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Grünes Licht für Sparkurs in der Formel 1?

Paris Die Zukunft der Formel 1 liegt am 12. Dezember in den Händen des Automobil-Weltverbands: Am Grünen Licht des FIA-Weltrats für einen drastischen Sparkurs in der milliardenschweren Königsklasse gibt es aber so gut wie keine Zweifel.

Denn rechtzeitig vor der Sitzung vollzogen der Internationale Automobilverband FIA und die Teamvereinigung FOTA wohl den nötigen Schulterschluss. «Es sind sehr konstruktive Lösungen gefunden worden, die deutlich zur Kostensenkung beitragen», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug einen Tag nach dem Krisengipfel der Deutschen Presse-Agentur dpa.

FOTA-Chef Luca di Montezemolo von Ferrari urteilte euphorisch: «Die Antworten, die wir gefunden haben, waren weit über unseren Erwartungen.» Bis zum Jahr 2012 werde es dank der vereinbarten Maßnahmen eine «komplett neue Formel 1 geben», wurde der Scuderia-Präsident in einer Erklärung zitiert. Mit Blick auf das für Reglement-Änderungen zuständige World Council meinte Mercedes-Mann Haug, dass «die Entscheider dort die Kostensenkungen so sehr wie die Teams» wollen.

Der Druck nach dem Ausstieg von Autobauer Honda ist größer denn je, mit Hochgeschwindigkeit einen Ausweg aus der vermeintlichen Geld-Sackgasse zu finden. «Wir müssen die Kosten dramatisch senken und Innovationen zurückbringen in die Formel 1», lautet das Plädoyer von FIA-Präsident Max Mosley. Darüber herrscht Konsens.

Auseinander driften Internationaler Automobilverband und Hersteller aber bislang im Streitfall Einheitsmotor. «Wir müssen das System mit einem Basis-Motor stabilisieren, den jeder haben kann und der nicht teuer ist, dasselbe gilt für das Getriebe», forderte Mosley. Die Hersteller wollten sich bislang keinen Antrieb vor die Nase setzen lassen.

Nach dem Meeting in Monaco zogen beide Parteien jedoch gemeinsam ein höchst positives Fazit. Die aktuelle Lage biete auch eine große Chance und er freue sich sehr, dass dem strikten Kostendenken gefolgt werde, kommentierte Haug den gemeinsamen Weg der sonst nicht immer so einigen FIA und FOTA. Mercedes-Benz habe es geschafft, «heute weniger Geld für die Formel 1 auszugeben als noch vor fünf Jahren - bei einem viel größeren Effekt und Rekordzahlen zum Beispiel bei unseren internationalen TV-Werten. Trotzdem wollen wir in den nächsten zwei Jahren eine weitere Halbierung der Kosten erreichen», erklärte Haug.

Auch FIA-Chef Mosley selbst war «erfreut über den Ausgang» des Treffens im Fürstentum. FOTA-Präsident di Montezemolo sieht die Rennserie schon auf dem besten Weg aus der Krise. Das «Klima enormer Zusammenarbeit» ermögliche drastische Einsparungen und mache die Formel 1 zukunftsfähig. So werde sich die Königsklasse künftig durch ihren «Erfindungsgeist und ihr Augenmerk für die Umwelt» hervorheben, dies aber mit den Budgets der 90er Jahre bewältigen.

Wie der Kurs genau aussieht, den die Formel 1 einschlagen wird, soll nach der Weltrats-Versammlung verkündet werden. Vieles deutet darauf hin, dass die Motoren bereits von der kommenden Saison an vier statt zwei Rennen halten müssen. Mosley und auch Formel-1-Rechtemitinhaber Bernie Ecclestone plädieren indes für einen Einheitsmotor. Die Ausschreibung dafür gewann bereits die britische Schmiede Cosworth. Denkbar ist ein Kompromiss: Den Privatteams wird ein kostengünstiger Standardmotor ebenso wie ein einheitliches Getriebe angeboten. Die Hersteller sollen in einem eng gesteckten Rahmen das Herzstück und die Schalteinheit selbst bauen können.

Die Testfahrten während der Saison könnten zudem gestrichen werden. Die reduzierte Nutzung der Windkanäle, die bei manchen im Drei-Schichten-Betrieb fast rund um die Uhr im Einsatz sind, wäre eine weitere Maßnahme. Ein Personalabbau bei den Rennställen auf maximal 250 Mitarbeiter wird ebenfalls diskutiert, heißt es. Umstritten ist das Prestigeprojekt Hybridtechnologie. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug forderte bereits den Verzicht auf die kostspielige Einführung des Energie-Rückgewinnungssystems KERS. Der deutsche Rivale BMW gilt indes als KERS-Befürworter.

Deutlich weniger existenziell ist die Frage nach der Einführung einer Medaillenwertung, die das bisher übliche Punktesystem ablösen soll. Von keinem Geringeren als Ecclestone stammt der Vorschlag. Ob die Formel 1 demnächst also auch Edelmetall zu Geld macht, wird sich am 12. Dezember entscheiden.

dpa-infocom


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