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DAX geht mit 6,5 Prozent Verlust aus der Woche

Frankfurt/Main - Belastet von Verlusten bei Bank- und Autoaktien hat der Deutsche Aktienindex DAX am Freitag schwach geschlossen. Der Leitindex ging trotz einer leichten Erholung im späten Handel mit minus 2,18 Prozent auf 4.663,37 Punkten aus dem Handel.

Im Wochenvergleich standen damit Verluste von fast 6,5 Prozent zu Buche. Der MDAX mittelgroßer Werte büßte 1,19 Prozent auf 5.240,18 Zähler ein. Der TecDAX gab um 1,59 Prozent auf 454,83 Punkte nach.

Der DAX hatte seine Verluste etwas eingedämmt, nachdem US-Präsident George W. Bush seine Bereitschaft signalisiert hatte, die von der Autobranche dringend benötigten Überbrückungsgelder aus dem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket für die Finanzbranche zur Verfügung zu stellen. Bisher hatte das Weiße Haus dies strikt abgelehnt.

Aktien der deutschen Autobauer bauten ihre Verluste bis zum Abend etwas ab. Daimler gingen mit minus 4,20 Prozent auf 24,055 Euro aus dem Handel. Zuvor waren sie im Tagesverlauf bis auf 22,920 Euro gefallen. BMW standen mit 1,96 Prozent auf 22,00 Euro im Minus, Volkswagen verloren mit 0,17 Prozent auf 305,58 Euro am wenigsten. Die Börsianer seien erleichtert, dass Präsident George W. Bush die Notbremse zog, als die US-Autobranche auf den Abgrund zuschoss. Die knappe Andeutung, dass die ums Überleben kämpfenden Konzerne doch noch mit Milliarden aus dem Rettungsfonds für die Finanzbranche gestützt werden könnten, reichte für das allgemeine Aufatmen schon aus.

Von Entspannung kann bei Continental unterdessen keine Rede sein: Dort werden die Töne im Zusammenhang mit der Übernahme durch Schaeffler immer schärfer. Die Schaeffler-Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler wies Spekulationen zurück, wonach die von ihrem Unternehmen geplante Milliardenübernahme des Autozulieferers am Widerstand der kreditgebenden Banken scheitern könnte: "Die Kredite haben wir. Die Banken stehen weiter zu der Idee und zu uns", sagte Schaeffler in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe). Continental hatte zuvor schwere Vorwürfe gegen das fränkische Familienunternehmen erhoben und kritisiert, Schaeffler mische sich in Geschäftsverhandlungen ein. Die Conti-Aktien gingen mit minus 8,82 Prozent auf 34,10 Euro als schwächster DAX-Wert ins Wochenende.

Auch die Aktien der Deutschen Bank kamen deutlich unter Druck und verloren 4,88 Prozent auf 26,515 Euro. Zwischenzeitlich waren die Titel bis auf 25,10 Euro gefallen. Händler verwiesen auf Spekulationen über einen Verlust im Eigenhandel in Höhe von einer Milliarde Euro. Ein Sprecher der Bank wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.

Auch die übrigen Bankenwerte gaben nach. Commerzbank fielen um 6,85 Prozent auf 6,660 Euro, Postbank schlossen 2,85 Prozent im Minus auf 13,29 Euro. Die Finanzkrise scheint in den USA kein Ende zu nehmen und auch der Chef der US-Bank JPMorgan, Jamie Dimon, sieht im laufenden vierten Quartal keine Entspannung. Der November sei ein "schrecklicher" Monat im Handelsgeschäft gewesen und auch der Dezember laufe schlecht, sagte Dimon. "Es wird ein hartes Quartal." Ein Händler sagte: "Das ist klar negativ und drückt erneut auf die Stimmung für Bankaktien." Zudem plant die Bank of America nach der Integration von Merrill Lynch einen Stellenabbau von 30.000 bis 35.000 Arbeitsplätzen in den kommenden drei Jahren.

Der Industriekonzern ThyssenKrupp bereitet sich auf Kurzarbeit in seiner Stahlsparte vor. "Es hat dazu bereits erste Gespräche zwischen Konzern und Betriebsrat gegeben", sagte ein Arbeitnehmervertreter dem "Handelsblatt". Voraussichtlich zum Februar, spätestens aber zum März müsse in einigen Bereichen Kurzarbeit eingeführt werden. Die Aktien verloren 2,87 Prozent auf 16,59 Euro. "Die Aktien von ThyssenKrupp fallen im Einklang mit den übrigen Titeln der Branche", sagte Analyst Christian Obst von der UniCredit. Die Ankündigung der Kurzarbeit komme nicht überraschend.

Bechtle gaben nach einer negativen Studie 7,54 Prozent auf 11,04 Euro ab. Der IT-Dienstleister wurde von den Merrill-Lynch-Analysten von "Buy" auf "Underperform" heruntergestuft. Analyst Jan Ramsperger verwies auf die Unsicherheit, die den Ausblick für das vierte Quartal 2008 und das kommende Jahr belaste.

dpa-infocom



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