IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Reise   » News  » Deutschland  » Gesundheit  » Katalog  » Recht  » Traumziele  » Tipps  » Galerie

Golf von Aden: Kreuzfahrtreedereien routen nicht um

Hamburg Trotz der jüngsten Piratenüberfälle auf Schiffe im Golf von Aden werden mehrere Kreuzfahrtreedereien auch künftig keinen Bogen um das Fahrtgebiet machen.

In den Planungen für die Jahre 2009 und 2010 seien Passagen durch das Gewässer weiterhin vorgesehen, sagten Vertreter von Phoenix Reisen, Transocean Tours und Costa Kreuzfahrten sowie der Peter-Deilmann-Reederei am Freitag (5. Dezember). Dagegen betonte Hapag-Lloyd Kreuzfahrten in Hamburg, das Unternehmen werde «keine Passagiere durch den Golf von Aden befördern, solange die Lage unverändert ist». Für die Region besteht seit einiger Zeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Am Donnerstag (4. Dezember) hatte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr einen Bericht von «Spiegel online» bestätigt, wonach im Golf von Aden in einiger Entfernung zum Transocean-Schiff «Astor» zwei verdächtige Boote gesehen wurden. Eine Fregatte der Bundesmarine habe sich dann zwischen die «Astor» und diese Boote manövriert. Es sei unklar, ob es Fischer- oder Piratenboote waren, teilte Transocean in Bremen mit.

Die «Astor» war auf dem Weg von der Sinai-Halbinsel nach Dubai. Auch für den Winter 2009/10 seien Fahrten durch dieses Seegebiet bei Transocean geplant, sagte Unternehmenssprecher John Will. Die Fahrt durch den international überwachten Seekorridor im Golf von Aden werde von dem Anbieter weiterhin als sicher eingestuft.

Dagegen warnt das Auswärtige Amt vor Reisen durch den Golf von Aden. Dort bestehe ein «sehr großes Risiko von Piratenangriffen und Entführungen», so das Ministerium in seinem Sicherheitshinweis im Internet. Reisende gingen «ein sehr hohes Sicherheitsrisiko ein». Über diese Warnung werden die Gäste von Veranstaltern und Reedereien informiert, bevor sie an Bord gehen, sagte Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband in Berlin. «Wer dann nicht reisen möchte, kann selbstverständlich kostenlos stornieren oder umbuchen», so John Will.

Änderungen an geplanten Reiserouten seien auch bei Phoenix Reisen weder kurz- noch langfristig ein Thema, erklärte Geschäftsführer Benjamin Krumpen in Bonn. Das Unternehmen habe sein Programm bereits bis zur Saison 2010/11 fertig, und auch in den beiden kommenden Wintern seien Fahrten durch Suezkanal, Rotes Meer und Golf von Aden vorgesehen. Als nächste Phoenix-Schiffe sollen die «Albatros» im Januar und die «Amadea» im März 2009 dort unterwegs sein. Man hoffe allerdings, dass sich die Lage in der Region bis dahin beruhigt.

In den vergangenen Wochen war es wiederholt zu Piratenüberfällen auf Schiffe im Golf von Aden und vor der Küste Somalias gekommen. In der Region hielten sich auch am Freitag (5. Dezember) Kreuzfahrtschiffe auf. Nach Angaben eines Sprechers von Costa Kreuzfahrten im hessischen Alsbach war die «Costa Victoria» in Aden zu Gast, die «Costa Classica» soll dort am 12. Dezember anlegen. Beide Schiffe sind ebenfalls auf dem Weg nach Dubai. Dieses beliebte Kreuzfahrtziel im Persischen Golf werde es bei Costa auch im Winter 2009/10 sicherlich geben.

Die Deilmann-Reederei in Neustadt/Holstein verwies darauf, dass vor einer Durchfahrt durch Gewässer wie den Golf von Aden mit internationalen Marinekräften Verbindung aufgenommen wird, «um eine sichere Passage zu ermöglichen». Deilmanns «Deutschland» ist nach Angaben eines Sprechers im Frühjahr wieder in der Region unterwegs.

Zurückhaltend äußerte sich Aida Cruises, der Seereisen-Marktführer in Deutschland. «Wir unternehmen alles Erdenkliche, um die Sicherheit von Gästen, Crew und unseren Schiffen zu gewährleisten», sagte Aida-Sprecher Hansjörg Kunze in Rostock. Ob dies auch Überlegungen zu Routenänderungen in der Zukunft einschließt, ließ er dabei offen.

Als Alternative zum Suezkanal und zum Golf von Aden komme für die Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg zwischen dem Mittelmeer und asiatischen Gewässern nur eine komplette Umrundung Afrikas infrage. Eine solche Route um das Kap der Guten Hoffnung würde allerdings rund 30 Tage länger dauern als die Abkürzung durch das Rote Meer, sagte Krumpen.

dpa-infocom