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Du hast die Haare schön!

Toupet kann nicht von der Steuer abgesetzt werden

Neustadt/Weinstraße Schlechte Nachrichten für Toupetträger: Die Kosten für ein künstliches Haarteil können nicht ohne weiteres von der Steuer abgesetzt werden. So hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz am Donnerstag geurteilt.

Im Urteil heißt es, der Kauf eines Toupets könne dann als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden, wenn ein Amts- oder Vertrauensarzt vor dem Kauf des Haarteils bescheinige, dass die Anschaffung aus medizinischen Gründen nötig sei. Mit dem Urteil wies das Gericht die Klage eines älteren Toupetträgers aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz gegen sein Finanzamt ab.

2006 hatte der damals 65-Jährige beim Finanzamt vergeblich die Anschaffungskosten für ein Toupet von 850 Euro geltend gemacht. Das vom Amt geforderte Attest eines Amts- oder Vertrauensarztes besaß er nicht. Er erklärte, wegen einer Haarausfallerkrankung sei ihm seit 1970 alle zwei Jahre ein künstliches Haarteil ärztlich verschrieben worden. Die Krankenkasse habe die Kosten bis zur gesetzlichen Neuregelung einschließlich 2000 übernommen, das Finanzamt habe sie für 2002 und 2004 anerkannt. Er legte ein fünf Jahre altes Rezept eines Neurologen vor und erklärte, bei einer Erkrankung genüge die einmalige Vorlage einer ärztlichen Verordnung. Er habe keine neuere, weil die Kasse die Kosten für ein Toupet nicht mehr übernehme.

Das Gericht erklärte , im Krankheitsfall könnten nicht von der Kasse erstattete Heilbehandlungskosten als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden. Um einen Missbrauch zu vermeiden, müsse aber vor dem Kauf ein amts- oder vertrauensärztliches Attest vorgelegt werden, aus dem hervorgehe, dass die Maßnahme nötig seien. Dies gelte auch für den vorliegenden Fall. Außerdem habe das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz in einem anderen Fall zu Recht entschieden, dass eine Kasse einem Mann bei krankheitsbedingtem Haarverlust keine Perücke bezahlen müsse. Denn anders als bei Frauen werde Kahlköpfigkeit bei Männern nicht als besonders auffälliger Zustand angesehen.

Auch wenn der Kläger als 30-Jähriger psychische Probleme gehabt habe, so habe sich die Situation mittlerweile grundlegend geändert. Damals wie heute stelle ein 65-jähriger haarloser Mann keine "aufsehenerregende Besonderheit" dar. Die Revision wurde nicht zugelassen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Az.: 2 K 1928/08)

dpa; Fotomontage: jo



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