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"Zufällig verheiratet": Locker, leicht ...und ziemlich seicht

Liebe ist ihr Beruf: Die Filmfigur Doktor Emma Lloyd hat den Bestseller «Wirkliche Liebe» geschrieben, und als «Doctor Love» gibt sie im Radio Rat in Liebesdingen. So empfiehlt sie einer Anruferin, sich vom Verlobten zu trennen.

Der verstoßene Fast-Ehemann will der selbst ernannten Expertin in Herzensangelegenheiten dafür eine Lektion erteilen. Er dringt ins Computersystem der Stadtverwaltung ein und lässt den Familienstatus der Moderatorin ändern. Die ist mit ihm nun «Zufällig verheiratet», wie die US-Komödie von Regisseur Griffin Dunne heißt. Was nach einer skurrilen Geschichte klingt, erweist sich als Popcorn-Kino ohne überraschende Wendungen. Auch Uma Thurman («Kill Bill») vermag hölzernen Dialogen kein Leben einzuflößen.

Eine promovierte Journalistin trifft auf einen deftigen Feuerwehrmann. Aus diesem Gegensatz sollten Funken sprühen. Genau davor aber warnt die Protagonistin in ihrer Radioshow: «Funken brennen nur dein Haus nieder.» Brandlöschen ist in dem Streifen aber nicht gefragt: Zu bieder und uninspiriert folgen die Filmemacher dem Muster romantischer Komödien aus den USA. Als Drehbucheinfälle müssen Immigranten folkloristisch herhalten; Inder feiern rauschende Feste in traditionellen Kostümen, Deutsche sprechen über Fußball. Ecken und Kanten zwischen Gesellschaftsschichten sind weichgezeichnet zum harmonischen Einerlei. Ob Multimillionär oder Kellner, Arm in Arm tanzen sie zu indischer Volksmusik.

Feuerwehrmann Patrick, den Jeffrey Dean Morgan mit Dauerlächeln monoton mimt, wird von Beginn an als Prince Charming eingeführt. Dadurch ergibt sich keine Fallhöhe, von der die Moderatorin in seine Arme sinkt. Zumal ihr Freund, der Verleger Richard, ein erzkonservativer und ziemlich langweiliger Typ ist. Als Dritter im Bunde darf Richard (Colin Firth) keine Zähne zeigen, vielmehr muss er überfordert und bemitleidenswert dreinblicken. Er zerbricht sich über verschiedene Weißtöne als Wandfarbe den Kopf. «Die sehen doch alle gleich aus», urteilt seine Freundin. Solche Witze scheinen wie aus dem Hollywood-Archiv recycelt.

Cineasten dürften sich über einen kurzen Auftritt von Isabella Rossellini freuen. Als femme fatale in David Lynchs Klassiker «Blue Velvet» 1986 zu Kino-Lorbeeren gelangt, gibt sie nun eine Verlegergattin mit dem Herz am rechten Fleck.

Dem Zuschauer werden eine Menge potenzielle Sympathieträger und kein wirkliches Problem vorgeführt. Dass die Radiomoderatorin und der Feuerwehrmann wie füreinander geschaffen sind, ist nach wenigen Minuten erkennbar. Einen Gegenspieler, der als Brandleger für etwas Zunder sorgt, sucht man vergeblich.

dpa-infocom