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Schritt für Schritt zum Urlaub: Mehr Bausteinreisen

Hannover/Oberursel Eine Reisebuchung unterscheidet sich gar nicht so sehr vom Kauf eines Mittagessens: Der Kunde kann sich ein Fertiggericht aus dem Regal nehmen - oder er wählt Einzelzutaten, die er nach eigenem Geschmack zusammenrührt.

In der Touristik entspricht das Fertiggericht der vorgefertigten Pauschalreise aus Flug, Hotel und Transfer, an der der Gast nichts ändern kann. Die Alternative ist die «Bausteinreise» - und hier hat der Urlauber die Wahl, ob er alle Elemente seiner Tour selbst sucht und bucht oder ob er einen Veranstalter damit beauftragt. Marken wie Dertour sind damit seit Jahren erfolgreich, doch auch bei vielen anderen Anbietern gewinnen die «Bausteine» immer mehr an Bedeutung.

So hat der Thomas-Cook-Reisekonzern ein neues Modell entwickelt, das er bei seiner Marke Neckermann «Mix & Travel» nennt und das bei Thomas Cook Reisen «Urlaub nach Maß» heißt. Auch die TUI hat zum Sommer die Fortsetzung ihrer «Bausteinoffensive» angekündigt. «Wir kommen jetzt in eine Phase, in der beide Reiseformen - Pauschalen und Bausteine - nebeneinander bestehen», beobachtet Prof. Karl Born, Tourismusforscher an der Hochschule Harz in Wernigerode.

Wie funktioniert nun eine Bausteinreise vom Veranstalter? Bei «Mix & Travel» zum Beispiel hat Neckermann Zugriff auf mehr als vier Millionen Tarife von gut 200 Fluggesellschaften weltweit. Außerdem erweitert sich die Hotelpalette um 30 000 Häuser. Diese Vielfalt ließe sich in Katalogen gar nicht mehr präsentieren, deshalb wird sie in Datenbanken in der Online-Welt zusammengestellt. Der Kunde sucht sich Flugtermin und -tarif heraus, wählt ein Hotel, kauft eventuell noch einen Taxitransfer - und der Veranstalter macht daraus im Moment der Buchung ein individuelles Reisepaket zum tagesaktuellen Preis.

«Die Individualisierung der Angebote ist die Grundlage für den langfristigen Markterfolg der Reiseveranstalter», formuliert der Tourismusforscher Prof. Martin Lohmann aus Kiel den Beweggrund dafür, warum TUI und Thomas Cook immer stärker diesen Weg einschlagen.

Bei der TUI sind für den Sommer 2009 nun fast alle Hotels an den Mittelstreckenzielen auch als Reisebaustein buchbar - insgesamt sind das mehr als 2000 Häuser. 700 von ihnen seien auf diesem Wege bereits günstiger zu haben als im Katalog, sagt TUI-Manager Ingo Burmester. Und 130 Hotels sind nun schon vier Monate vor Erscheinen der Broschüren buchbar. Das ist nicht zuletzt für «Smart Shopper» attraktiv, die ihr Flugticket bei Billigfliegern kaufen und dafür möglichst früh dran sein müssen. Dieser Kundengruppe will die TUI aber auch selbst mehr Flugmöglichkeiten bieten.

Was es für einen Veranstalter bedeutet, Zugriff auf 30 000 weitere Hotels zu haben, zeigt das Beispiel Spanisches Festland. Über Neckermann waren dort im Sommer 2008 exakt 325 Unterkünfte buchbar - im kommenden Jahr werden es nach Angaben des Unternehmens 4817 sein. In Barcelona zum Beispiel steigt die Auswahl von 10 auf 323 Hotels. Buchbar sind sie über Reisebüros ebenso wie über das Internet - und der Veranstalter übernimmt die volle Haftung samt Sicherungsschein. Die gibt es nicht, wenn der Urlauber erst beim Billigflieger einen Flug bucht und sich dann auf einer anderen Webseite ein Zimmer sucht.

Mit den Bausteinangeboten wollen die Konzerne Online-Anbietern wie Expedia oder Opodo mehr entgegensetzen. Die Katalogveranstalter wollten Kunden gewinnen, «die ihnen verloren gegangen sind oder die noch nie über einen Reiseveranstalter gebucht haben», so Lohmann. Wie sich bei so vielen Hotels die einheitliche Markenqualität halten lasse, stehe allerdings auf einem anderen Blatt - schließlich könnten dort ja nicht überall Reiseleiter der Konzerne ständig präsent sein. Von Christian Röwekamp und Andreas Heimann, dpa

dpa-infocom