IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt

Vor 50 Jahren feierte «Dracula» Premiere

Hamburg Plötzlich war alles anders: Statt eines ältlichen Wissenschaftlers ging ein junger, dynamischer, geradezu arroganter van Helsing auf Vampirjagd.

Die gruseligen Szenen spielten sich nicht im Kopf des Betrachters ab, stattdessen hielt die Kamera voll drauf, wenn der Blutsauger sein Gebiss in die Hälse der blassen, jungen Damen bohrte. Und Graf Dracula selbst kam als aristokratischer, charmanter und ebenso verführerischer wie grausamer Bösewicht statt als grobschlächtiger Schurke daher. Doch was noch viel revolutionärer war: Plötzlich floss das Blut in Farbe. An diesem Freitag vor 50 Jahren kam der erste Dracula-Farbfilm in die Kinos.

Das erwies sich nicht nur für die beiden Hauptdarsteller, den im wahrsten Sinnen des Wortes überragenden Christopher Lee als Dracula und sein Widersacher Dr. van Helsing (Peter Cushing) als folgenschwer. Regisseur Terence Fisher und Drehbuchautor Jimmy Sangster läuteten mit ihrem Werk, das im Original den Zusatz «Horror of Dracula» trägt, eine neue Ära des klassischen Vampirfilm-Genres ein, die sich als zukunftweisend entpuppen sollte. Die britischen Hammer-Studios waren nach «Frankensteins Fluch» aus dem Jahr 1957 - ebenfalls mit Lee und Cushing - fortan unwiderruflich mit dem Horror- Genre verknüpft.

Dabei basiert auch die erste moderne Dracula-Verfilmung auf dem 1897 erschienen Schauerroman «Dracula» des irischen Schriftstellers Bram Stoker. Darin ist der Graf ein blutsaugender Untoter, der als vornehmer Adeliger erst seine Heimat Transsylvanien tyrannisiert, später ganz England. 1922 hatte sich schon der deutsche Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau des Stoffes angenommen und als Stummfilmfassung unter dem Titel «Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens» in die Kinos gebracht. Nach einem Theaterstück kam dann die erste Tonfilmfassung mit dem legendären Bela Lugosi in der Titelrolle auf die Leinwände.

Doch dann kam Fishers actionreicher und farbenprächtiger «Dracula», den Kennern als literarisch korrekt und sorgfältig inszeniert rühmten. Doch bis auf den Vorspann in Farbe gedreht, stieß die actionreiche Verfilmung voller sexueller Anspielungen bei nicht allen Kritikern auf Begeisterung. Sorgte nach deren Meinung doch Schwarz-Weiß für den angemessenen Gruselfaktor. Bei einem konservativen Publikum sorgten vor allem die eindeutig erotischen Szenen für Unmut. Billige Effekthascherei mit Gewalt und Sex mussten sich Regisseur Fisher und Hammer Studios vorwerfen lassen. Doch die meisten Zuschauer waren begeistert - und strömten in die Kinos, insbesondere, um sich vor dem fast zwei Meter großen Christopher Lee in seiner Paraderolle zu gruseln.

Mit seiner stattlichen, athletischen Figur verlieh er der Gestalt des Blutsaugers Eleganz und Brutalität zugleich. Bis heute gilt der inzwischen 86 Jahre alte Brite als der Vampir-Darsteller schlechthin, was ihn für manch andere Rolle zum Verhängnis wurde. Sein Antagonist Peter Cushing ging ebenfalls mit seiner Rolle als Vampirjäger untrennbar mit dieser Figur verbunden in die Filmgeschichte ein. Allerdings konnten weder die beiden Schauspieler noch die Hammer- Studios mit den Fortsetzungen des ersten Farb-Draculas die Erfolgsgeschichte fortschreiben.

Das Genre verlor nach und nach an Popularität und animierte Filmemacher über Jahrzehnte vor allem zu Parodien und Komödien. Doch spätestens seit «Interview mit einem Vampir» (1994) mit den Hollywood-Stars Brad Pitt und Tom Cruise gewinnen die blutrünstigen Untoten wieder an Beliebtheit, die bis heute anhält. Das belegen die erfolgreiche US-Fernsehserie «Buffy - Im Bann der Dämonen» und die vor einigen Wochen in den USA erfolgreich angelaufene Vampir-Romanze «Twilight - Biss zum Morgengrauen» belegen - Terence Fisher und Christopher Lee sei Dank.Von Britta Schmeis, dpa

dpa-infocom