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Golden Globes läuten Trophäen-Saison ein

Los Angeles Countdown in Hollywood: An diesem Donnerstag fällt der Startschuss für die Filmtrophäen-Saison, wenn die Namen der Golden-Globe-Anwärter verlesen werden.

Stars wie Meryl Streep, Cate Blanchett, Brad Pitt und Sean Penn könnten früh aus dem Schlaf gerissen werden. Nach alter Tradition gibt der Verband der Auslandspresse (Hollywood Foreign Press Association/HFPA) die Nominierungen in 25 Film- und Fernsehkategorien im Morgengrauen in Los Angeles bekannt, damit die TV-Sender an der US-Ostküste zur besten Sendezeit die große News verkünden können. Die Goldene Weltkugel, die von knapp 100 Auslandskorrespondenten am 11. Januar vergeben wird, ist nach dem Oscar Hollywoods begehrteste Auszeichnung.

Diesmal könnten mehr Sektkorken fliegen als je zuvor, um das Fiasko von der Preisvergabe im vergangenen Januar wettzumachen. Die 65. Golden Globe Awards waren ein Flop, ein «globales Desaster», ein «sorry soiree», kommentierten damals die Zeitungen. Die Vergabe der Trophäen, die sonst Hollywood in Höchststimmung versetzt und 20 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme lockt, war dem monatelangen Streik der Drehbuchautoren zum Opfer gefallen. Aus Solidarität mit den Schreibern blieben die Schauspieler der Feier fern. Eine Pressekonferenz, die die traditionelle Gala ersetzte, ging deshalb sang- und klanglos über die Bühne. Im Schnelldurchlauf wurden die Namen der Gewinner verlesen - 25 Kategorien in 30 Minuten. Cate Blanchett erhielt ihren Golden Globe als beste Nebendarstellerin passenderweise für den Bob-Dylan-Film «I'm Not There» (Ich bin nicht da).

Ein neuer Tarifstreik - jetzt kämpft die Schauspieler-Gewerkschaft SAG um mehr Geld bei der Weiterverwertung ihrer Arbeiten im Internet und auf DVDs - bahnt sich seit Monaten an. Doch niemand will sich ein Drama wie im vergangen Jahr ausmalen, mit Streikposten, Milliardenverlusten für die Unterhaltungsindustrie - und der Absage von «Hollywoods fröhlichster Party», wie die Golden-Globe-Gala als lässiger Vorläufer der Oscar-Zeremonie längst angesehen wird.

«Das Staraufgebot in diesem Jahr wird besser und größer sein als je zuvor», prophezeit Craig Plestis vom US-Sender NBC, der die Film-Gala live überträgt. «Nach dem Reinfall im letzten Jahr ist nun jeder heiß darauf, sich in Schale zu werfen und sich zu zeigen», erzählt er dem Branchenblatt «Variety». Die Nachfrage nach Eintrittskarten würde frühere Jahre weit übertreffen, versichert Plestis. Im Beverly Hilton Hotel, wo die Trophäen vergeben werden, sind Lobby, Dachterrasse und Bars bereits für Partys gebucht.

184 Spielfilme, 8 Zeichentrickfilme, 53 ausländische Streifen und 147 Fernsehproduktionen haben sich nach Angaben der Veranstalter für eine Nominierung qualifiziert. Im Gegensatz zum Oscar, der nur eine Trophäe für den «Besten Film» vorsieht, gibt es je einen Golden Globe für das beste Drama und die beste Komödie/Musical. Behalten die Filmexperten mit ihren Prognosen für «Bestes Drama» Recht, dann liegen «The Curious Case of Benjamin Button», «Der fremde Sohn», «The Dark Knight», «Frost/Nixon» und «Doubt» im Rennen. Bei den Komödien gab es Vorschusslorbeeren für das Musical «Mamma Mia!», die Bush-Satire «W», Woody Allens «Vicky Cristina Barcelona», «Slumdog Millionaire» und «Happy-Go-Lucky».

Meryl Streep könnte zwei Nominierungen absahnen, als sexy Single in «Mamma Mia!» und als verbitterte Nonne in «Doubt». Sie hat bereits sechs Globe-Trophäen gewonnen. Kate Winslet steht mir ihren Auftritten in «Der Vorleser» und «Zeiten des Aufruhrs» hoch im Kurs, Anne Hathaway mit ihrer Rolle als kettenrauchende junge Frau mit Drogenproblemen in dem Familiendrama «Rachel Getting Married». Die zweifache Globe-Gewinnerin Cate Blanchett hat Aussichten auf ihre achte Nominierung für «The Curious Case of Benjamin Button».

Gleich zwei deutsche Filme haben Gewinnchancen. Der RAF-Film «Der Baader Meinhof Komplex» und Doris Dörries Melodrama «Kirschblüten - Hanami» schafften es vorab auf die Liste von insgesamt 53 Anwärtern für einen Golden Globe als bester ausländischer Film. Am Donnerstag kommen dann fünf Kandidaten in die Endrunde.

Ein Globe-Gewinner steht schon fest: Hollywoodstar Steven Spielberg war eine Ehrentrophäe für sein Lebenswerk bereits vor einem Jahr zugesprochen worden. Nach der kurzfristigen Absage der letzten Gala wird der Regisseur die Auszeichnung nun im Januar 2009 in Empfang nehmen. Spielberg hat im Lauf seiner Filmkarriere bereits sechs Golden-Globe-Trophäen gewonnen, unter anderem für «E.T.», «Schindlers Liste» und «Der Soldat James Ryan». Von Barbara Munker, dpa

dpa-infocom