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Umweltbewusstsein der Deutschen weiter auf hohem Niveau

Berlin Das Umweltbewusstsein der Deutschen hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. In einer neuen Studie gaben 91 Prozent der Befragten an, Umweltschutz sei ihnen wichtig.

Die Bereitschaft, das eigene Verhalten zu ändern, zeigte mehr als die Hälfte aber nur, wenn der Lebensstandard dadurch nicht beeinträchtigt werde.

Auch das Problembewusstsein für den Klimawandel ist hoch, ergab die repräsentative Befragung von rund 2000 Erwachsenen im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes. 77 Prozent befürchteten ernst zu nehmende Folgen durch den Klimawandel. Die Hälfte der Befragten war der Meinung, dass Deutschland im Klimaschutz eine Vorreiterrolle übernehmen sollte. Unter den besser Gebildeten lag der Anteil noch höher.

Die Befragten hätten aber auch ihre Verunsicherung deutlich gemacht, was das eigene Verhalten angeht, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug (SPD). So forderten 39 Prozent ein Verbot besonders klimaschädlicher Produkte, um beim Kauf künftig nichts falsch machen zu können. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien (33 Prozent) befürworteten 23 Prozent ein Tempolimit auf Autobahnen. Die Zustimmung zum Atomausstieg bis 2023 sank gegenüber 2006 leicht von 37 auf 31 Prozent.

Eine deutliche Mehrheit (84 Prozent) zeigten sich überzeugt davon, durch ihr Konsumverhalten zum Umweltschutz beitragen zu können. 80 Prozent gaben die Bereitschaft zu ökologischem Handeln an, "wenn alle so handeln würden". 61 Prozent meinten, dass sie nur dann etwas für den Umweltschutz tun wollten, wenn sich ihr Lebensstandard dadurch nicht beeinträchtige. "Wir müssen den Bürgern zeigen, dass eine nachhaltige Lebensweise ohne Verzicht möglich ist", sagte Harry Lehmann vom Umweltbundesamt.

Durch gezieltes Konsumverhalten zum Schutz der biologischen Vielfalt beizutragen, ist unter den Deutschen noch nicht sehr verbreitet. Nur 20 Prozent kaufen alte Obst- oder Gemüsesorten sowie Produkte alter Nutztierrassen. Nur 13 Prozent gaben an, zum Schutz bedrohter Tiere und Pflanzen zu spenden, 30 Prozent meinten, das komme für sie nicht in Frage. Vier Prozent der Befragten engagieren sich ehrenamtlich für den Naturschutz, aber 49 Prozent lehnten das für sich ab. Mehr als die Hälfte der Befragten (60 Prozent) zeigte sich eher nicht bereit, für weniger umweltbelastende Produkte mehr Geld zu bezahlen. Auch höhere Ökosteuern wurden von 67 Prozent abgelehnt.

Seit 1996 lassen das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt das Umweltbewusstsein der Deutschen alle zwei Jahre untersuchen. Die aktuelle Studie wurde im April und Mai dieses Jahres erarbeitet. Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass sich die Finanzkrise nicht erheblich auf die Antworten ausgewirkt hat.

RZO