungen».

«Mein nächstes großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver, dort eine Medaille zu gewinnen ist noch ein großer Traum von mir», sagte sie. Auch vor der Doping- Problematik im Leistungssport verschließt sie die Augen nicht. Sie selbst wisse, wo ihre Leistung herkomme. «Ich bin für harte Strafen im Doping und langfristige Sperren», erklärte sie.

Sechs WM-Titel, Gesamtweltcupsiegerin, unzählige Auszeichnungen, welche Träume haben Sie noch?

Neuner: «Mein nächstes großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver, dort eine Medaille zu gewinnen ist noch ein großer Traum von mir.»

Bislang haben Sie im Weltcup vor allem läuferisch überzeugen können. Am Schießstand waren Sie aber nicht immer treffsicher. Was können Sie tun, um Ihre Zielsicherheit wiederzufinden?

Neuner: «Eigentlich muss ich nur schauen, dass ich meine guten Trainingsschießergebnisse abrufe. Selbstverständlich habe ich in der Saisonvorbereitung meinen Trainingsschwerpunkt auf das Schießen gelegt, und hoffe, dass ich die Dinge nun besser umsetzen kann und wieder zu meiner Sicherheit zurückfinde.»

Sind die vielen Titel eher Belastung oder Ansporn für Sie?

Neuner: «Belastung sind meine Erfolge sicherlich nicht. Auf das Erreichte bin ich sehr stolz und dies kann mir auch keiner mehr nehmen. Ansonsten habe ich selbst keinerlei große Erwartungen; was natürlich von außen erwartet wird, das kann ich nicht beeinflussen, aber ich werde versuchen, das nicht so sehr an mich ranzulassen. Mein Lebensmotto ist, das Beste zu geben, denn dann braucht man sich überhaupt nichts vorwerfen.»

Können Sie die Erfolge der letzten beiden Jahre wiederholen?

Neuner: «Das ist sicherlich schwer. Nach den ersten drei Titeln dachte ich zwar auch nicht daran, diese gleich im darauffolgenden Jahr zu wiederholen und sogar mit dem Gewinn des Gesamtweltcups noch einen drauf setzen zu können. Doch ich bin mir bewusst, dass auch viele andere starke Athletinnen für diese Ziele hart trainieren und der Kampf um die Medaillen sehr schwer wird.»

Wie sehr hat sich ihr Leben durch den sportlichen Erfolg verändert? Schließlich sollen Sie schon längst Millionärin sein?

Neuner: «Ich behaupte einfach, dass ich diejenige bin, die ich auch immer war. In meiner Familie ist das Bewusstsein für die wichtigen Dinge im Leben stark verankert. Ich habe sicherlich mehr Verpflichtungen und weniger Zeit für Privates, aber das sind Äußerlichkeiten, die meinen Kern nicht verändert haben. Den Begriff Werbemillionärin höre ich nicht so gerne, weil er etwas Marktschreierisches hat. Ich habe eine auskömmliche Vermarktungssituation. Im Vordergrund steht für mich aber der Sport.»

Auch der Biathlon-Sport wird immer wieder mit Doping-Verdächtigungen konfrontiert. Belastet Sie das?

Neuner: «Ich selbst weiß, wo meine Leistung herkommt und ich habe auch in mehreren Interviews bereits stärkere Kontrollen für uns alle angemahnt. Ich bin für harte Strafen im Doping und langfristige Sperren. Die Diskussion über Doping birgt aber auch manches pauschale Vorurteil in sich.»

Glauben Sie, dass im Biathlon-Sport alles sauber zugeht?

Neuner: «Nun, die Frage ist sicherlich zu verneinen, denn es gab ja bereits Dopingfälle. Man sollte nicht naiv mit dem Thema umgehen, aber auch nicht mit Pauschalierungen arbeiten, die keine Grundlage haben.»

Noch einmal zurück zum Rummel um Ihre Person. Wie entspannen Sie in der wenigen Freizeit?

Neuner: «Ich bin eine ganz normale junge Frau, die Spaß am Leben hat. Ich habe sehr umfangreiche Hobbys, wie das Stricken oder die Harfenspielerei. Genauso gerne drehe ich aber auch Runden auf meiner Motocross-Maschine. Ich genieße es einfach, wenn Zeit dafür ist. Musik hören, mit Freunden Essen gehen, Kinofilme anschauen, ich mache all das gerne, was andere auch machen, wenn die Zeit da ist.»

Andere in ihrem Alter gehen lieber Shoppen oder auf Partys, Sie stricken?

Neuner: «Solche Reaktionen kenne ich. Aber das eine schließt das andere nicht aus. Ich kann mich beim Stricken einfach sehr gut entspannen. Es gibt für mich nichts Schöneres, als mich an einem verregneten Tag in meine Lieblingsdecke zu kuscheln und zu stricken. Dann fehlt nur noch ein Kaminfeuer ­ und der Abend ist perfekt.»

Entspannen Sie sich auch so zwischen den Rennen?

Neuner: «Absolut. Das ist das Tolle am Stricken, man braucht nur ein bisschen Wolle und Nadeln. Und die passen in jeden Koffer. Im Winter bin ich ständig unterwegs. Wenn ich abends stricken kann, ist das nicht nur sehr entspannend, sondern ich habe gleich ein Gefühl von zu Hause, und das überall auf der Welt.»

Interview: Volker Gundrum, dpa Von Volker Gundrum, dpa

dpa-infocom


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