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Blutiger Terror in Bombay

Neu Delhi - Sondereinheiten in der westindischen Finanzmetropole Bombay haben am Donnerstag mit der Stürmung des von Terroristen besetzten Trident-Hotels begonnen.

Indische Medien berichteten, 40 bis 50 Menschen könnten sich in der Gewalt der Extremisten befinden.

ach Angaben der Behörden haben sich zwölf Terroristen in dem Hotel verschanzt. Die Polizei teilte mit, die Zahl der Toten bei der beispiellosen Terrorserie sei auf mindestens 101 gestiegen. 287 Menschen seien verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte, unter den Toten seien sechs Ausländer, die aber noch nicht identifiziert seien.

In konzertierten Angriffen hatten Terroristen der bisher unbekannten Gruppe «Deccan Mujahideen» im Stadtzentrum unter anderem Luxushotels, ein Kino, ein Café und den Hauptbahnhof mit Schnellfeuerwaffen und Handgranaten attackiert. Anschließende Geiselnahmen in Hotels und anderen Gebäuden halten die Sicherheitskräfte weiter in Atem. Die Lage ist weiterhin unübersichtlich.

Die Terroristen schlugen am späten Mittwochabend an mehreren Stellen in der Stadt fast zeitgleich zu. Unter den Todesopfern waren mindestens elf Polizisten. Auch ein Japaner wurde getötet, ein zweiter Japaner wurde verletzt. Bei Schusswechseln mit den Sicherheitskräften kamen bis zum Morgen auch neun Terroristen ums Leben.

Ob auch Deutsche von der blutigen Attacke betroffen sind, war zunächst unklar. In einer ersten Stellungnahme verurteilte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Anschläge. «Das Generalkonsulat in Bombay steht in engem Kontakt mit den indischen Stellen und bemüht sich um Aufklärung», sagte Steinmeier nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amts in Berlin.

Zu den Taten bekannte sich die bisher unbekannte Gruppe «Deccan Mujahideen». Die Terroristen sollen unter anderem mit Booten in die auf einer Halbinsel gelegene Stadt eingedrungen sein.

Bei einem ersten Sturm auf das historische Taj-Hotel wurden nach Medienberichten rund 70 Geiseln befreit. Dennoch hielten sich weitere Terroristen mit einer unbekannten Zahl von Geiseln verschanzt. Nach Medienberichten hatten die Terroristen beim Eindringen in das Taj-Hotel vor allem nach Briten und Amerikanern gesucht. Insgesamt wurden am Morgen noch rund 70 Geiseln in der Gewalt der Terroristen vermutet, berichtete der Nachrichtenkanal «Times Now».

Neben der deutschen äußerte sich auch die britische Regierung zu den Anschlägen und Geiselnahmen. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown sagte der Führung in Neu Delhi seine Unterstützung zu. «Auf diese grauenhaften Angriffe wird energisch geantwortet», erklärte er am Mittwochabend in London. Er habe Indiens Premier Manmohan Singh jede Hilfe zugesichert. Es seien «dringende» Maßnahmen ergriffen worden, um Briten in der Region Schutz zu gewähren.

Der gewählte US-Präsident Barack Obama verurteilte die Terrorserie auf das Schärfste. Er sei «in Gedanken und in seinen Gebeten bei den Opfern», sagte ein Sprecher Obamas. Die koordinierten Anschläge auf unschuldige Zivilisten zeigten, wie ernst die Bedrohung durch den Terrorismus sei. Die USA müssten ihre Partnerschaft mit Indien und anderen Nationen in der Welt stärken, um die terroristischen Netzwerke zu zerstören.

Die französische EU-Ratspräsidentschaft reagierte entsetzt auf die Anschläge. Sie verurteilte die Attacken und sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Man wisse um «die Verbundenheit des indischen Volkes mit der Demokratie, gegen die sich diese Terrorhandlungen wenden», hieß es in Paris. Deshalb stehe die EU «in dieser dramatischen Prüfung an der Seite der indischen Nation».

dpa-infocom