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Mainz: Clark ist die Queen des Dark Wave

Mainz Anfang der 80er-Jahre startete der britische Elektropop, New Wave genannt, seinen Siegeszug durch die Charts.

Eine der bekanntesten Vertreterinnen war die Britin Anne Clark, die auch 25 Jahre später nichts von ihrer Frische verloren hat.

Ein Hauch von Weltschmerz machte sich unter den gut 600 Zuhörern beim Konzert von Anne Clark im Frankfurter Hof breit. Die Britin gilt seit Erscheinen ihres ersten Albums 1982 als Pionierin des Dark Wave, einer düsteren Variante des britischen Elektropop. Sie vermischt synthesizerlastige Computerrhythmen mit ihrem einzigartigen, monotonen Sprechgesang zu einer unverwechselbaren Einheit. Doch Anne Clark kann noch mehr, sie ist auch eine gute Folksängerin, wie sie mit ruhigen, melancholischen Songs aus ihrem neuen Album "The smallest Acts of Kindness" beweist.

Doch zunächst überwiegen die kräftigen Beats des Dark Wave. Die zierliche Blondine, ebenso wie der Rest der Band und der überwiegende Teil des Publikums ganz in Schwarz gekleidet, erzählt zunächst eine kleine Geschichte ("Imagine all the Silence"), bevor sich zu reichlich Nebel und viel Hall ein dichter Klangteppich ausbreitet. Die Parts der Musiker, Jeff Aug an der Gitarre, Murat Pirlak an den Keyboards, Jan Michael Engel am Cello, Niko Lai am Schlagzeug sowie Rainer von Vielen, von Akkordeon bis Laptop, sind hervorragend aufeinander abgestimmt.

Anne Clark schließt die Augen , bewegt sich ruhig auf der Stelle und schwenkt ihren Kopf von rechts nach links und wieder zurück. Ihre wortstarken Texte kommen allesamt ohne den sonst üblichen Refrain aus. Besonders gut gelingt der Band das Lied "Sleeper in Metropolis", einer der ersten Hits von Anne Clark aus dem Jahr 1984. Nach einem langen Intro setzen alle Instrumente nach und nach ein, bis sich ein dichter, spannungsgeladener Soundteppich bildet. Cello und Elektrosound gehen hier eine ungewöhnliche Symbiose ein.

Zwischendurch zeigt Begleitmusiker Rainer von Vielen, was aus einer menschlichen Stimme alles herauszuholen ist. Zunächst singt er mit hoher Kehlkopfstimme "Lass deine Augen offen", dann röhrt und brummt er wie eine Baumaschine.

Nach 85 Minuten ist dann Zeit für die Zugaben, bei denen der bekannteste Hit "Our Darkness", ein Disco-Knaller aus dem Jahr 1984, nicht fehlen darf. Die Fans gehen jetzt richtig aus sich raus, tanzen und klatschen begeistert mit.

Bemerkenswert: Auch nach 26 Jahren Bühnenpräsenz hat sich die 48-jährige Sängerin aus Süd-London ihre Natürlichkeit bewahrt, geht auf die Fans zu und gibt unmittelbar nach dem Konzert im Foyer des Frankfurter Hofs fleißig Autogramme.

Als Vorgruppe überzeugte die deutsche Band "Chamber" mit einer Mischung aus Folkrock und Rock. Die Gruppe feierte in Mainz ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum.

Oliver Gehrig

RZO