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Mobile Fertighäuser: Dem Eigenheim Beine gemacht

Bad Honnef/Hamburg Das Kistenpacken beim Umziehen wird sich auch in Zukunft nicht vermeiden lassen.

Sich immer wieder neu einzurichten, könnte aber bald der Vergangenheit angehören.

Mobile Fertighäuser, die gemeinsam mit den Besitzern umziehen, gelten als ein architektonisches Konzept mit Zukunft - und zu haben sind solche «fliegenden Bauten» schon heute.

Flexibilität und Mobilität werden zu immer größeren Themen. Von einer «ambitionierten Zukunftsvision» spricht Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) in Bad Honnef. «Es gibt sicherlich Menschen, die sich ein derartiges modernes Nomadenleben vorstellen können.»

«Das ist durchaus ein Angebot , dass der Leistungsgesellschaft entgegen kommt», sagt auch Birgit Gebhardt vom Beratungsunternehmen Trendbüro in Hamburg. Eigentlich habe ein Hausbau ja immer etwas für die Ewigkeit. Aber heute lasse sich das nicht mehr ohne weiteres planen. «Man weiß nicht, ob und wie lange man an einem Wohnort bleibt und wie sich die Familienstruktur verändert.» Mobile Häuser seien da ein Kompromiss: «Haus ja - aber bitte flexibel.»

Anders als etwa in den USA, wo seit Jahrzehnten ganze Häuser von Schwertransportern huckepack genommen werden, fallen die Lösungen für den europäischen Markt deutlich kleiner aus. Zu den Vorreitern des mobilen Fertigbaus zählt das Unternehmen «Smarthouse» im nordrhein-westfälischen Bünde. Insgesamt sechs Modulvarianten bietet der Hersteller an.

«Wir liefern das Haus schlüsselfertig an und stellen es mit einem Kran auf dem Grundstück ab», sagt Kai Dunker, der das «Smarthouse»-Konzept» entwickelt hat. Morgens werde mit den Arbeiten begonnen, mittags sei das Haus dann zum Einzug bereit. Der künftige Bewohner muss sich lediglich um einen Platz zum Aufstellen, ein Fundament und die Anschlüsse für Wasser und Strom kümmern.

Die mobilen Häuser stehen auf einem vergleichsweise günstigen Streifenfundament. «Der Boden der Module ist so gedämmt, dass eine Bodenplatte überflüssig ist», sagt Bettina Walten vom Hersteller Griffner Haus aus Österreich, der 2009 ein mobiles Fertighaus auf den Markt bringt.

«Zum Umziehen wird beim Hersteller angerufen. Der zerlegt das Haus dann in seine Einzelteile und baut es am neuen Standort wieder auf», erzählt Walten. Ob der Entwurf von Griffner, ob «Smarthouse» oder der von Designer Werner Aisslinger aus Berlin entwickelte «Loftcube»: Gemeinsam ist allen Projekten die geradlinige, schnörkellose Optik. Vor allem jüngere Leute soll das ansprechen. Nach den Erfahrungen von Kai Dunker sind es aber auch Ältere, die sich für die neuen Hauskonzepte interessieren.

Dass mobile Häuser schon in einigen Jahren Normalität sein könnten, daran hegen viele Experten jedoch Zweifel. «Das widerspricht der Mentalität der Deutschen», sagt Christoph Windscheif. Beim Wohneigentum gelte nach wie vor das Motto «My home is my castle». In der Regel werde der Hauskauf mit der Familiengründung ein Thema. Dann entstehe das Bedürfnis, sich niederzulassen. «Und wer mobil sein möchte, der mietet sich etwas.» Das kostet mobiles Wohnen Die Einstiegspreise für ein mobiles Fertighaus liegen zwischen rund 1200 und 2300 Euro pro Quadratmeter - abhängig vom Anbieter. Angeboten werden Module zum Selbstausbau, schlüsselfertige Einheiten und sogar komplett eingerichtete Häuser. Zusätzliche Kosten fallen für das Grundstück, das Fundament und die verschiedenen Anschlüsse an. Von Sandra Cantzler, dpa

dpa-infocom


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