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Handball

DHB-Frauen als Gruppensieger ins Halbfinale

Skopje Mit einem überzeugenden 27:22 (14:12)-Sieg gegen Weltmeister Russland in Skopje haben sich Deutschlands Handball-Frauen für den heißen Medaillenkampf bei der Europameisterschaft warmgeworfen.

Durch den Sieg blieb die DHB-Auswahl auch im sechsten Endrundenspiel ungeschlagen und zog mit 9 Punkten als Erster der Hauptrundengruppe II ins Halbfinale ein. Dort trifft das Team von Bundestrainer Armin Emrich auf Spanien. Beste Werferinnen in der deutschen Mannschaft, die letztmals 1994 eine EM-Medaille gewann, waren Anna Loerper (7/5) und Grit Jurack mit 7 Toren.

«Dieser Sieg ist ein Signal für das Halbfinale, egal, wer der Gegner ist. Wir haben wieder bewiesen, dass wir zur absoluten Weltspitze gehören», sagte Loerper. Allerdings kamen die deutschen Frauen erst in der zweiten Halbzeit richtig auf Touren. «Da hat sich die Mannschaft deutlich gesteigert. Wir haben vor allem aufgrund der starken Defensive verdient gewonnen», bilanzierte Emrich.

Die Partie zwischen dem Weltmeister und dem WM-Dritten vor 1000 Zuschauern erfüllte in der ersten Hälfte die hohen Erwartungen nicht. Die Russinnen, die nur drei Spielerinnen aus dem Olympia-Finale aufgeboten hatten, schonten ihre Stars Elena Polenowa und Irina Poltoratskaya, die die Partie auf der Tribüne verfolgten. Deutschland musste auf Kreisläuferin Anne Müller (Bandabriss am Finger) und Rückraumspielerin Stefanie Melbeck (Nasenbeinbruch) verzichten. «Für beide Spielerinnen wäre der Einsatz zu früh gewesen. Für das Halbfinale sind wir aber optimistisch», sagte der deutsche Mannschaftsarzt Marcus Laufenberg.

Im Vergleich zum enttäuschenden 28:28 gegen Weißrussland am Vortag konnte Emrich wieder auf Kreisläuferin Anja Althaus und Torfrau Clara Woltering zurückgreifen. Vor allem Woltering zeigte erneut eine starke Leistung. Die Pausenführung für das deutsche Team hätte daher deutlicher ausfallen müssen, doch im Angriff wurden etliche Chancen fahrlässig vergeben. Zu viele Ballverluste ließen das gefürchtete Tempospiel der DHB-Auswahl nicht in Fahrt kommen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben beide Mannschaften in der Offensive zunächst einiges schuldig. In den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte fielen gerade einmal vier Tore. Erst danach steigerten sich die DHB-Frauen und zogen beim 19:15 (44.) auf vier Tore davon. Diesen Vorsprung gab das kämpferisch überzeugende Team bis zum Schluss nicht mehr ab. Loerper bewies ihre Nervenstärke bei Strafwürfen und verwandelte fünfmal vom Siebenmeterpunkt, Mandy Hering glänzte bei Tempogegenstößen und Jurack traf aus dem Rückraum. «Nach dem schwachen Spiel gegen Weißrussland haben wir uns erheblich gesteigert», stellte Emrich zufrieden fest.

Gegen Russland hatte es zuletzt in Peking eine 29:30-Niederlage gegeben, die das Vorrunden-Aus bei den Olympischen Spielen besiegelte. Bei der Europameisterschaft 2006 hatten die Deutschen ebenfalls gegen Russland verloren - damals im Halbfinale. Nach den bisherigen Auftritten darf das Team nun auf eine Medaille hoffen. «Ich denke, in dieser Form ist es für jeden Gegner schwer, uns zu schlagen», schickte Althaus eine Kampfansage an die Konkurrenz.

dpa-infocom


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