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Per Zahnradbahn aufs Jungfraujoch - «Europas Gipfel»

Kleine Scheidegg Es gibt Augenblicke, da gehen einem komische Fragen durch den Kopf: Was heißt «Guten Tag» eigentlich auf Japanisch? Wenn die Tür der Jungfraubahn sich schließt und die Passagiere einen Platz suchen, wäre es nicht schlecht, das zu wissen.

Die Zahnradbahn, die auf der Kleinen Scheidegg in den Schweizer Alpen startet, hat sich zu einer Touristenattraktion ersten Ranges gemausert, nicht zuletzt bei Gästen aus Japan. Sie wollen auf das Jungfraujoch, zur höchsten Bahnstation Europas.

Die kleine Bahn bringt inzwischen jedes Jahr weit mehr als eine halbe Millionen Gäste vom Fuß des Eigergletschers auf gut 2060 Metern Höhe zum «Top of Europe», der Aussichtsplattform mit Blick auf die Jungfrau, den mit 4158 Metern höchsten Berg der Region. 60 Prozent der Gäste sind aus Asien. Japan ist Herkunftsland Nummer eins, viele Besucher kommen aber auch aus Südkorea, Indien, Taiwan oder China.

Weil die Zahl der Passagiere steigt, hat die Jungfraubahn ehrgeizige Pläne. 2007 war ein Rekordjahr: Insgesamt 702 000 Fahrgäste stiegen in die Waggons. Schon wird überlegt, ob die Grenze von einer Million bald zu erreichen ist.

Die Bahnstrecke misst gerade einmal 9,3 Kilometer. Von 1896 bis 1912 wurde 16 Jahre lang an den Gleis- und Tunnelanalgen gebaut, auch das ein Rekord. Heute bekommen die Gäste als Erinnerung an früher eine «Nostalgiefahrkarte» aus Pappe, die so aussieht wie die vor 50 Jahren. Die Bahntrasse führt zunächst durchs Freie, dann taucht der Zug in einen langen Tunnel ein. Ein erster Stopp ist die Haltestelle «Eigergletscher» in 2320 Metern Höhe. Weiter geht es im Berginneren bis zur nächsten Station «Eigerwand» in 2850 Metern Höhe.

Einen «Viewing Point» gibt es, aber die Glasscheiben, durch die man nach draußen schaut, sind sogar von innen vereist. Ein paar japanische und koreanische Gäste stellen sich direkt neben dem Stationsschild auf, dann noch einmal in gleicher Position vor der Zugtür und lassen sich fotografieren - damit zu Hause in Japan und Korea auch tatsächliche alle sehen können, dass sie mit der berühmten Jungfraubahn hoch auf den schönsten Berg der Alpen gefahren sind.

Die Pause ist kurz, der nächste Stopp nicht weit: «Eismeer» heißt die Station diesmal. Wieder gibt es einen «Viewing Point», und wieder gibt es viele Fotos für die Verwandten in Ostasien. Der Höhepunkt der Bahnfahrt kommt bald danach und liegt auf 3454 Metern: «Top of Europe» heißt der Gebäudekomplex. Eine Bahnhofshalle gehört dazu, einige Restaurants mit mehreren hundert Plätzen, eine Messstation für «Luftfremdstoffe», ein Eispalast, eine Aussichtsplattform und - Rekord! - die höchstgelegene Poststation der Schweiz.

Im Eispalast sind Eisskulpturen zu sehen, man läuft durch einen Tunnel durchs Eis, vorbei an eisigen Wänden und über spiegelglatten Boden. In dem Komplex kann man sich leicht verlieren. Die Leiterin der koreanischen Reisegruppe hat deshalb eine Schweizer Flagge, mit der sie ihre Schäfchen um sich schart und notfalls Zeichen gibt. Für das letzte Stück, die Fahrt hoch auf die Aussichtsplattform, gibt es einen Fahrstuhl, auch dieser ein Rekordhalter: Der Lift jagt mit 6,3 Metern pro Sekunde die 108 Meter zur «Sphinx-Aussichtsterrasse» zum höchsten begehbaren Punkt am «Top of Europe».

Man kann hier durchs Glas auf die Berge gucken oder rausgehen, wenn man vor Kälte keine Angst hat. Denn auf fast 3500 Metern ist der Wind etwas frischer. Das Gefühl, hier oben zu stehen, ist schon etwas Besonderes. Die Schneeflocken fallen ganz leise - irgendwie irre. Was heißt das wohl auf Japanisch? Von Andreas Heimann, dpa

dpa-infocom