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Finanzen

Riesen-Betrugsverdacht schockiert die Wall Street

New York - Es wäre der größte Betrugsfall der Geschichte: An der Wall Street ist offenbar ein gigantisches «Schneeball-System» im Volumen von 50 Milliarden Dollar aufgeflogen.

Die Behörden nahmen in der Nacht zum Freitag den 70-jährigen Bernard L. Madoff fest, der einst Chef der Technologiebörse NASDAQ war und seit Jahrzehnten zu den einflussreichen Figuren der Wall Street zählt. Er gab nach Angaben der Bundespolizei FBI zu, jahrelang Investoren mit einem Schneeball-System betrogen zu haben: Versprochene hohe Zinsen wurden einfach mit dem Geld neuer Kunden bezahlt, während es keine tatsächlichen Gewinne gab.

Der Betrug habe im Laufe der Jahre ein Volumen von 50 Milliarden Dollar erreicht, sagte Madoff selbst nach Angaben des FBI und der Finanzaufsicht SEC. Der Manager habe die Machenschaften zwei ranghohen Mitarbeitern seiner Firma gestanden, hieß es. Nach Informationen des «Wall Street Journal» handelte es sich dabei um seine Söhne. Sie hätten anschließend über einen Anwalt die Behörden informiert.

Den Behörden zufolge gestand Madoff, dass er nur noch 200 bis 300 Millionen Dollar übrig habe und sein Unternehmen ansonsten pleite sei. «Es war alles eine große Lüge», habe er gesagt. Er sei «am Ende». Anfang des Monats habe ein Kunde die Rückzahlung seiner Einlage von sieben Milliarden Dollar gefordert. Das hat offenbar das Schneeball-System zum Einsturz gebracht.

Madoffs Firma Bernard L. Madoff Investment Securities agierte vor allem als Broker an der Börse. Allerdings unterhielt er auch einen Investment-Arm, über den der Betrug gelaufen sein soll. Die Bücher des Investment-Geschäfts, das Geld für reiche Kunden und Hedge-Fonds verwalten sollte, habe er stets unter Verschluss gehalten, sagten seine Mitarbeiter aus. Nach offiziellen Angaben Madoffs von Anfang 2008 hatte die Sparte zwischen 11 und 25 Kunden gehabt und 17,1 Milliarden Dollar verwaltet.

Die beiden Mitarbeiter - also wahrscheinlich Madoffs Söhne - seien angesichts der Rückzahlungsforderung des Kunden sehr besorgt gewesen. Denn nach ihren Informationen verwaltete die Firma nur 8 bis 15 Milliarden Dollar. Sie hätten zusätzlich Verdacht geschöpft, als Madoff plötzlich die Jahresprämien nicht wie üblich erst im Februar, sondern schon im Dezember auszahlen wollte. Er habe dies mit kürzlichen Gewinnen begründet, die er nun an die Mitarbeiter weitergeben wolle. Später, als sie das Gespräch in Madoffs Wohnung in Manhattan fortgesetzt hätten, habe er gestanden, jahrelang seine Kunden betrogen zu haben. Die verbliebenen einige hundert Millionen wolle er an Mitarbeiter, Familienmitglieder und Freund ausschütten.

Den FBI-Agenten sagte Madoff später, er gehe davon aus, dass er ins Gefängnis kommt. Er habe persönlich das Geld investiert und verloren und das Schneeball-System in Gang gesetzt. «Es gibt keine unschuldige Erklärung.»

dpa-infocom



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