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Urlaub wird teurer: Zweitreisen auf dem Prüfstand

Kiel/Berlin Den ersten Wintereinbruch dieser Saison hat Deutschland bereits hinter sich.

Während sich viele jetzt aufs Skilaufen freuen, träumen andere aber schon vom Sommerurlaub.

Wer ins Reisebüro geht, um sich mit den neuen Katalogen zu versorgen, stellt allerdings fest, dass die Veranstalter viele Preise erhöht haben. Welche Auswirkungen das auf das Reiseverhalten hat, ist in Zeiten einer Rezession zwar im Detail noch unklar. Branchenvertreter und Tourismusexperten sind sich in einem Punkt aber sicher: Auf ihre Haupturlaubsreise werden die Deutschen auch 2009 nicht verzichten.

Das Verreisen habe bei den Deutschen «einen hohen Stellenwert und damit eine hohe Konsumpräferenz. Lieber verzichten sie in schwierigen Zeiten auf teure Anschaffungen», erwartet Klaus Laepple, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in Berlin. Wenn auf Urlaub verzichtet wird, dann rechne er damit, «dass eher bei der Zweit- und Drittreise und den Kurzurlauben gespart wird.»

Andere Experten sehen das ebenso. Zwar haben etliche Menschen in der Finanzkrise Geld verloren, und die Rezession bedeute für viele das Risiko eines Arbeitsplatzverlustes, sagt Prof. Martin Lohmann, Tourismuswissenschaftler aus Kiel. Aber die Zahl der Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen Dauer habe in der jüngeren Vergangenheit immer nur leicht zwischen 62 und 65 Millionen im Jahr geschwankt, «egal ob es drei oder vier Millionen Arbeitslose gab». Auch Prof. Karl Born von der Hochschule Harz in Wernigerode rechnet nicht damit, «dass jetzt weniger Köpfe in den Urlaub fahren». Es sei aber gut möglich, dass viele Deutsche diesmal kürzer verreisen, schlechtere Hotelkategorien wählen und in den Ferienorten weniger Geld ausgeben.

Von weniger Zweit- und Drittreisen könnten zum Beispiel Städte- und Wellness-Reisen betroffen sein. Außerdem werden Kurzreisen oft in die nähere Umgebung unternommen. «Es wäre falsch zu sagen, dass wir keine Sorgen hätten», sagte deshalb Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, beim Deutschen Tourismustag in Kassel.

Mit einem guten Jahr für Nordamerika- Reisen rechnet Michael Frese, Geschäftsführer der Veranstalter Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen. In den USA und Kanada werden bei diesen Marken die Hotels, Mietwagen und Busrundreisen um fünf Prozent günstiger. Ebenfalls um fünf Prozent runter gehen die USA-Preise bei FTI, bei Neckermann um sechs Prozent. Bei diesen «Landleistungen» sind Flugkosten zwar nicht berücksichtigt. Doch auch bei denen seien in Richtung USA stabile Preise möglich, schätzt Frese - denn es sei zu erwarten, dass die Nachfrage nach Transatlantikflügen in Nordamerika verhalten bleibt und somit mehr Sitzplätze als sonst in Europa verkauft werden können.

Bei vielen anderen Reisezielen gehören die Flugkosten dagegen - neben den Ausgaben der Hotels für Lebensmittel und Strom - zu den klaren Preistreibern. Unterm Strich verzeichnen viele Anbieter daher Preissteigerungen: Bei der TUI, Neckermann und 1-2-Fly müssen die Gäste im Schnitt um vier Prozent tiefer in die Tasche greifen. Bei ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg geht es um vier bis sechs Prozent nach oben, bei FTI um fünf Prozent und bei Alltours um sechs Prozent. Auch Öger Tours (plus drei bis vier Prozent) hat die Preise erhöht.

Branchenprimus TUI rechnet wegen dieser Entwicklung mit starkem Interesse an All-inclusive-Reisen, bei denen der Gast von Anfang an weiß, wie viel der Urlaub kostet. Tourismusforscher Born rät Urlaubern aber auch zu Flexibilität: Wer seine Reise nur um eine Woche verschiebt oder einen anderen Abflughafen wählt, könne in den Preisteilen vieler Kataloge billigere Reisepakete finden. Ansonsten sei mit einem guten Jahr für die Anbieter von Last-Minute-Urlaub zu rechnen: Nach der ersten Frühbucherwelle bis Ende März sei im Frühling ein «Buchungsloch» denkbar, ehe viele «Schnäppchenjäger» im Sommer dann nach Last-Minute-Angeboten suchen werden, erwartet Born. Von Christian Röwekamp, dpa

dpa-infocom