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Prozess um getötete Wormser Hausfrau: Mit Mord den Raub vertuscht - Lebenslang für 50-jährigen Briten

Worms/Mainz Bis zuletzt hatte der Angeklagte seine Unschuld beteuert: Doch im Falle einer im April 2002 getöteten Wormser Hausfrau (45) hatte das Mainzer Landgericht nach elftägiger Beweisaufnahme keine Zweifel mehr: Der 50-jährige Zimmermann aus Wales ist der Täter.

Wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub verurteilte das Schwurgericht ihn zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Der Angeklagte reagierte mit Kopfschütteln, sein Sohn (21) im Zuschauerraum wirkte fassungslos. Die Familie der Getöteten schien das Urteil mit Erleichterung aufzunehmen.

Nach den Ausführungen des Vorsitzenden Richters Hans E. Lorenz steht fest, dass der stets an Geldnot leidende 50-Jährige am 25. April 2002 das Reihenhaus in Worms Leiselheim aufsuchte, um die damals 45-jährige Mutter zweier Töchter um Geld anzugehen.

"Die Tat gliedert sich in drei Etappen", so der Vorsitzende. Zunächst sei alles legal gewesen, doch als die dem Angeklagten über ihre Putzfrau flüchtig bekannte 45-Jährige dessen Ansinnen ablehnte, sei der Brite wütend geworden und habe sie geschlagen. Dann sei das Geschehen eskaliert. In der Folge kam es zu schweren Handgreiflichkeiten, und schließlich soll der Mann sein Opfer gefesselt haben.

Nach Auffassung der Richter , die in großen Teilen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage folgten, hat der 50-Jährige daraufhin Wertgegenstände wie einen Goldbarren, 800 Euro Bargeld und Schmuck zusammengesucht. "Erst dann fasste er den Entschluss, sein Opfer zu töten, um seine Täterschaft als Räuber zu vertuschen", so das Gericht. Das Verfahren wegen Vergewaltigung hatte die Kammer bereits in der vergangenen Woche eingestellt. Es sei davon auszugehen, dass der Angeklagte sich erst nach dem Tod der 45-Jährigen an ihr vergangen hatte. Wie die Anklage nannte auch die Kammer elf Indizien, die zusammengenommen nur McNally als Täter zulassen. Zweifelsfrei überführt wurde er sechs Jahre nach der Tat durch die Fingerabdrücke. Nach einem Streit mit seiner Ehefrau in Neath in Wales war der Zimmermann erkennungsdienstlich erfasst worden. Ein Abgleich brachte in diesem Februar den Treffer.

"Ich bin unschuldig", hatte der Brite während des Prozesses immer wieder betont und sich auch auf Erinnerungslücken berufen. Man habe ihm etwas ins Essen getan, klagte er, außerdem beschuldigte er die Polizei, sie habe Spuren manipuliert, nur um endlich einen Täter präsentieren zu können. Doch die Vermutung der Verteidiger, Fingerabdrücke könnten sich auf der Welt wiederholen, somit sei auch ein anderer Täter denkbar, wischte das Gericht beiseite: "Bei 6,7 Milliarden Erdenbürgern liegt die Wahrscheinlichkeit dafür bei eins zu 64 Milliarden."

Die besondere Schwere der Schuld , die Staatsanwaltschaft und Nebenklage gesehen hatten, stellte das Gericht nicht fest. Es gebe nur ein Mordmerkmal, "das der Verdeckung des Raubes". Weil dieser bereits abgeschlossen war, ehe die 45-Jährige getötet wurde, falle das Merkmal der Habgier weg. Außerdem gebe es Morde, die ungleich grausamer seien als der vorliegende. Andrea Krenz

RZO



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