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«Gomorrha» räumt bei Europäischen Filmpreisen ab

Kopenhagen Fünf Preise für den italienischen Mafia-Film «Gomorrha» und eine «halbe» Auszeichnung nach Deutschland: Regisseur Matteo Garrone wurde bei den Europäischen Filmpreisen in Kopenhagen am Samstag mit seinem Epos über die Gangster-Herrschaft in Neapel zum alles überragenden Gewinner.

Neben dem Hauptpreis für den besten europäischen Film 2008 gab es vier weitere von 15 Auszeichnungen für den halbdokumentarischen Film aus Italien. Als einziger deutscher Preisträger wurde der in Großbritannien lebende Max Richter für seine Musik zu «Waltz With Bashir» von Ari Folman ausgezeichnet.

Der italienische Film habe eine «fulminantes Comeback» gefeiert, meinte Wim Wenders, Regisseur und Präsident der Europäischen Filmakademie (EFA) in Berlin. Trotz des Ausbleibens von Preisen für deutsche Filme sagte er: «Der deutsche Film ist stark wie nie zuvor.» Zuletzt hatten 2006 «Das Leben der Anderen» von Florian Henckel von Donnersmarck und 2004 Fatih Akins «Gegen die Wand» sowie 2003 «Good Bye, Lenin!» von Wolfgang Becker gewonnen.

Garrone bekam für «Gomorrha», der schon beim Cannes-Festival Jubelstürme ausgelöst hatte und für eine Oscar-Nominierung vorgeschlagen ist, auch den Preis als bester Regisseur. Hauptdarsteller Toni Servillo wurde als bester Hauptdarsteller in diesem Film sowie im ebenfalls italienischen «Il Divo» («Der Star») ausgezeichnet. Marco Onorato konnte als Kameramann bei «Gomorrha» ebenso einen Europäischen Filmpreis in Empfang nehmen wie die sechs Drehbuchautoren.

Zu ihnen gehörte auch Robert Saviano , von dem die Buchvorlage stammt. Der Autor durfte aus Sicherheitsgründen nicht an der Gala im Beisein von Dänemarks Kronprinz Frederik und Prinzessin Mary teilnehmen, weil ihn die Camorra, Neapels Mafia, ständig mit Mord bedroht. Garrone sagte über seinen Preis: «Ich teile ihn mit den Menschen in Neapel, die wie in einer Kriegszone leben müssen.»

Als beste Schauspielerin wurde die Britin Kristin Scott Thomas für ihre Hauptrolle in dem französischen Film «So viele Jahre liebe ich Dich» («Il y a longtemps que je t'aime») ausgezeichnet. Den Publikumspreis bekam «Harry Potter und der Orden des Phönix».

Stehende Ovationen bereiteten die 1500 Zuschauer im Kopenhagener Forum der britischen Schauspielerin Judi Dench. Die 73-Jährige, die im neuen James-Bond-Film («Ein Quantum Trost») wieder Geheimdienstchefin «M» spielt, erhielt einen Ehrenpreis für ihr Lebenswerk. Sie sagte mit Tränen in den Augen: «Ich bin überwältigt.» Ebenfalls einen Ehrenpreis bekamen die dänischen Regisseure Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Søren Kragh-Jacobsen und Kristian Levring für ihr «Dogma-Manifest '95».

2007 hatte der Film «4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage» des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu den Europäischen Filmpreis gewonnen. Nächstes Jahr werden die Auszeichnungen in Essen vergeben.

dpa-infocom